Wesentliche Funktionen

Photosynth ist eine App zum Erstellen von 360°-Panoramaaufnahmen. Neben den Apps für iOS und Windows Phone steht auch eine Desktop-Software für die Installation auf Windows-Computern zur Verfügung, mit der darüber hinaus das Zusammenfügen von mehreren Panoramaaufnahmen zu begehbaren 3D-Räumen möglich ist.

Photo Sphere ist ebenfalls eine 360°-Panorama-App, die für iOS im App Store heruntergeladen werden kann und auf Geräten ab Android 4.4 Bestandteil der vorinstallierten Kamera-App ist. Die mit Photo Sphere erstellten Panoramen können darüber hinaus in Google Maps bereitgestellt werden, so dass anderen Nutzern die Begehung eines Ortes mithilfe eines Panoramas ermöglicht wird.

Beide Anwendungen erkennen automatisch Umrisse, Gegenstände, Kamerapositionen und -winkel und verknüpfen so einfach mehrere Bilder zu einem zusammengefügten Panorama. Mit dem richtigen Betrachter, z. B. der App selbst oder eingebettete Darstellungen auf Webseiten, kann man sich im Panorama wie in einem Raum bewegen. Über Google Maps kann in den von Nutzer_innen eingestellten Panoramen gestöbert werden.

Einsatzmöglichkeiten in der Schule

Panoramaaufnahmen eignen sich nahezu für jede visuelle Dokumentation und Präsentation von Orten und Gegenständen und sind daher fächerübergreifend geeignet. So können die Apps für virtuelle Rundgänge und Vorstellungen von Orten, Denkmälern oder Gebäuden z. B. im Geschichts-, Politik- oder Kunstunterricht verwendet werden oder für die Präsentation von Landschafts- und Tieraufnahmen in Erdkunde oder Biologie. Diese können sowohl durch Lehrpersonen als auch durch Schüler_innen erstellt werden. Besonders hilfreich ist hierbei die Möglichkeit über Photosynth oder Google Maps gezielt von anderen Anwendern aufgenommene und zur Verfügung gestellte Orte und Objekte zu recherchieren, die dann über die Apps angezeigt werden können. Daneben wären eigene Raumaufnahmen in der Schule beispielsweise zur Planung von Veränderungen gemeinsam mit den Schüler_innen denkbar.

Die ersten Schritte mit Photosynth

Beim Laden der App Photosynth öffnet sich automatisch der Fotobereich. Die Kamera des iPhones, iPads oder Windows Phones erfasst die Umgebung und der Text “Tap to Start” erscheint. Das Objekt oder die Umgebung kann durch Berühren des Bildschirms fotografiert werden – die Aufnahme wird dann auf dem Gerät angezeigt. Vierecke in verschiedenen Farben zeigen an, an welcher Stelle das nächste Foto für eine gute 3D-Optik geschossen werden kann:

  • Grün = Photosynth macht automatisch ein Foto mit der Tracking-Funktion.
  • Gelb = Optional, hier kann selbst entschieden werden, ob ein Foto gemacht werden soll.
  • Rot = Es ist nicht möglich, die Umgebung zu tracken, daher kann kein Foto gemacht werden.

Es gibt keine Vorgaben dazu, wie viele Fotos gemacht werden sollen, grundsätzlich gilt aber: Je mehr Fotos vorhanden sind, desto vollständiger und anschaulicher wird das 3D-Bild letztendlich sein. Auf der rechten unteren Seite kann zu jeder Zeit die Schaltfläche „Finish“ gedrückt werden, um den Aufnahmeprozess zu beenden. Das Panoramabild wird dann erstellt und kann anschließend betitelt und auf Photosynth, Facebook, Twitter, per E-Mail oder Camera Roll mit anderen geteilt werden. Alle Aufnahmen können auch mit der virtuellen Landkarte Bing Maps verknüpft werden. Falls gewünscht, kann ein Benutzer-Account angelegt werden, der den Datentransfer und die Datenbearbeitung auf unterschiedlichen Geräten erleichtert. Aber auch ohne Anmeldung kann die App mit einem Twitter- oder E-Mail-Account verknüpft werden.

Neben der Fotofunktion können Nutzer_innen die Bereiche “Profil” und “Newsfeed” der App nutzen. Das Nutzerprofil zeigt an, wie viele andere Photosynth-Nutzer_innen das eigene Profil liken, dem Profil folgen, und wie vielen und welchen Profilen man selbst folgt. Zusätzlich kann bestimmt werden, unter welcher CC-Lizenz die erstellten Fotos von anderen zu sehen sind.
Im Newsfeed kann man sich die neuesten Panoramafotos von anderen ansehen und diese via E-Mail, Twitter oder Facebook teilen. Mit einem Benutzer-Account können die Fotos auch geliked und kommentiert werden.

Tipps und Hilfe für Photosynth

Rechts oben im Fotobereich der App wird ein “?” eingeblendet. Bei Klick werden hier die wichtigsten Funktionen anschaulich beschrieben und es werden zusätzliche Tipps für gute 3D-Aufnahmen gegeben. Für weitere Projektideen und Anregungen bietet die Photosynth-Website viele Panorama- und 3D-Beispiele.

Erste Schritte mit Photo Sphere

iOS: Beim ersten Aufruf der App Photo Sphere startet eine kleine Tour, die die wesentlichen Funktionen vorstellt. Diese Tour kann jederzeit durch das Aufrufen des Menüpunktes “Tipps” wiederholt werden. Das Menü lässt sich über den Menübutton (Symbol: drei horizontale Striche) aufrufen. Anschließend bzw. bei jedem weiteren Start werden im Startbildschirm entweder zwei in der App abgelegte Beispielpanoramen oder die zuletzt mit der App erstellten Panoramen zur Ansicht angezeigt sowie eine Karte, auf der diese platziert sind, sofern ihnen ein Ort zugewiesen wurde. Dieser Bildschirm entspricht dem Menüpunkt “Galerie”. Um eigene Aufnahmen zu machen, kann die Kamerafunktion über das Kamerasymbol auf dem Galeriebildschirm oder direkt über das Menü geöffnet werden.

