Um die aktuellen Entwicklungen der Medienbildung in der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Akteuren aufgreifen zu können, wurden in der Studie Medienbildung und Medienkompetenzförderung in Anlehnung an das Positionspapier der Länderkonferenz MedienBildung »Kompetenzorientiertes Konzept für die schulische Medienbildung« von 2015 (Länderkonferenz MedienBildung 2015) gefasst, da hier die Grundidee verfolgt wird, bestehende Konzepte aufzugreifen und zu systematisieren. In diesem Sinne werden die Konzepte Medienkompetenz und Medienbildung wie folgt in Verbindung gesetzt:

Medienkompetenz wird als unverzichtbare Kulturtechnik beschrieben, »deren Erwerb insbesondere durch eine verbindliche, grundlegende und systematische schulische Medienbildung sichergestellt werden muss.« (Länderkonferenz MedienBildung 2015)

Zudem betont das Konzept die Notwendigkeit, Medienkompetenz in ihren verschiedenen Dimensionen zu berücksichtigen, die von dem Bewusstsein für die Bedeutung von Medien für die Weltwahrnehmung und -aneignung, dem Verständnis für mediale Angebote und Gestaltungsformen, medienethischen Fragen der Medienkritik bis hin zur aktiven und kreativen Gestaltung von Medien mit dem Ziel der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe reichen. Neben den in diesem Konzept entwickelten Dimensionen von Medienkompetenz wurde in der empirischen Arbeit der Studie auch die Konzeption von Gerhard Tulodziecki einbezogen, die neben vielen Handlungskonzepten in der Schule z. B. auch im Positionspapier der GMK »Medienbildung nachhaltig in der Schule verankern!« (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) 2011) eine zentrale Stellung einnimmt.

Als Hintergrundverständnis der Studie und Bezugspunkt der Interpretation wurde der Medienkompetenzbegriff nach Schorb und Wagner (vgl. Schorb, Wagner 2013) zugrunde gelegt. Demnach meint Medienkompetenz eine »Befähigung zur souveränen Lebensführung in einer mediatisierten Gesellschaft.« (Schorb, Wagner 2013, 18)

Querliegend zu den im Konzept der Länderkonferenz entwickelten Dimensionen beschreiben Schorb und Wagner erstens das Wissen um Strukturen und Funktionen sowie instrumentelle Fertigkeiten (gebündelt als Wissensdimension) und zweitens »die Fähigkeiten zur Analyse und Beurteilung der Strukturen und Angebote sowie des eigenen Handelns nach ästhetischen und ethisch-sozialen Kriterien« (Schorb, Wagner 2013, 18) lediglich als Basis für einen souveränen Umgang mit Medien. Medienkompetenz zeichnet sich darüber hinaus dadurch aus, dass mediale Symbolsysteme selbstbestimmt eingeordnet werden können (Orientierungsfähigkeit), um mit Medien »am sozialen, kulturellen und politischen Leben partizipieren und es aktiv mitgestalten zu können« (Schorb, Wagner 2013, 18) (Handlungsdimension). Aus diesem grundgelegten Verständnis von Medienkompetenz leitet sich ab, dass der rein didaktische Einsatz von Medien sowie aufschließlich auf Fertigkeiten ausgerichtete Angebote (z. B. ein 10-Finger-Tastatur- Schreibkurs) als Einzelangebote den Anspruch an eine systematische Entwicklung von Medienkompetenz nicht einlösen. Medienbildung bezeichnet im Rahmen dieses Forschungsprojekts damit insbesondere solche pädagogischen Ansätze, bei denen es im Sinne der Entwicklung und Förderung von Medienkompetenz darum geht, dass Schüler einen selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Umgang mit Medien erlangen.

Eine ausführliche Darstellung findet sich in der Langfassung der Studie

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