KI-Chatbots wie ChatGPT sind kostenlos, leicht zugänglich und einfach zu bedienen. Teilweise sind sie bereits in Plattformen und Dienste eingebaut, die wir ohnehin schon nutzen, so wie der MyAI-Chatbot von Snapchat. In Sekundenschnelle liefern sie genau die Informationen, nach denen wir gesucht haben — und verbessern sich mit scheinbar jeder Anfrage. Allerdings sind solche KI-Chatbots nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche zugänglich.
Der Bericht „Me, myself and AI: Understanding and safeguarding children’s use of AI chatbots” von Internet Matters aus Großbritannien beleuchtet, welche Vor- und Nachteile die Nutzung von KI-Chatbots für Heranwachsende zwischen 9 und 17 Jahren haben kann. Zwischen März und Juli 2025 wurde in einer Umfrage und in Fokusgruppen eine repräsentative Stichprobe an Kindern und Jugendliche sowie deren Erziehungsberechtigte zu ihrer Nutzung und Einstellung zu KI-Chatbots befragt . Außerdem hat Internet Matters in einem Nutzungstest die KI-Anwendungen ChatGPT, MyAI und character.ai mit eigens angelegten Profilen fiktiver Jugendlicher selbst ausgetestet, um diese auf jugendschutztechnische Schwachstellen zu überprüfen.
Fast zwei Drittel aller befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren haben einen KI-Chatbot schon einmal selbst genutzt und alle von ihnen haben zumindest bereits von einem gehört. Zu den beliebtesten Anwendungen zählen ChatGPT (43%), Google Gemini (32 %), My AI (31 %), Microsoft Copilot (20 %) und character.ai (8 %). Am häufigsten werden KI-Chatbots bei schulischen Fragen und Hausaufgaben (42 %), sowie zum Finden von Informationen und Lernen (40 %) hinzugezogen. Allerdings probieren ebenso viele KI-Chatbots aus purer Neugier aus (40 %). Ein weiteres Viertel verbringt zum Spaß Zeit mit Chatbots, ein weiteres Fünftel nutzt sie nur zum Chatten. Problematisch kann es jedoch werden, wenn KI-Chatbots um Rat gefragt werden (23 %), „ein*e Freund*in“ simulieren sollen (6 %) oder für emotionale Unterstützung und Therapie genutzt werden (3 %).
Dabei gibt es signifikante Unterschiede zwischen vulnerablen und nicht vulnerablen Kindern und Jugendlichen. Als vulnerable werden hier Kinder und Jugendliche definiert, welche staatliche Hilfen benötigen, Sonder- und Förderschulen besuchen oder eine physische oder psychische Erkrankung aufweisen, die professionelle Hilfe erfordert. Solche vulnerablen Heranwachsenden nutzen KI-Chatbots nicht nur allgemein intensiver als nicht vulnerable Heranwachsende, sondern greifen auch eher bewusst auf Chatbots wie character.ai oder Replika zu, welche Bezugspersonen nachahmen sollen. Während nur 6 Prozent der nicht vulnerablen Kinder und Jugendlichen solche Chatbots nutzen, sind es bei den vulnerablen fast ein Fünftel. Entsprechend fallen auch deren Nutzungsgründe anders ins Gewicht: Knapp über ein Viertel der vulnerablen Heranwachsenden holt sich bei KI-Chatbots Rat ein, 16 Prozent verwenden Chatbots als Ersatz für Freund*innen und 7 Prozent sucht bei ihnen emotionale Hilfe und Therapie.
Zudem fehlen vielen dieser Plattformen ein robustes Verfahren zur Altersverifikation und zuverlässige Contentfilter. Obwohl die meisten Plattformen erst ab 13 Jahren genutzt werden dürfen, nutzen allerdings 58 % der Kinder zwischen 9 und 12 Jahren KI-Chatbots. Des Weiteren werden trotz aktiver Jugendfilter oft nicht altersgerechte Inhalte angezeigt bzw. Antworten generiert. Bei character.ai haben Minderjährige so Zugriff auf Erotikchats und in Online-Foren wird aktiv geteilt, wie man entsprechende Filter bei ChatGPT und Co. umgehen kann.
