Insbesondere die Ergebnisteile zu den Herausforderungen und Hürden der Zusammenarbeit, zur Bedeutung bildungspolitischer Rahmenbedingungen, zu den Gelingensbedingungen und zu den Unterstützungsangeboten bilden die Grundlage für die nachfolgend skizzierten Ansatzpunkte (a) zur Vorbereitung und Anbahnung und (b) zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Akteuren der Medienbildung.

Drei Ansatzpunkte sind vor dem Hintergrund der Ergebnisse zentral:

      1. Unterstützung bei der Entwicklung eines gegen seitigen Verständnisses und eines Verständnissesvon Medienbildung (angesprochen ist damit vor allem die Qualifizierung der Akteure, die ggf. gemeinsam stattfinden sollte).
      1. Unterstützung bei der Konzeption und Raum für gemeinsame Konzeptionen (damit sind insbesondere Ressourcenanforderungen verbunden).
      1. Unterstützung bei der Qualitätssicherung im Hinblick auf die Zielgruppen der Arbeit, denn eine Auswertung der Zusammenarbeit scheint kaum stattzufinden und die Zielgruppen werden dabei nur selten beteiligt. Angesprochen ist damit die Nachhaltigkeit bei den Adressaten und nicht nur auf der Ebene der längerfristig etablierten Zusammenarbeit.

Als Werkzeug für die Unterstützung werden nachfolgend Leitfragen vorgestellt, die auf Basis der Ergebnisse formuliert wurden. Sie adressieren relevante Aspekte der Zusammenarbeit in Hinblick auf die Phasen der Zusammenarbeit. Dabei wurden bereits bestehende Checklisten und Fragekataloge in die Entwicklung einbezogen und entsprechend der Schwerpunkte der Medienbildung akzentuiert.

Grundverständnis der Kooperation klären – Interner Dialog

Für  beide  Partner  sollte  vor  einer  Zusammenarbeit Klarheit erlangt werden, wie sie zur Zusammenarbeit stehen, mit wem sie zusammenarbeiten wollen und welche Zielvorstellungen sie im Bereich der Medienbildung haben. Diese Basis sollte jede Partnereinrichtung intern klären und die Ergebnisse mit den potentiellen Partnern austauschen. Auf dieser Grundlage kann gemeinsam abgestimmt  werden,  ob  eine  ausreichende  Übereinstimmung für eine Zusammenarbeit besteht. Zugleich kann mit der Formulierung dieser Vorüberlegungen das gegenseitige Verständnis unterstützt werden.

Die richtigen Partner suchen:

  • Wen könnten Sie sich als Partner zur Medienbildung vorstellen?

Rahmenbedingungen klären:

  • Welche bildungspolitischen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen haben Ihrer Meinung nach Einfluss auf die Zusammenarbeit?

Erwartungshaltungen abstecken:

  • Weshalb wollen Sie die Zusammenarbeit?
  • Welche Erwartungen haben Sie?

Inhalte bestimmen und Schwerpunkte setzen:

  • Welche (Medien-)Bildungsziele bzw. (medien)pädagogischen Ziele sind aus Ihrer Sicht zentral für die Zusammenarbeit?
  • Welches zentrale Ziel verfolgen Sie?
  • Welche Schwerpunkte der Medienbildung/Entwicklung von Medienkompetenz verfolgen Sie in der Zusammenarbeit?
  • (a) Welche Bedarfe werden beim Partner (bzw. bei den Zielgruppen) erfüllt?
  • (b) Welchen Beitrag können wir im Hinblick auf die Ziele des Partners leisten?

Vorbereitung und Konzeption

Bei der Vorbereitung der Zusammenarbeit geht es zum einen um die gemeinsame Planung und zum anderen um die (ggf. gemeinsame) Konzeption der Angebote. Dabei sollten die eingebrachten Kompetenzen und Ressourcen der Partner sowie die gesetzten Schwerpunkte bestimmt werden. Zudem sollten Rahmenbedingungen auf ihren Einfluss auf die Zusammenarbeit reflektiert werden. Diese sollten anschließend zwischen den Partnern abgestimmt werden, um spätere Irritationen und Missverständnisse zu vermeiden.

