Wesentliche Funktionen

Explain Everything ist eine App, um einfach Präsentationen zu erstellen und damit Themen erklären zu können. Auf einer freien Fläche können Formen, Zeichnungen, Fotos, Videos, Sounds usw. arrangiert und in “Folien” aufgeteilt werden. Alle Gegenstände lassen sich beliebig anordnen, Texte können hinzugefügt, Pfeile und andere Formen können eingebaut werden, um auf bestimmte Punkte besonders aufmerksam zu machen. Man kann sich die App ähnlich wie PowerPoint vorstellen – eine freie Fläche wird mit Grafiken und Fotos gestaltet, mit erläuternden Texten versehen und Videos und Formen ergänzt. So kann Folie per Folie ein ganzer Vortrag vorbereitet werden.

Einsatzmöglichkeiten in der Schule

Von Lehrer_innen können zur Unterrichtsvorbereitung spannende Präsentationen erstellt werden, die den Einstieg in ein Unterrichtsthema erleichtern. Außerdem können auch eigene verbale Hinweise live aufgezeichnet werden. Dieses Paket kann dann als Selbstlerneinheit sowohl für den Unterricht als auch für zu Hause an die Schüler_innen verteilt werden. So lässt sich beispielsweise ein komplexer mathematischer Sachverhalt grafisch und Schritt für Schritt darstellen. Im Unterricht wird dieser per Beamer visualisiert und gleichzeitig bekommen die Schüler_innen eine Version mit Erklärung der Lehrkraft als Video zur Verfügung gestellt.

Auch Schüler_innen können mit Explain Everything aktiv werden, indem sie eigene Präsentationen zu einem Thema erstellen, ihre Erklärungen aufzeichnen und so Wissen und Inhalte für ihre Klasse oder als Lernzielkontrolle aufbereiten. Dies kann sowohl in Gruppen als auch in Einzelarbeit geschehen, im Projektunterricht oder als Hausaufgabe. Die Lernfortschritte können somit auch multimedial nachvollzogen und gesammelt werden. So kann ein breites Spektrum an Inhalten auch für nachfolgende Klassen oder Gruppen aufgearbeitet und die Schüler_innen aktiv in deren Erstellung eingebunden werden.

Die ersten Schritte mit Explain Everything

Die Anwendung von Explain Everything ist recht simpel und stellt für Schüler_innen keine große Herausforderung dar. Typische Menü- und Navigationsstrukturen, wie sie es von anderen Apps gewohnt sind, werden eingesetzt. Auch die verwendete Symbolik erleichtert die Anwendung der App. Mit dem “+”-Zeichen in der linken oberen Ecke lassen sich neue Projekte bzw. Präsentationen anlegen und mit verschiedenen Farbvorlagen versehen. Danach öffnet sich eine große Fläche, die sich gestalten lässt. Am linken Rand sind die Tools für die Bearbeitung dargestellt, am unteren Rand die Steuerungselemente für die Bedienung und Erstellung weiterer Folien, für die Aufzeichnung und die Veröffentlichung.

Die meist eindeutigen Symbole reichen von einem Stift zum Malen über ein “+”-Zeichen für die Einbettung externer Inhalte wie Bilder, Videos, Webseiten, Schrift (“A”-Zeichen) sowie Laserpointer (Fadenkreuz-Symbol). Mit dem Pfeiltasten-Symbol lassen sich Inhalte an andere Stellen bewegen.

Ist eine Folie fertig gestaltet, kann mit dem “+”-Zeichen am unteren Rand eine weitere Folie erstellt werden. Mit den Links/Rechts-Zeichen kann zwischen den Folien umgeschaltet werden.
Um die Folienerstellung oder das fertige Produkt als Video aufzuzeichnen, dient das Record-Symbol (roter Kreis); die Aufzeichnung kann auch pausiert oder nochmals angesehen werden.