Viele der Vorteile von KI-Chatbots stellen gleichzeitig deren Nachteile dar. Beispielsweise nutzen viele Kinder und Jugendliche Chatbots für schulische Zwecke, besonders wenn sie zu Hause keine Hilfe bei Hausaufgaben bekommen oder im Unterricht zu schüchtern sind, um Fragen zu stellen. Tatsächlich gaben 69 % der Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren an, dass sie durch KI-Chatbots etwas Neues gelernt haben. Allerdings bleibt offen, wie viele dieser Informationen und Quellen falsch oder erfunden gewesen sein könnten. Denn KI-Chatbots können Informationen halluzinieren (also Informationen erfinden), fehlleitende oder unlogische und verwirrende Antworten geben, sowie Vorurteile gegenüber marginalisierten Gruppen reproduzieren. Sie sind nämlich keine fehlerfreien, neutralen Informationsquellen, sondern geben ausschließlich Auskunft über Daten, Meinungen und Einstellungen, welche in ihren Trainingsdaten präsent sind. Obwohl es bereits einige lernspezifische KI-Chatbots wie Khanmigo gibt, welche derartige Probleme umgehen zu versuchen, werden sie von vielen Heranwachsenden als noch inakkurater und weniger hilfreich als nicht-lernspezifische, generische Chatbots eingeschätzt.
Dennoch fragen 58 % der Befragten lieber einen KI-Chatbot nach Informationen, als sie selbst zu suchen. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen prüft die Antworten, die sie von Chatbots bekommen, zudem nicht durch andere Quellen. Erste Erkenntnisse aus dem MIT Media Lab zeigen, dass eine solche langfristige Abhängigkeit von KI-Chatbots ohne gleichzeitige eigene Recherchen zu niedrigerer Gehirnaktivität und blindem Vertrauen in die KI-generierten Antworten führen kann. Das könnte besonders bei Kindern und Jugendlichen problematisch sein, da sich deren kognitive Kompetenzen und kritisches Denken noch im Entwicklungsstadium befindet. Deswegen ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche schon früh lernen, wie Recherche funktioniert, qualitativ hochwertige Informationen zu erkennen und Informationen anhand von Qualitätskriterien zu hinterfragen. Das Unterrichtsmodul „Sicheres Suchen“ von Medien in die Schulekann dabei helfen, Recherchefähigkeiten auszubauen und das kritische Denken zu fördern. Um auch vulnerable Zielgruppen erreichen zu können, bietet Medien in die Schule zudem Unterrichtsmaterialien zum Thema „Wie kannst du falsche informationen im Internet erkennen?“ in Leichter Sprache an.
Außerdem werden KI-Chatbots vermehrt als Ersatz für oder Ergänzung zu realen Bezugspersonen verwendet. Zum einen hat dies auf den ersten Blick den Vorteil, dass Kinder und Jugendliche ohne Angst vor negativen Reaktionen Fragen zu einer Bandbreite an Themen stellen können. Das ist besonders hilfreich für Kinder und Jugendliche, welche im echten Leben keine (vertrauenswürdigen) Bezugspersonen haben oder sich nicht trauen, andere nach Rat zu fragen. Einige Chatbots merken sich auch vorherige Konversationen und stellen ungeprompted Nachfragen zum Wohlbefinden oder leiten an professionelle Hilfs- und Beratungsangebote weiter.
Jedoch können KI-Chatbots in keinem Fall ein kompletter Ersatz für Bezugspersonen sein. 31 Prozent der Kinder betrachten KI-Chatbots als „Freund*in“, obwohl es sich nicht um eine reale Person am anderen Ende des Chats handelt. Bei vulnerablen Gruppen ist es sogar die Hälfte. Das ist besonders bedenklich in Anbetracht der Tatsache, dass einige Chatbots schädliche oder gar gefährliche Ratschläge äußern und selbst in heiklen Situationen nicht auf Hilfs- und Beratungsstellen verweisen. 40 Prozent der Befragten nahmen zudem jeglichen Rat der KI blind an und über ein Viertel würde lieber mit einem KI-Chatbot sprechen als mit einer richtigen Person. Dies könnte bedeuten, dass sich Kinder und Jugendliche, die emotional stärker von KI-Chatbots abhängig sind, künftig seltener Erwachsenen oder Gleichaltrigen anvertrauen.