Kompetenzen und Ressourcen klären und Leerstellen offenlegen:

  • Welche persönlichen und fachlichen Kompetenzen sollten die beteiligten Fachkräfte in die Zusammenarbeit einbringen?
  • Welche persönlichen und fachlichen Kompetenzen bringen Sie in die Zusammenarbeit ein?
  • Wo bestehen Leerstellen?
  • (a) Welche Ressourcen soll der Partner in die Zusammenarbeit einbringen?
  • (b) Welche Ressourcen können Sie in die Zusammenarbeit einbringen?

Rollenverteilung und Zuständigkeiten klären:

  • Wollen wir gemeinsam mit den Partnern ein Angebot entwickeln oder eigene Angebote mit dem Partner durchführen?
  • Wer soll welche Aufgaben im Projekt wahrnehmen?
  • (a) Wer soll beteiligt sein?
  • (b) Welche Aufgaben gibt es?

Organisatorische Rahmenbedingungen verhandeln:

  • Welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind zu klären, z. B. in Hinblick auf Projektzeiten, Zugang zu Räumen etc., um die Zusammenarbeit einzugehen?

Planung der Zusammenarbeit

Sind die Grundlagen für eine Zusammenarbeit geklärt und erste Maßnahmen geplant, gilt es die Zusammenarbeit auf eine sichere Basis zu stellen. Dazu müssen die Vorstellungen der einzelnen Partner zur konkreten Zusammenarbeit und der Einbindung der Zusammenarbeit in die jeweiligen Kontexte formuliert und abgeklärt werden.

Zeitliche Perspektive planen:

  • Mit welcher zeitlichen Perspektive soll die Zusammenarbeit angelegt sein?
  • Welche zeitliche Perspektive erfordert das Thema?

Konstellation festlegen:

  • In welcher Konstellation soll die Zusammenarbeit angelegt sein?

Einbindung in Schule organisieren:

  • Wie könnte die Zusammenarbeit an der Schule eingebunden sein in z. B. das schulische Medienkonzept, die Schulentwicklungsplanung, das Curriculum, das Kollegium, die Schulkommunikation bzw. weitere Konzepte und Strukturen?

Umsetzung des Kooperationsvorhabens

Nach der Vorbereitungs- und Planungsphase steht die konkrete Zusammenarbeit an. Nachdem für die Umsetzung des Kooperationsvorhabens vorab Arbeitsweisen, Zielvorstellungen der Zusammenarbeit usw. geklärt wurden, müssen diese nun umgesetzt und fixiert werden.

Arbeitsweisen und Kommunikation festlegen:

  • Inwiefern soll die Zusammenarbeit in Gremien bzw. zu bestimmten Anlässen vorgestellt werden?
  • Welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind vor Beginn zu klären?
  • Wie sollen die gemeinsamen Zielvorstellungen bestimmt werden?
  • Wie sollen die konkreten Maßnahmen entwickelt werden?
  • Wie stimmen sich die Partner bei Abweichungen von der Planung ab?

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Ein essentieller Bestandteil der Zusammenarbeit sollte die Nachbereitung sein, um die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit der Partner und die Nachhaltigkeit im Sinne von Lernereignissen bei der Zielgruppe, durch die sich die Zusammenarbeit ja erst legitimiert, zu gewährleisten.

Kooperationsvereinbarung schließen:

  • Welche Absprachen werden in der Kooperations- vereinbarung festgehalten?

Nachbereitung der Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit bei der Zielgruppe gewährleisten:

  • Wie soll die Zusammenarbeit mit dem Ziel der Vermeidung von Problemen und Verbesserung der Kooperation reflektiert werden?
  • Wie werden die Zielgruppen bei der Einschätzung der Zusammenarbeit beteiligt?
  • Werden ihre Lernereignisse als Grundlage der Konzeptentwicklung  einbezogen?