Rechts unten lässt sich ein einzelnes Bild oder der ganze Film exportieren (z. B. auf YouTube), das Projekt speichern sowie zurück ins Hauptmenü navigieren.

Tipps und Hilfe

Es sind zahlreiche Video-Tutorials verfügbar, die den Umgang mit der App anschaulich erklären. Diese sind nur online (auch per Direktzugriff aus der App) verfügbar. Eine schriftliche Hilfe ist offline verfügbar: Auch hier werden per Screenshots die wichtigsten Funktionen anschaulich dargestellt.

Methodisch-didaktische Hinweise

Die multimediale Aufarbeitung von Unterrichtsstoff spricht mehrere Sinne und verschiedene Lerntypen an und bietet einen guten Einblick in die Motivation der Schüler_innen. Inhalte können auf unterschiedlichsten Wegen aufbereitet und präsentiert werden, und diese Unterschiedlichkeit wird, anders als bei reinem Text, bei der Arbeit mit Explain Everything deutlich.

Man kann entweder in Ruhe alle Folien vorbereiten, dann den Record-Button drücken, alle Folien durchklicken und dazu sprechen, wie in einem Vortrag. Oder man kann schon während des Erstellens der Folien sprechen und aufnehmen. Man sollte jedoch darauf achten, dass die App nicht nur zur Präsentation von Inhalten als Frontalmethode, sondern ebenso eigenständig durch die Schüler_innen genutzt wird.

Im Unterricht kann Explain Everything sehr gut als Methode der aktiven Medienarbeit eingesetzt werden. Hier gilt es, Schüler_innen mit Hilfe der zahlreichen Funktionen der App Inhalte erschließen und verarbeiten zu lassen. Zu einem bestimmten Thema kann in Gruppenarbeit z. B. Material auf dem iPad gesammelt werden (alternativ kann Material auch analog zusammengestellt und dann durch die Video- oder Fotofunktion des iPads digitalisiert werden). Die Gruppen können das Material dann in kreativer Weise aufbereiten, in sinnvolle Einheiten gliedern, auf Folien darstellen und dann z. B. vor der Klasse per Beamer präsentieren. Diese Präsentation kann durch den Record-Button aufgezeichnet und so auch langfristig gesichert und genutzt werden. Die Präsentationen können dann mit den Schüler_innen reflektiert werden – sowohl hinsichtlich des Auftretens als auch bezüglich der inhaltlichen Umsetzung der Präsentationen.

Hürden bzw. Stolpersteine im schulischen Kontext

Die App bietet mit ihren zahlreichen Möglichkeiten die Gefahr, zu viel Zeit in Form und Umsetzung zu investieren und zu wenig in die Inhalte. Hier sollten die Schüler_innen begleitet werden, um einen guten Kompromiss aus optisch ansprechender Aufbereitung und inhaltlicher Arbeit zu finden. Es gilt jedoch, einen Mittelweg zwischen dem Erproben neuer Präsentationsformen durch die zahlreichen Funktionen der App und einer angemessenen Bearbeitungszeit zu finden. Gleichzeitig sollte es Lernziel sein, zu erkennen, dass nicht jede Präsentationsform jedem Inhalt und für jede Zielgruppe angemessen ist. Dies kann jedoch – beispielsweise bei der Präsentation der Ergebnisse – als Diskussionsanlass zur Wirkung von Medien dienen.

Anregungen nach Unterrichtsfächern
  • Sprachunterricht: Rezensionen er- und vorstellen
  • Geschichte / Ethik / Politik: Quellenpräsentation und -analyse, multimediale Zeitleiste
  • Naturwissenschaften: Forschungsprojekte, Versuchsaufbauten und Versuche visualisieren und dokumentieren
  • Kunst / Musik: Werkschau und Rezensionen
Anregungen nach Einsatzzweck
  • Zusammenfassung von Lerninhalten, Lerntagebuch, Wissen teilen
  • Dokumentation und Ergebnispräsentation
  • Außendarstellung von (Projekt-)Ergebnissen