Eine Vielzahl an Angeboten, die unterschiedlichen Zielstellungen der Medienbildung und Medienkompetenzförderung zugeordnet werden, steht der Einschätzung gegenüber, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten überhaupt davon ausgeht, dass mit einem gemeinsamen Verständnis von Medienbildung und Medienkompetenz gearbeitet wird.

Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten geht zudem davon aus, dass mit einem gemeinsamen Verständnis von Medienbildung und Medienkompetenz gearbeitet wird (52 % der Befragten der Gesamtstichprobe der Onlinebefragung). Die restlichen Befragten bewerten dies neutral (21 %) oder mit negativen Ausprägungen (27 %).

Damit geht immerhin ein Viertel der Befragten davon aus, dass es kein gemeinsames Verständnis über den Gegenstand der Zusammenarbeit gibt.

Unterschiedliche Vorstellungen können dabei unproblematisch sein, wenn sich die Partner in der Zusammenarbeit ergänzen können.

Jedoch wird in den Experten-Befragungen deutlich, dass auch im Verständnis von Medienbildung bzw. von Medienkompetenz Hürden für die Zusammenarbeit liegen.

Solche unterschiedlichen Vorstellungen werden beispielsweise im Zusammenhang mit den an Schulen etablierten sog. Handyverboten thematisiert: Diese Verbote hätten demnach in den Schulen zu der Vorstellung geführt, dass mobile Kommunikation und damit verbundene Chancen und Herausforderungen kein Gegenstand der schulischen Bildungsarbeit seien und wenn doch, dann primär unter einer Problemperspektive thematisiert würden. An diesem Beispiel wird deutlich, dass unterschiedliche Vorstellungen von Medienkompetenz weniger auf der operationalisierten verallgemeinerten Ebene der Zieldimensionen als in der Übertragung auf konkrete Phänomene der mediatisierten Lebenswelt bestehen und für die Arbeit relevant werden.

Zugleich wird in den Interviews mit Experten die gegenseitige Ergänzung als ein Mehrwert und Ertrag der Zusammenarbeit betont. Ein Austausch wäre damit ein wichtiges Wesensmerkmal einer Partnerschaft im Vergleich zu reinen Angeboten außerschulischer Partner an Schulen.

Die Angebotsformen in der Zusammenarbeit von außerschulischen Akteuren und Schulen decken ein breites Spektrum ab, bei dem Schüler, Lehr- und Fachkräfte und/oder auch Eltern als Zielgruppe adressiert werden.

In den verschiedenen Konstellationen werden einige Aspekte häufig betont. Diese inhaltlichen Kernbereiche der Zusammenarbeit sind:

  • Fragen des sicheren Umgangs mit neuen Technologien und Ziele es erzieherischen Jugendmedienschutzes, wie z.B. die Bewusstseinsbildung bei den Schülern hinsichtlich eines sicheren Umgangs mit neuen Medientechnologien
  • das Aufklären über Medienwirkungen (Film, Nachrichten) und spezifische Gefahren sowie
  • der Erwerb von Fähigkeiten zur eigenständigen und kreativen Produktion von Medien durch Eigenproduktionen in der Projektarbeit (hauptsächlich in den Konstellationen Netzwerk und Kleingruppe)

Überwiegend werden zeitlich befristete Angebote durchgeführt.

Durchführungszeitpunkte der Zusammenarbeit nach Konstellation

Sichtbar wird, wie vielfältig die Formen der Zusammenarbeit in der Konstellation der Netzwerke im Vergleich zu den Stern-Konstellationen sind. Daraus ergibt sich keinesfalls eine inhaltlich qualitative Aussage zu den Angeboten, die in Stern-Konstellationen durchgeführt werden. Allerdings wird deutlich, dass die Verankerung der Arbeit in der Schule über verschiedene Angebote gerade bei den Netzwerken stärker ist.

Eine ausführliche Darstellung findet sich in der Langfassung der Studie

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