Der Jugend-Internet-Monitor liefert einen umfassenden Überblick darüber, welche sozialen Netzwerke und Online-Plattformen von Jugendlichen in Österreich genutzt werden und welche Entwicklungen sich im digitalen Verhalten der 11- bis 17-Jährigen abzeichnen. Die jährlich erhobene, repräsentative Studie von Saferinternet.at, dem Safer Internet Center für Österreich, zeigt für das Jahr 2026 einen deutlichen Wandel: Während die Nutzung klassischer Social-Media-Plattformen spürbar zurückgeht, gewinnen KI-gestützte Chatbots massiv an Bedeutung. Laut der Erhebung nutzen 94 Prozent der Jugendlichen Chatbots, was als zentrale Ursache für den Rückgang der Social-Media-Nutzung gesehen wird.
Social Media Nutzung
Die beliebtesten Apps bleiben trotz allgemeiner Rückgänge dieselben: WhatsApp liegt mit einer Nutzung von 82 Prozent weiterhin an der Spitze, gefolgt von YouTube (76 Prozent). Snapchat wird von 65 Prozent der Jugendlichen genutzt, TikTok und Instagram jeweils von 64 Prozent, und Microsoft Teams von 31 Prozent. Alle großen Plattformen verlieren im Vergleich zum Vorjahr zwischen vier und neun Prozentpunkten. Die Studie zeigt außerdem, dass Jugendliche Inhalte zunehmend passiv rezipieren. Die algorithmisch gesteuerte Ausspielung von Inhalten verdrängt dabei das gezielte Verfolgen selbst ausgewählter Creator*innen.
Mit dem Medien in die Schule Material „Jugendliche online” können junge Menschen ihre Internetnutzung reflektieren. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Nutzungsverhalten ermöglicht selbstbestimmte und kompetente Medienerfahrungen:
- Medien in die Schule: Dein Medienalltag im Internet | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Soziale Netzwerke, Messenger, Onlinegames | Zeitbedarf: 25 Minuten
- Medien in die Schule: Unterhaltungsangebote | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Deine Medientrends? | Zeitbedarf: 15 Minuten
Geschlechterspezifische Unterschiede
Geschlechterspezifische Unterschiede in der Nutzung großer Social-Media-Plattformen sind 2026 kaum noch ausgeprägt. Unterschiede zeigen sich jedoch auf spezialisierten Plattformen: Discord wird von 28 Prozent der Jungen, aber nur 5 Prozent der Mädchen genutzt. Ähnlich verhält es sich bei Twitch (23 Prozent Jungen gegenüber 5 Prozent Mädchen). Auf der Spieleplattform Roblox gleichen sich die Werte stärker an (25 Prozent Jungen gegenüber 21 Prozent Mädchen). Pinterest weist ein umgekehrtes Geschlechterverhältnis auf und wird deutlich häufiger von Mädchen (55 Prozent) als von Jungen (8 Prozent) genutzt. Ähnliches gilt für Reddit (14 Prozent Jungen gegenüber 3 Prozent Mädchen) sowie für X/Twitter (12 Prozent Jungen gegenüber 4 Prozent Mädchen).
Unzufriedenheit mit digitalen Angeboten
Neben den quantitativen Entwicklungen macht die Studie auch qualitative Trends sichtbar. Viele Jugendliche berichten von einem „Sättigungsgefühl“ gegenüber digitalen Angeboten. Sie kritisieren die wachsende Menge an Werbung, die zunehmende Ähnlichkeit der Inhalte über verschiedene Plattformen hinweg sowie die Konfrontation mit belastenden Inhalten und Hasskommentaren. Diese Entwicklung passt zu der generell rückläufigen Social-Media-Aktivität Heranwachsender.
Für Jugendliche ist es wichtig, dass wenn sie online auf belastende Inhalte treffen, sie mit diesen nicht allein gelassen werden. Das Erlebte einzuordnen sowie Umgangsstrategien zu entwickeln und Anlaufstellen kennenzulernen ist dabei von zentraler Bedeutung. Passendes Material für den Unterrichtfinden Sie nachfolgend:
- Medien in die Schule: Erscheinungsformen problematischer Inhalte und Verhaltensweisen im Netz | Zeitbedarf: 30 Minuten
- Medien in die Schule: Was ist Hate Speech? | Zeitbedarf: 20 Minuten
- Medien in die Schule: Wie kann ich mit Hate Speech umgehen? | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medienradar: Dossier Hate Speech
Verändertes Nutzungsverhalten gibt Hinweise auf relevante Inhalte für die Medienbildung
Der Jugend-Internet-Monitor 2026 zeigt insgesamt eine deutliche Verschiebung im digitalen Verhalten österreichischer Jugendlicher. Die Relevanz klassischer sozialer Netzwerke nimmt ab, während KI-basierte Dienste und algorithmischer Medienkonsum weiter an Bedeutung gewinnen. Die digitale Lebenswelt Jugendlicher verändert sich. Diese Veränderungen sowie KI-Anwendungen und algorithmische Empfehlungssytsemen, etwa in Social Media Feeds, muss Medienbildung adressieren.
Medien in die Schule bietet hierfür passendes Unterrichtsmaterial. Mit den Modulen zu Machine Learning können Schüler*innen ein Grundverständnis für die Funktionsweise von lernenden Algorithmen entwickeln:
- Medien in die Schule: Einführung in Machine Learning | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Wie lernen wir? Wie lernen Maschinen? | Zeitbedarf: 45 Minuten
- Medien in die Schule: Machine Learning im Alltag | Zeitbedarf: 45-90 Minuten
Das zugehörige Glossar gibt Schüler*innen und Lehrkräften einen Überblick zu den relevanten Begriffen rund um das Thema KI:
- Medien in die Schule: Glossar: Machine Learning