Daher ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche schon früh über die Funktionsweise von KI-Anwendungen aufgeklärt werden, damit sie KI-Chatbots nicht für reale Personen halten und sich den Grenzen der Vertrauenswürdigkeit der Anwendungen bewusst sind. Das entspricht auch dem Wunsch vieler Schüler*innen, dass Schulen und Lehrkräfte mehr zur richtigen und effektiven Nutzung von KI-Chatbots unterrichten sollten. Die Unterrichtseinheit „Machine Learning. Intelligente Maschinen“ bietet einen ersten Einblick darin, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und wo Machine Learning überall im Alltag vorkommt. Das Material regt dazu an, Diskussionen über die Zukunft und den weiteren Einsatz von KI-Anwendungen zu führen. Mit dem Unterrichtsmaterial von Experience AI können Schüler*innen zudem ihre eigene KI-Anwendung programmieren und ihr Wissen praktisch vertiefen. In der Materialsammlung von weitklick finden sich darüber hinaus noch weitere Unterrichtsmaterialien rund um KI, welche zur Vertiefung des Themas eingesetzt werden können.
Internet Matters empfiehlt des Weiteren, dass auch Lehrkräfte sich ständig weiter- und fortbilden sollten und klare Richtlinien für die KI-Nutzung in ihrem Unterricht festlegen sollten. weitklick bietet dazu ein umfangreiches, kostenloses Angebot an Fortbildungen zu KI an Schulen.
Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind heutzutage schon im Grundschulalter fester Bestandteil des Alltags vieler Kinder. Aber nicht nur das Elternhaus und Ersterziehenden, sondern auch Schulen stehen in der Verantwortung, ihre Schüler*innen beim Umgang mit Medieninhalten zu begleiten und Medienkompetenz frühzeitig zu fördern. Die Ende Juni 2025 veröffentlichte Plattform lernangebote-für-kinder.de des Verbundsprojektes „KUCOBINA — Digitale Lernangebote für Kinder“ soll Lehrkräfte bei dieser Aufgabe unterstützen. Sie stellt geprüfte, kindgerechte und pädagogisch wertvolle digitale Lerninhalte und didaktische Materialien für die Praxis zusammen.
Das Projekt wurde von Seitenstark, einem gemeinnützigen Verein und Kinderseiten-Gütersiegel-Verleiher, und dem Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der TH Köln entwickelt, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union. Die Inhalte richten sich an Lehr- und pädagogische Fachkräfte an Vor- und Grundschulen bis zur 6. Klasse und können sowohl im Unterricht als auch bei der außerunterrichtlichen Bildungsarbeit im Ganztagsbereich eingesetzt werden.
Das Angebot setzt sich aus drei Teilen zusammen:
Alle zwei Jahre gibt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest die KIM-Studie heraus, zuletzt im Jahr 2022. Die Studie erfasst Daten zum Medienalltag von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren. Dazu wurden auch in 2024 erneut Kinder aus ganz Deutschland gemeinsam mit ihren Ersterziehenden zu ihrer Mediennutzung, medienerzieherischen Regelungen in der Familie sowie Problemen und Gefahren online befragt. Die Studie und ihre Ergebnisse stützen sich auf eine repräsentative Stichprobe.
Vor dem Hintergrund der geplanten Handyverbote in vielen Bundesländern wurde dieses Jahr spezifisch nach Regelungen bezüglich der Smartphonenutzung an Schulen gefragt. Außerdem wurden die Kinder darum gebeten, ihre Kompetenzen im Umgang mit Medien und Technik selbst einzuschätzen.
Klassische Freizeitaktivitäten wie Freunde treffen, freies Spielen drinnen und draußen sowie Unternehmungen mit der Familie zählen weiterhin zu den beliebtesten Beschäftigungen unter Kindern. Allerdings verzeichneten Bewegtbildangebote online sowie die Handy- und Smartphonenutzung im vergangenen Jahr signifikante Zuschläge. Jeweils 10 bzw. 5 Prozentpunkte (PP) legten die beiden Aktivitäten zu. Dabei werden gerade diese Medienangebote vorwiegend ohne Begleitung der Eltern genutzt: Immer mehr Eltern lassen ihr Kind allein Spiele am Handy (77 %) oder Tablet (64 %) spielen, im Internet surfen (59 %) oder Streamingdienste und Videoplattformen nutzen (52 %).
