Beschreibung

LibreOffice Writer bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten, in denen hauptsächlich Texte gestaltet und strukturiert werden müssen: Berichte, Dokumentationen, Lebensläufe und Bewerbungsschreiben. Neben der allgemein üblichen Arbeit mit Formatierungen kann mit Formatvorlagen gearbeitet werden, mit denen Formatierungen global bearbeitet und zugewiesen werden. Für umfangreichere Arbeiten gibt es automatisierte Inhaltsverzeichnisse und die komfortable Einbindung von Quellenangaben. In die Dokumente können Bilder eingebunden und mit grundlegenden Funktionen wie Helligkeit, Kontrast usw. manipuliert werden.

LibreOffice befindet sich in intensiver Entwicklung, die durch die The Document Foundation koordiniert wird. Deswegen existieren insgesamt drei Hauptprogrammversionen (mit Stand Mitte 2016: 3.x, 4.x, 5.x). Die Entwicklungszweige stehen jeweils für einen deutlich umfangreicheren Funktionsumfang von Writer bzw. des LibreOffice-Pakets. Frühe Programmversionen (wie z.B. 5.01) erhalten in kurzer Folge Updates vor allem zur Fehlerbehebung. Alle drei großen Entwicklungszweige sind gut im Unterricht nutzbar. Die zusätzlichen Funktionen der Versionen 4.x und 5.x sind im Hinblick auf die Vermittlung von Anwendungskompetenzen nicht erforderlich. Mit Stand Mitte 2016 kann eine Empfehlung für die Version 4 gegeben werden, die stabil funktioniert und unter dem Entwicklungsaspekt als ausgereift gilt.

Einsatzmöglichkeiten in der Schule

Die Software eignet sich für alle schulischen Bereiche und Fächer. Für den Austausch von Dokumenten, die nicht mehr bearbeitet werden müssen, ist eine Exportfunktion in das PDF-Format integriert. Damit können auch elektronisch ausfüllbare Formulare auf der Schulhomepage hinterlegt werden.

Hervorzuheben ist, dass es für Writer redaktionell betreute Unterrichtsmaterialien gibt, die z.B. für die Vorbereitung der Prüfung des Europäischen Computerführerscheins ECDL genutzt werden können.

Ein wesentlicher Schritt zur Nutzung von Writer im Unterricht ist die Wahl und Entscheidung für eine Programmversion. Damit ist gewährleistet, dass sich für alle die Menüpunkte am selben Ort befinden und es keine Abweichungen gibt. Das erleichtert die Vermittlung der einzelnen Funktionen. Zu beachten ist, dass sich auch die Hilfeseiten auf bestimmte Programmversionen zu beziehen und neuere in der Regel weniger detailliert dokumentiert sind.

Erste Schritte

Beispiel 1 Seite formatieren
Für Dokumente gelten unterschiedliche Formatierungsvorschriften bzw. -empfehlungen. Im Folgenden soll eine Seite, wie sie z.B. in einem Aufsatz, einer Beschreibung oder einer schriftlichen Dokumentation verwendet wird, mit definierten Rändern, einer Kopfzeile mit dem Titel der Arbeit und dem Namen sowie einer Seitenzahl versehen und eine Schriftart festgelegt werden.

Die Formatierungsfunktionen sind im Menü „Format“ zu finden. Dort wählt man zunächst „Seite“ aus. Voreingestellt ist das gängige Papierformat DIN A4. Unter dem Menüpunkt „Seitenränder“ werden die entsprechenden Werte eingestellt.

Vor allem bei mehrseitigen Dokumenten empfiehlt sich das Einfügen des Schülernamens, da beim Ausdruck die Seiten sonst nur schwer zuzuordnen sind. Dazu wählt man im Menü den Punkt „Einfügen“ und „Kopfzeile“ aus. Die Auswahl „Alle“ ist passend, solange man keine separate Titelseite einfügt. Nach dem Auswählen kann man direkt in die Kopfzeile schreiben – die Informationen werden auf allen Seiten angezeigt. Möchte man später diese Eingaben ändern, klickt man in den Kopfzeilenbereich einer Seite über dem Stammtext.

Zur Einfügen einer Seitenzahl wiederholt man den Vorgang mit „Einfügen“ einer „Fußzeile“. Befindet sich der Cursor im Fußzeilenbereich, klickt man erneut den Menüpunkt „Einfügen“ und dann „Feldbefehl“: Aus den verschiedenen Optionen wählt man nun „Seitennummer“. Sollen Kopf- oder Fußzeile formatiert werden, geschieht das wiederum über den Menüpunkt „Format“ und „Seite“ und die Wahl der Registerkarte „Kopfzeile“ bzw. „Fußzeile“.

Alle Eigenschaften der Schrift werden über den Menüpunkt „Format“ und „Zeichen“ festgelegt.

Die genannten Einstellungen beeinflussen das aktuell verwendete Dokument. Sollen bestimmte Formatfunktionen voreingestellt und bei jedem Dokument zur Verfügung stehen, wählt man unter „Format“ die „Formatvorlagen“ (auch mit der Funktionstaste F11) und ändert dort mit einem Rechtsklick die Einstellungen der Formatvorlage „Standard“.

Beispiel 2 Speichern als DOC
Bei der Verwendung von LibreOffice kommt es in der Schule nicht selten zu Kompatibilitätsproblemen, die jedoch einfach zu beheben sind. Sie beruhen auf der Verwendung von nicht standardisierten bzw. dokumentierten Dokumentformaten. Um Komplikationen beim Dokumentenaustausch zu minimieren, empfiehlt sich die Verwendung des älteren DOC-Formates, das mit Microsoft Office populär wurde. Dazu wählt man nach Erstellen eines Dokumentes den Menüpunkt „Datei“ und „Speichern unter“. Statt der Voreinstellung „Alle Formate“ entscheidet man sich für die Option „Microsoft Office 97-2003“ und die zugehörige Dateiendung „DOC“. Im schulpraktischen Alltag sind damit nur geringste Einschränkungen verbunden, die einzelne Formatierungseinstellungen betreffen, aber deutlich von den Vorteilen überwogen werden: Auch Nutzer*innen älterer Microsoft-Produkte können dieses Format problemlos lesen und bearbeiten.

Beispiel 3 Export als PDF
Sollen Dokumente (z.B. schulinterne Mitteilungen im Mailverkehr) zunächst nicht weiter bearbeitbar sein, empfiehlt sich das PDF-Format, das auch von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets sehr gut unterstützt wird.

Für den PDF-Export wird im erstellten Dokument unter dem Menüpunkt „Datei“ „Exportieren als PDF“ ausgewählt, eine Funktion, die in allen Programmen des LibreOffice-Paketes zur Verfügung steht. Die Voreinstellungen sind in der Regel ausreichend. Die häufiger benutzte Funktion, nur bestimmte Seiten zu exportieren, findet sich unter „Bereich“.

PDF-Dokumente werden häufig auf Schulhomepages als Download zur Verfügung gestellt. Standardmäßig speichert Writer die Benutzerdaten im PDF-Dokument. Um diese Funktion zu deaktivieren, wählt man unter dem Menüpunkt „Datei“ die „Eigenschaften“ und entfernt das Häkchen bei „Benutzerdaten verwenden“ auf der Registerkarte „Allgemein“.

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