Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) hat am 14. November 2025 die neue JIM-Studie vorgestellt. Im Rahmen der jährlichen repräsentativen Untersuchung wurden 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren zu ihrer Mediennutzung befragt. Bereits im Vorjahr beschäftigte sich die Studie auch mit der KI-Nutzung von Jugendlichen, in diesem Jahr liegt auf dieser der Fokus. Es zeigt sich: Immer mehr Jugendliche nutzen bereits KI-Anwendungen, vor Allem ChatGPT (Anstieg der Nutzung um 27 % im Vergleich zu 2024). Hauptsächlich werden KI-Tools zum Lernen oder für Hausaufgaben (74 %) eingesetzt, aber auch um herauszufinden, wie etwas geht (54 %) oder zu privaten Recherchezwecken (70 %) setzen junge Menschen auf Künstliche Intelligenz
KI-Tools als Informationsquelle und zum Lernen
Gerade, was die Informationssuche angeht, hat KI im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen. ChatGPT steht an zweiter Stelle, was die gezielte Suche nach Informationen im Internet angeht. Am meisten genutzt werden weiterhin Suchmaschinen wie Google. Dabei muss beachtet werden, dass Google seit diesem Jahr standardmäßig integrierte KI-Zusammenfassungen anbietet. Es zeigt sich: KI ist bei der Informationssuche und aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Trotzdem bereitet das Thema KI 44 % der Mädchen und 31 % der Jungen sorgen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche verstehen, wie diese Anwendungen funktionieren und frühzeitig einen kompetenten und kritischen Umgang mit KI-Tools erlernen. Das Material zu Machine Learning von Medien in die Schule kann dabei helfen und erste Grundlagen vermitteln, sowie KI-Kompetenzen Heranwachsender stärken:
- Medien in die Schule: Einführung in Machine Learning | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Machine Learning im Alltag | Zeitbedarf: 40-90 Minuten
- Medien in die Schule: Wie arbeiten Suchmaschinen? | Zeitbedarf: 20 Minuten
Selbstregulierung bei der Handynutzung fällt schwer
Das Smartphone ist das beliebteste Endgerät: Im Durchschnitt benutzen Jugendliche es 231 Minuten pro Tag, mit zunehmendem Alter sogar länger. Der Messengerdienst WhatsApp bleibt die mit Abstand beliebteste App, gefolgt von den Social Media-Plattformen Instagram und Snapchat. Insgesamt intensiviert sich die Social Media Nutzung. Im Vergleich zum Vorjahr geben mehr Jugendliche an, die Angebote mehrmals täglich zu nutzen. Die Selbstregulierung bei der Nutzung fällt vielen jedoch schwer. Die Jugendlichen verbringen oft mehr Zeit am Handy als sie geplant haben, und ein Drittel bekommt aufgrund der nächtlichen Handynutzung zu wenig Schlaf. Nur 36 % geben an, ihr Handy regelmäßig bewusst auszuschalten, obwohl weit über die Hälfte (67 %) der Jugendlichen angeben, Zeit ohne ihr Handy zu genießen. Die Unterrichtseinheiten aus der Reihe “Jugendliche Online” regen dazu an, das eigene Mediennutzungsverhalten zu reflektieren und ggf. anzupassen:
- Medien in die Schule: Unterhaltungsangebote | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Dein Medienalltag im Internet | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Soziale Netzwerke, Messenger, Onlinegames | Zeitbedarf: 25 Minuten
Die Sorge vor Krieg und Konflikten ist gestiegen
Die größten Sorgen machen sich die Befragten auch in diesem Jahr um das Weltgeschehen wie politische Entwicklungen und Kriege (41 %). Auch bei den für Jugendliche interessanten Themen steigt das Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich an (2025: 55 %, 2024: 44 %). Freude bereiten hingegen vor Allem persönlich-biografische Entwicklungen und Erfolge wie der Schulabschluss und Studium oder Ausbildung (32 %), sowie Volljährigkeit, Berufseinstieg oder die eigene Wohnung (25 %). Auf die Frage, worauf sie sich freuen konnten, 17 % der jungen Menschen nichts benennen. Der Anteil der Jugendlichen ohne konkrete Vorfreuden ist in jüngerem Alter höher (12-15 Jahre 21 %) und nimmt in der Gruppe der Älteren ab (16-19 Jahre 12 %).