Seit der letzten Erhebung 2022 ist zudem die Anzahl der Kinder, welche ein eigenes Smartphone besitzen, auf knapp unter die Hälfte angestiegen. Diese 6- bis 13-Jährigen begleitet das Gerät überall hin — auch in die Schule. 82 Prozent der Kinder bringen ihr Handy mit in die Schule, auch wenn nur etwas über drei Viertel der Befragten dies tatsächlich dürfen. Dennoch bleibt das Handy bei der Mehrheit während des Schultages in der Tasche: 72 Prozent der Schüler*innen nutzen in den Pausen keine Medien, einschließlich ihres Mobiltelefons. Und das, obwohl die Nutzung bei 63 Prozent in den Pausen erlaubt wäre. Schulen, welche die Smartphonenutzung prinzipiell verbieten (22 %), sie auf den Unterricht beschränken (13 %) oder ohne Einschränkung erlauben (3 %), stellen dagegen die Minderheit dar.
Tatsächlich haben Smartphones und andere digitale Geräte ihre Daseinsberechtigung im Unterricht an vielen Stellen schon längst bewiesen. Durch den „Digitalpakt Schule“ ist die Zahl der Klassenräume, welche mit Whiteboards, Smartboards und Tablets ausgestattet sind, seit 2022 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen. Aber auch Laptops, Smartphones und Computer sind in einem Fünftel der Schulen verfügbar. Am häufigsten werden diese für Recherchearbeiten oder Erklärvideos zu Unterrichtsthemen, für den Zugang zur Schulcloud bzw. -plattform sowie zum Erlernen des Umganges mit gängigen Text- und Präsentationsprogrammen eingesetzt. Der Einsatz von digitalen Lernspielen und Künstlicher Intelligenz bleibt hingegen sowohl an den Schulen als auch bei der schulischen Arbeit zu Hause wenig verbreitet.
Doch trotz der verbesserten technischen Ausstattung schätzen sich die Kinder in diesem Jahr tendenziell als weniger kompetent in Sachen Medien und Technik ein. Während die meisten angeben, Fähigkeiten wie Nachrichten verschicken (51 %), allein ins Internet gehen (48 %) und Bilder und Videos posten (40 %) sehr gut zu beherrschen, fallen die Werte bei komplexeren Fragen rund um Datenschutz- und Privatsphäre-Einstelllungen (16 %), der Erstellung einer Gruppe bei Messengerdiensten (20 %) oder dem Blockieren und Melden anderer Nutzer*innen (26 %) bereits deutlich niedriger aus. Trotz besseren technischen Mitteln scheint es also noch immer an Medienbildung zu mangeln. Das Modul „Persönliche Daten“ kann Lehrkräfte beispielsweise dabei unterstützen, Kompetenzen in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre gemeinsam mit ihren Schüler*innen auszubauen.
Im Kern sind die Herausforderungen und Risiken, denen Kinder im Internet begegnen, seit der KIM-Studie 2022 gleichgeblieben. Jedoch nimmt die Anzahl der Betroffenen stetig zu. Während in 2022 noch rund 5 Prozent der Kinder mit Inhalten in Kontakt gekommen sind, für die sie noch zu jung waren, sind es 2024 ganze 8 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei Inhalten, die den Kindern unangenehm waren oder die ihnen Angst gemacht haben. Besonders Erotik-, Sex- und Pornoseiten kommen Kindern vermehrt unter und werden noch vor Horror-, Monster- und Geistervideos und Gewaltszenen als angsteinflößend eingestuft. Mit dem Alter steigt der Anteil der Kinder, welche mit altersunangemessenen Inhalten in Berührung kommen, zudem drastisch von 3 Prozent bei den 6- bis 7-Jährigen auf 12 Prozent bei der ältesten Altersgruppe an.
Dennoch nimmt nur etwa ein Drittel der Eltern Sicherheitseinstellungen an den Geräten ihrer Kinder vor. Zwar erkennen 86 Prozent, dass das Internet Gefahren für ihr Kind bergen kann, jedoch verlassen sie sich eher auf Nutzungsregelungen und medienfreie Zeiten innerhalb der Familie statt auf technischen Jugendmedienschutz. Warum gerade der Jugendmedienschutz wichtig ist, wird im Modul „Grundlagen des Jugendmedienschutzes“ erläutert. Die darauf aufbauende Unterrichtseinheit „Jugendmedienschutz im Internet“ geht im Anschluss näher darauf ein, wie Jugendmedienschutz konkret im Internet aussieht und an welche Anlauf- und Beratungsstellen man sich wenden kann.