  • Android: Die Photo Sphere-Funktion ist Bestandteil der integrierten Kamera-App ab Android 4.4. Ein Wischen zur rechten Seite öffnet die verschiedenen Aufnahmeoptionen, darunter Panorama und Photo Sphere.

Bei der Aufnahme eines Panoramas sollte das Gerät mit der Kamera gerade und direkt vor dem Körper gehalten werden. Auf dem Bildschirm werden ein oranger Punkt sowie ein weißer Kreis angezeigt, ein Dialog fordert dazu auf, die Kamera so zu halten, dass sich der Punkt im Kreis befindet. Sobald dies der Fall ist, wird automatisch das erste Bild ausgelöst. An den Kanten des aufgenommenen Bildes werden nun weitere orange Punkte angezeigt, denen für weitere Aufnahmen gefolgt werden muss. Dabei ist darauf zu achten, dass man auf der Stelle dreht und die Kamera nur leicht neigt, aber auf derselben Höhe hält. Mit dem Zurück-Pfeil können vorherige Aufnahmen rückgängig gemacht werden. Der Stopp-Knopf (weißes Viereck) beendet die Aufnahme und schickt alle bis zu diesem Punkt erstellten Fotos in die Zusammenstellung des Panoramas. Mit dem X-Knopf kann die Aufnahme abgebrochen werden. Eine Ringmarkierung um den Stopp-Knopf zeigt an, wie vollständig die bisherigen Aufnahmen für ein 360°-Panorama bereits sind.

  • iOS: Fertiggestellte Panoramen werden in der App bzw. im Fotoalbum des Gerätes gespeichert, sofern das in den Einstellungen aktiviert wurde. In den Einstellungen der App, aufzurufen über das Menü, lässt sich darüber hinaus festlegen, ob den Panoramen ein Geo-Tag hinzugefügt werden soll, welche Auflösung die Panoramen haben und ob ein Upload nur per WLAN oder auch über mobile Datenverbindungen möglich ist. Ebenfalls im Menü ist eine An- bzw. Abmeldung im Google-Konto möglich.
  • Unter Android können die Einstellungen zum Standort und zur Aufnahmequalität ebenfalls direkt in den Kameraeinstellungen vorgenommen werden (nach rechts wischen > Zahnradsymbol).

Photo Sphere-Aufnahmen, die mit einem Geo-Tag versehen sind, also Standortinformationen beinhalten, können direkt über die App in Google Maps and View bereitgestellt werden (iOS: in Maps veröffentlichen, Android: teilen > auf Google Maps teilen). Dafür ist ein Google-Konto notwendig. Die Veröffentlichung erfolgt mit dem Namen des Google-Kontoinhabers. Veröffentlichungen können in Google Views verwaltet und auch wieder entfernt werden.

Methodisch-didaktische Hinweise

Panoramaaufnahmen animieren zur kreativen Fotografie und laden dazu ein, sich mit Orten auseinanderzusetzen. Im ersten Schritt sollten bekannte Orte fotografiert werden, damit sich die Schüler_innen mit der App vertraut machen können und das Ergebnis mit dem bekannten Ort vergleichen und so etwas über die Funktionsweise, Schwächen und Stärken der App lernen können.

Danach können auch “schwierigere” Themen angegangen werden – im Geschichts- oder Erdkundeunterricht bieten sich Exkursionen zu bekannten Orten an, genauso kann aber auch im Kunstunterricht ein neuer Blick auf Raum entwickelt und dieser bewusst durch Schüler_innen (neu) gestaltet werden. Die Ergebnisse sollten immer wieder in der großen Runde (z. B. per Beamer) gezeigt und diskutiert werden. Besonders gelungene Beispiele können auch auf die Plattform der App geladen werden, um so zu dem wachsenden Archiv von Panorama-Darstellungen von Orten beizutragen und die Arbeit der Schüler_innen zu würdigen.

Hürden bzw. Stolpersteine im schulischen Kontext

Es sollte vor der Arbeit mit den Apps gemeinsam mit den Schülern und ggf. den Eltern festgelegt werden, ob und in welchem Rahmen bzw. unter welchem Namen eine Veröffentlichung der Panoramen in der Photosynth-Galerie bzw. in Google Maps and View erfolgt. Ist keine Veröffentlichung gewünscht, ist darauf zu achten, dass die Einstellungen entsprechend vorgenommen werden.

Anregungen nach Unterrichtsfächern
  • Sprachunterricht: Gegenstandsbeschreibungen bzw. assoziatives, freies Schreiben anhand von Panoramafotografien
  • Geschichte, Ethik, Politik: historische Orte bzw. Denkmäler fotografieren und mit Beschreibungen versehen, Vergleiche von Vergangenheit und Gegenwart bekannter, wichtiger Orte
  • Kunst: Stil- und Epochenkunde anhand von Panoramafotografien aus der nahen Umgebung, Erstellen einer epochalen Landkarte mit wichtigen Gebäuden etc.
Anregungen nach Einsatzzweck
  • Dokumentation und Ergebnispräsentation
  • Erstellung von Themenkatalogen
  • visuelle Aufbereitung von Lerninhalten
  • lebensweltorientiertes Lernen / Einbindung des Sozialraumes in Lernszenarien