Zeitbedarf: ca. 50 – 70 Min.

Aufgabe

Diskussion von kritischen Punkten der Handynutzung

Lernziel

Schüler_innen legen gemeinsam fest, welches Verhalten in Bezug auf Handys/Smartphones sie für (un-)angemessen halten.
Sie erkennen, dass diese Werte sich im Wandel befinden und von verschiedenen Gruppen unterschiedlich bewertet werden (fakultativer Zusatz).

Ablauf

Phase 1: Sammlung von diskussionswürdigen Punkten (ca. 20 Min.)

Zunächst werden einzelne Punkte gesammelt. Die Schüler_innen werden gebeten, alleine oder zu zweit Zettel oder Karten zu beschriften, indem sie den folgenden Satz vollenden:

  • Ich finde, es gehört sich nicht, mit dem Handy oder Smartphone …

Auf jeder Karte soll ein Punkt genannt sein. Es können auch mehrere Karten ausgefüllt werden, allerdings sollten die Schüler_innen dann zu dritt oder viert arbeiten, sodass nicht mehr als insgesamt ca. 25 Antworten zusammenkommen.

Alle Karten werden nun an einer Pinnwand gesammelt. Thematische Überschneidungen sind sehr wahrscheinlich, sodass Karten thematisch sortiert bzw. übereinander gepinnt werden können.

Phase 2: Abstimmung mit Punktekleben (ca. 15 Min.)

Jede Schüler_in bekommt nun Klebepunkte in rot, gelb und grün. Je nach Anzahl der Antwortkarten sollten ca. drei Punkte in jeder Farbe pro Schüler_in eingeplant werden. Sie sollen nun einzelne Aussagen nach dem Ampelsystem bewerten:

  • Ampel-Frage: Gehört sich das?
    • Rot = „Das geht überhaupt nicht!“
    • Gelb = „Es kommt drauf an …“
    • Grün = „Das ist okay – kein Problem für mich.“

Dabei müssen nicht von jeder Person alle Aussagen beurteilt werden. Es reicht, die 3 mal 3 Punkte nach eigenen Interessen zu verteilen.

Das Gesamtbild wird anschließend gemeinsam begutachtet. Dafür können folgende Fragen leitend sein:

  • Welche Aussagen haben viele grüne Punkte bekommen?
  • Welche Aussagen haben viele rote Punkte bekommen?
  • Welche Aussagen haben viele gelbe Punkte bekommen?
  • Welche Aussagen haben sowohl grüne wie auch rote Punkte erhalten, sind also umstritten?

Die eindeutig grün oder rot bepunkteten Aussagen werden als erstes Ergebnis dokumentiert.

Phase 3: Worauf kommt es an? (ca. 15 Min.)

Jetzt geht es um die Karten, die entweder umstritten (grün und rot) oder mit vielen gelben Punkten markiert sind. Diese Aussagen werden in Arbeitsgruppen von je 3 bis 4 Schüler_innen verteilt. Sie sollen die gelbe Wertung („Es kommt drauf an …“) weiter bearbeiten, indem sie Antworten auf die Frage: „Worauf kommt es an?“ diskutieren.

Dafür wird pro Aussage ein großer Papierbogen (DIN A3 oder Flipchart) verteilt. Der Bogen wird im Querformat verwendet; die Aussage wird oben mittig aufgeklebt oder übertragen. Dann wird der Bogen in eine linke und eine rechte Hälfte unterteilt. In der linken Spalte werden Punkte unter der Überschrift „Das ist okay, wenn …“ formuliert; in der rechten Spalte entsprechend „Das ist nicht okay, wenn …“

In den Kleingruppen muss die allgemeine Aussage also auf konkrete Situationen hin geprüft werden:

  • Unter welchen Umständen ist das okay, unter welchen Umständen gehört sich das nicht?

Die Ergebnisse werden ausgehängt und von den Arbeitsgruppen gegenseitig vorgestellt. Diese Beschreibungen stellen den zweiten Teil der Arbeitsergebnisse dar.

Phase 4: Vergleich mit anderen Zeiten oder Generationen (fakultativ, ca. 20 Min.)

In einer zusätzlichen Arbeitsphase können die erarbeiteten Ergebnisse als Grundlage dienen. Einzelne Aussagen werden ausgewählt und hinsichtlich der folgenden Fragen diskutiert:

  • Generationen: Inwiefern würden eure Eltern oder Großeltern eure Einschätzungen teilen?
  • Vergangenheit: Denkt ihr, dass eine Klasse zu den gleichen Ergebnissen gekommen wäre, wenn sie diese Diskussion vor fünf oder zehn Jahren geführt hätte?
  • Zukunft: Inwiefern werden sich die Einschätzungen möglicherweise verändert haben, wenn man sie in fünf oder zehn Jahren wieder diskutiert?

Phase 4 kann um eine Hausaufgabe erweitert werden. Schüler_innen können die Eltern/Großeltern zu den diskutablen Punkten befragen und die Ergebnisse anschließend in der Klasse einbringen.

Hinweise

Phase 1 kann alternativ zur Sammlung auf Karten auch über ein Unterrichtsgespräch erfolgen, bei dem die Lehrkraft die genannten Punkte auf einem Plakat festhält.
Das Materialblatt_Handy_03 Materialblatt_Handy_03 enthält viele Beispiele für Aussagen. Diese können auch von der Lehrkraft eingebracht werden.

Die eindeutigen Aussagen, die das Ergebnis von Phase 2 bilden, können auch als Regeln für das Miteinander der Schüler_innen festgehalten werden, falls die Punkte nicht schon durch eine Klassen-/Haus-/Schulordnung festgelegt sind (oder dieser widersprechen). In der letzten Unterrichtseinheit im nachfolgenden Modul sind weitere, detailliertere Vorschläge zur Ausarbeitung gemeinsamer Regeln enthalten.

Unter http://eetiquette.de sind „101 Leitlinien für die digitale Welt“ gesammelt, die sich nach Schlagworten wie z.B. „Mobiltelefon“, „SMS“ oder „Rechtschreibung“ durchsuchen lassen. Die meisten Aussagen eignen sich aber eher für ältere Schüler_innen ab ca. 16 Jahren.

Materialien