Darüber hinaus ist der Großteil der Kinder Mitglied in mindestens einer WhatsApp-Gruppe. Am verbreitetsten sind Klassengruppen (63 %), Gruppen mit Freund*innen (61 %) und Familiengruppen (46 %). Auf der einen Seite können diese Gruppen hilfreich sein, um mit dem sozialen Umfeld in Kontakt zu bleiben und den Alltag zu planen. Allerdings werden 12 Prozent der Kinder, welche nicht Teil einer Klassengruppe sind, systematisch ausgegrenzt. Eine solche Situation kann nicht nur zu Cybermobbing, sondern auch zum Ausschluss aus dem Klassenverbund über den digitalen Raum hinaus führen. Diese Thematik wird in dem Modul „Kommunikation im Netz“ behandelt und kann im Unterricht dazu eingesetzt werden, um problematische Verhaltensweisen im Internet aufzuzeigen und Strategien dagegen zu vermitteln.
Die kostenfreie Online-Fortbildung für Lehrende und Pädagog*innen stellt die Medienbildung zu Desinformation und „Fake News“ für vulnerable Zielgruppen in den Mittelpunkt. Sie findet am 22.05.2025 von 14:00 bis 16:00 Uhr statt. Die Fortbildung wird gefördert durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb).
Online-Artikel statt Zeitungen, Instagram-Reels und TikTok-Videos statt Fernsehnachrichten: Neben traditionellen Medien greifen Kinder und Jugendliche bei der Informationssuche und Meinungsbildung immer häufiger auf das Internet, soziale Medien und Messengerdienste zurück. Aber nicht alles, was man online sieht, ist echt. Deswegen müssen sie schon früh darin geschult werden, Desinformation zu erkennen und die Qualität ihrer Quellen einschätzen zu können. Viele Bildungsangebote und Unterrichtsmaterialien sind jedoch nicht für alle Menschen zugänglich gestaltet.
Am 22.5. von 14 bis 16 Uhr diskutieren wir Lösungsansätze, stellen empfehlenswerte Ressourcen vor und ermöglichen Vernetzung! Mit dabei ist unter anderem Sonderpädagogin und Expertin für Diklusion Dr. Lea Schulz.
Die Veranstaltung wird von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) im Rahmen der Medienbildungsprojekte Medien in die Schule und weitklick umgesetzt.
Zur kostenfreien Anmeldung auf weitklick.de
Hinweis: Das Webinar ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.
Die Fortbildung wird gefördert durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb).
Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 13.02.2025 zum Thema „Beleidigen, Bloßstellen, Bedrohen — Wie Sie altersgerecht über Cybermobbing aufklären und Ihr Kind schützen können“ mit Ulrike Bastians und Lidia de Reese (FSM). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.
Immer wieder werden Kinder und Jugendliche Opfer von Cybermobbing. Doch was ist Cybermobbing eigentlich und welche Muster kann es annehmen? Welche Rolle spielen KI und andere neue technische Entwicklungen dabei? Und auf welche Anzeichen sollten Sie bei Ihrem eigenen Kind achten und wo können Sie sich in akuten Problemlagen Hilfe holen?
Beim virtuellen Elternabend betrachten wir Cybermobbing aus rechtlicher und medienpädagogischer Perspektive. Wir geben Ihnen Tipps für die Medienerziehung und zur Aufklärung, Begleitung und Unterstützung Ihrer Kinder bei Cybermobbing mit. Auch lernen Sie Anlaufstellen für Beratung und Hilfe kennen und wann die Polizei eingreifen sollte.
Der virtuelle Elternabend ist eine Veranstaltung im Rahmen des Safer Internet Day 2025 — mehr über den Aktionstag erfahren Sie bei klicksafe.
Zur Anmeldung auf Elternguide.online
Moderation: FSM e.V.
Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.
Fast jeder Haushalt ist heutzutage mit WLAN, Smartphones, Laptops und Tablets voll technisch ausgestattet — aber wer darf was benutzen? In über der Hälfte aller Haushalte haben auch die Kleinsten zwischen zwei und fünf Jahren schon Zugang zu diesen Geräten. Im Schnitt erfolgt der erste Kontakt mit den meisten Medien bereits im Alter von drei Jahren.
