Einleitung

Programmieren wird häufig als die Sprache des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Ob man so weit gehen möchte oder nicht: Klar ist, wer programmierten Code versteht, kann die elektronische Welt um sich herum besser deuten – und sie mitgestalten. Das Erlernen zumindest grundlegender Eigenschaften von Programmierlogik hilft, die uns umgebenden „Blackboxes“ – also Systeme, die man nicht einsehen kann – zu dekodieren, und erlaubt es, Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Das ist nützlich, denn immer mehr Eigenschaften unserer Geräte verschwinden in Software-Umgebungen, haptische Funktionen wie z.B. Schalter sind oft nicht mehr sichtbar. Der Einstieg in die Art des Denkens und Umsetzens, die dem Programmieren innewohnt, kann nicht früh genug gefördert werden. Gleichzeitig sollte man nicht davon ausgehen, dass diese Logik allen gleichermaßen liegt. So zählt Programmieren eher nicht zu den grundlegenden, verpflichtenden Kulturtechniken, sondern sollte vielmehr als wichtiger Zugang zur Welt verstanden werden, der explizit gefördert werden muss.

Dazu gibt es mittlerweile zahlreiche Werkzeuge, die den Einstieg erleichtern – z.T. schon mit didaktischen Übungen und Unterstützung für den Lehr- und Lernprozess. Die folgende Auswahl konzentriert sich auf kostenlose und freie Angebote, die sofort zugänglich und einsatzbereit sind. Diese Werkzeuge sind eher als Bildungsumgebungen zu verstehen denn als echte Werkzeuge – sie helfen Einsteigern dabei, erste Schritte im neuen Feld zu unternehmen. Um dann wirklich zu programmieren, bedarf es anderer Umgebungen – oder einfach nur Text. Im Gegensatz dazu setzen die Bildungsumgebungen eher auf visuelle Bedienung und simulierte Resultate statt auf „echte“ Umsetzung der Ergebnisse, um einen einfachen Einstieg und schnelle Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. So wird also eher eine virtuelle Schildkröte animiert, anstatt tatsächlich einen Roboter in Bewegung zu versetzen. Es empfiehlt sich auch in diesem Themengebiet, möglichst lebensweltnahe Beispiele zu verwenden und Anwendungen zu bauen, die einen Bezug zur Alltagswelt der Schüler_innen aufweisen. Je nach Bildungsumgebung können komplexere Szenarien entwickelt werden, es kann in Teams zusammengearbeitet werden, die eigenen Ergebnisse können gespeichert und für die spätere Weiterarbeit aufbewahrt werden.

Beispiele

Open Roberta Lab

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Mit der Online-Entwicklungsumgebung Open Roberta Lab können LEGO Mindstorms EV3 Roboter direkt über den Browser auf dem PC oder Tablet… weiterlesen »
Mozilla Webmaker

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Mozilla Webmaker ist eine Sammlung von Software-Tools, die einen einfachen Einstieg in die Web-Gestaltung ermöglichen. Die vier aktuell angebotenen Werkzeuge… weiterlesen »
MIT App Inventor

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Der MIT App Inventor ist eine Entwicklungsumgebung (siehe Glossar), um Apps für Android zu entwickeln. Das Programm funktioniert browserbasiert, d.h.… weiterlesen »
Scratch

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Scratch ist eine visuelle Programmiersprache, die für den Einsatz in Bildungskontexten mit Kindern entwickelt wurde. Die Einarbeitung ist sehr simpel,… weiterlesen »