Medienbildung in der Schule steht spätestens seit dem gleichnamigen Beschluss der Kultusministerkonferenz (Kultusministerkonferenz 2012) im Fokus der bildungspolitischen Debatte. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die kompetenzorientierte Verankerung und Integration von Medienbildung und Medienkompetenzförderung in den schulischen Alltag ein. Entsprechend dem KMK-Strategiepapier zur »Bildung in der digitalen Welt« (Kultusministerkonferenz 2016) sollen am Bildungsort Schule Kompetenzen vermittelt werden, die für eine »aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind« (Kultusministerkonferenz 2016). Diese sind Teil einer ganzheitlichen Medienbildung, die es nach dem Willen der Kultusministerkonferenz als Querschnittsaufgabe, als integrativen Teil der Fachcurricula aller Fächer und Schulformen zu etablieren und somit in den Schulalltag zu integrieren gilt. Bereits seit 2012 wurde Medienbildung bzw. Medienerziehung in einer Reihe von Bundesländern als Querschnittsaufgabe (u.a. Berlin-Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern), aber auch als eigenständiger Teil des Unterrichts (u. a. Baden-Württemberg) in Lehr- und Bildungspläne aufgenommen. Nach Aussage der in der vorliegenden Studie befragten Experten mangelt es hier noch an praktischen Ansätzen zur Umsetzung.
Im Kontrast dazu steht die außerschulische Landschaft der Medienkompetenzförderung und Medienbildung. Hier gibt es bereits lange etablierte Träger mit entsprechenden Fachprofilen. In der Ausbildung von Fachkräften der Sozialen Arbeit ist Medienpädagogik mittlerweile an vielen Ausbildungsstätten curricular verankert und es gibt eine Vielzahl an praxiserprobten Ansätzen. Schon allein dieser Umstand macht die Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnereinrichtungen interessant.
Darüber hinaus ist die Entwicklung zu beobachten, dass in den vergangenen Jahren verstärkt auch (Medien-)Unternehmen Beiträge zur Förderung von Medienkompetenz (insbesondere von Kindern und Jugendlichen) bereitgestellt haben. Teils treten sie dabei auch als außerschulische Partner für die Zusammenarbeit mit Schulen auf, indem sie Materialien oder Projekte für die Durchführung an Schulen anbieten.

Zum Stand der Umsetzung der Medienbildung in Schulen, zu Haltungen der Lehrkräfte und zu Modellprojekten, die neue Ansätze der Medienbildung an Schulen etablieren sollen, liegen eine Reihe von Studien (vgl. u. a. Breiter et al. 2010; Breiter et al. 2013; atene KOM GmbH 2014; Deutsche Telekom Stiftung 2015, Kammerl et al. 2015) vor. Dagegen findet die Frage der Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Akteuren der Medienbildung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bislang vergleichsweise wenig Beachtung. Kooperationen zur Medienbildung finden allenfalls im Rahmen von Ganztagsangeboten als ein Angebot unter anderen Beachtung (vgl. Holtappels et al. 2005; Konsortium der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) 2016).

In der vorliegenden Studie standen die Formen der Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Akteuren der Medienbildung, die jeweiligen Zielstellungen und Schwerpunkte sowie Herausforderungen und Erträge der Zusammenarbeit im Fokus. Dabei wurden auch rechtliche, bildungspolitische und institutionelle Rahmenbedingungen auf ihre Relevanz für die Gestaltung von Bildungspartnerschaften zwischen Schule und außerschulischen Akteuren hin analysiert.

Die Studie wurde vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit dem JFF – Institut Jugend Film Fernsehen Berlin-Brandenburg umgesetzt und ist im Rahmen eines Auftrags durch die FSM – Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. entstanden. Unterstützt wurde das Vorhaben durch die EU-Initiative Klicksafe, die Auerbachstiftung sowie Google Deutschland.

Der geringen wissenschaftlichen Betrachtung der Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Akteuren der Medienbildung steht ein breites Spektrum an unterschiedlichen außerschulischen Akteuren gegenüber, die mit Schulen im Bereich der Medienbildung zusammenarbeiten und damit auch Einfluss darauf haben, wie Medienbildung an Schulen gestaltet wird. Zu den außerschulischen Partnern zählen insbesondere öffentliche Einrichtungen, freie Träger, Unternehmen sowie freie Medienpädagogen, die im Bereich der Medienbildung aktiv sind. Es gibt aber nicht nur eine Fülle von außerschulischen Partnern, sondern auch unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Und es liegt nahe, dass die Art und Weise der Zusammenarbeit einen Einfluss darauf hat, wie Medienbildung realisiert wird.

Eine ausführliche Darstellung findet sich in der Langfassung der Studie

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