Problematische Internetphänomene weiterhin im Aufwärtstrend
Die Konfrontation mit Desinformation, Hassrede und Verschwörungsideologien hat zugenommen. Der Anteil der Jugendlichen, die noch nie mit diesen Phänomenen in Kontakt gekommen ist, nimmt ab (2024 23 %, 2025 17 %). Mit steigendem Alter steigt auch das Kontaktrisiko. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. So begegneten zum Beispiel zwei Drittel der Jugendlichen „Fake News“ bzw. Desinformation im letzten Monat. Gleichzeitig sind die Kompetenzen im Erkennen von Desinformation gering. So geben beispielsweise nur 35 % an, Deepfakes gut oder sehr gut zu erkennen. Dabei schätzen Mädchen (27 %) ihre Kompetenz deutlich geringer ein als Jungen (42 %). Jugendliche müssen dringender denn je lernen, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.
- TaskCards-Board „Linktipps: Mit Fakten gegen Fakes“
- Medien in die Schule: Abgrenzung von Nachrichtenformaten zu anderen Formaten | Zeitbedarf: 15 Minuten
- Medien in die Schule: Journalistische Darstellungsformen in Nachrichtensendungen – von der Meldung bis zum Kommentar | Zeitbedarf: 20 Minuten
- Medien in die Schule: Kriterien des Pressekodex | Zeitbedarf: 20–45 Minuten
- Medien in die Schule: Deine Kriterien für Glaubwürdigkeit | Zeitbedarf: 25 Minuten
- Medien in die Schule: Merkmale von Desinformation | Zeitbedarf: 30–45 Minuten
- Medien in die Schule: Überprüfungsmöglichkeiten von Desinformation | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Ideen für einen Umgang mit Desinformation | Zeitbedarf: 20 Minuten
- weitklick: Videoreihe „Mehr Durchblick mit…“ | Zeitbedarf: 2–4 Minuten pro Video
Für Klassen mit Schüler*innen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sowie sonderpädagogischen Förderschwerpunkten kann das neue Unterrichtsmaterial zum Thema Desinformation in Leichter Sprache eingesetzt werden:
- Medien n die Schule: Übungen in Leichter Sprache: Wie kannst du falsche Informationen im Internet erkennen? | Zeitbedarf: 90 Minuten
Fast die Hälfte der Befragten gab an, in Kontakt mit Hassbotschaften und Verschwörungsideologien gekommen zu sein. Dieser Trend setzt sich aus den vergangenen Jahren fort. Online persönlich angegriffen wurden 10 % der Befragten und ein Drittel berichtet, mitbekommen zu haben, wie jemand aus dem eigenen Bekanntenkreis online angegriffen wurde. Mit den folgenden Materialien können sich Schüler*innen mit Hate Speech auseinandersetzen und sich Strategien aneignen, um besser mit solchen Vorfällen und Inhalten umzugehen. Außerdem lernen sie, Verschwörungsideologien zu erkennen sowie zu verstehen, wie Hatespeech und Verschwörungsideologien zusammenhängen:
- Medien in die Schule: Erscheinungsformen problematischer Inhalte und Verhaltensweisen im Netz | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Was ist Hate Speech? | Zeitbedarf: 20 Minuten
- Medien in die Schule: Wie kann ich mit Hate Speech umgehen? | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Zusatzeinheit: Antisemitismus online | Zeitbedarf: 45-90 Minuten
- Medien in die Schule: Was ist eine Verschwörungstheorie? | Zeitbedarf: 135 Minuten
In den Einheiten zur Online-Kommunikation entwickeln Schüler*innen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Cybermobbing und lernen Unterstützungsangebote kennen. Außerdem stellen sie gemeinsam Regeln für Gruppenchats auf:
- Medien in die Schule: Cybermobbing: Erste-Hilfe-Maßnahmen | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Für ein respektvolles Miteinander: Regeln für den Gruppen-/Klassenchat | Zeitbedarf: 30 Minuten