Aber welche Medien nutzen Kleinkinder eigentlich und wissen Eltern, was sie tun können, um ihr Kind online zu schützen? Genau das hat die aktuelle miniKIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest erhoben. Darin wurde nach dem Medienkonsum von zwei- bis fünfjährigen Kindern und von deren Haupterzieher*innen gefragt, sowie nach dem Wissenstand der Erziehenden über digitale und pädagogische Medienerziehungsmaßnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass Medien bereits fester Bestandteil im Alltag vieler Kinder sind, Erziehende jedoch oft noch damit überfordert sind, deren Mediennutzung zu regulieren und zu unterstützen.
Obwohl klassische Freizeitaktivitäten wie draußen oder drinnen spielen und Malen, Zeichnen und Basteln noch immer überaus beliebt sind, wird auch immer häufiger zu verschiedenen Medienaktivitäten gegriffen. Vor allem Streamingdienste und Sprachassistenten, kostenlose Videoportale und Hörspiele, Hörbücher und Podcasts haben seit 2020 ein beträchtliches Wachstum verzeichnet. Das passt auch zu den Geräten, die Kinder am meisten nutzen: Kindercomputer und -laptops stehen auf Platz eins (22%), Tablets folgen dicht darauf auf Platz zwei (21%); Fernsehgeräte, Smart TVs und Streamingabonnements (13%), CD-, MP3- und Kassetten-Player oder iPods (12%) und Handys bzw. Smartphones (10%) besetzen den Rest der Top fünf. Mit dem Alter wächst das Medienrepertoire der Kinder zudem weiter und bestimmte Geräte werden intensiver genutzt. Allerdings werden einige Medien trotzdem mehrheitlich nicht genutzt, wie z. B. Computer und Laptops (72%), Sprachassistenten (59%) und digitale Spiele (58%).
Während Mädchen lieber fernsehen, durch Mediatheken stöbern und Musik und Hörspiele hören, schauen Jungen eher Videos und Sendungen auf kostenfreien Videoportalen. Bei beiden stehen allerdings Bücher und Hörbücher an erster Stelle. Über 90 Prozent aller Kinder bekommen mindestens einmal pro Woche vorgelesen oder schauen sich selbst Bilderbücher an und rund die Hälfte nutzt im selben Zeitraum ein Bewegtbildangebot. Rund 40 Minuten pro Tag werden jeweils mit Büchern und Hörbüchern verbracht, gefolgt von kostenpflichtigen Streamingdiensten (23 Minuten), Radio und kostenfreien Videoportalen (jeweils 18 Minuten) und dem klassischen Fernsehen (15 Minuten). Dahingegen nutzen nur unter einem Fünftel jede Woche Handys und Smartphones, Computer und Laptops und digitale Spiele. Ausschließlich Tablets werden mit einem Drittel häufiger genutzt, vor allem von Mädchen.
Im Kleinkindalter sollten Erziehende Medien immer gemeinsam mit ihrem Kind nutzen. Laut der Befragung tut dies die Mehrheit auch. Nur beim Hören von Hörspielen, Hörbüchern und Podcasts lassen ein Großteil der Eltern ihre Kinder unbeaufsichtigt. Doch auch in diesem Fall wird der Medieninhalt oft vorher von den Eltern geprüft: 83 Prozent geben an, Inhalte nach ihrer persönlichen Kenntnis darüber und ihrer positiven Einschätzung davon auszuwählen. Ebenso richten sich viele Eltern nach Altersempfehlungen (69%), ob der Inhalt vom Hersteller als kindgerecht vermarktet wird (62%) und nach den Empfehlungen anderer Eltern (52%). Jedoch werden Inhalte häufig auch ausgewählt, einfach weil das Kind es sich gewünscht hat (71%) oder es bereits einmal gesehen hat (57%) — auch wenn der Inhalt davor nicht unbedingt von einem Elternteil konkret nochmal geprüft wurde. Dadurch kann es dazu kommen, dass Kinder auf jugendgefährdende Inhalte stoßen. Ein Viertel aller Kinder ist im Fernsehen, auf Streamingseiten oder in Videoportalen bereits auf ungeeignete, angsterregende oder unangenehme Inhalte gestoßen, deutlich mehr als noch im Jahr 2020. Dies kann unter anderem auch dann passieren, wenn Kinder bei ihren Eltern, älteren Geschwistern oder anderen mitgucken, selbst wenn die Serie oder das Video nicht für ihre Altersklasse gedacht ist.
Jedoch haben viele Haushalte feste Nutzungsregeln für Medien eingeführt, um strenger darauf achten zu können, welche Inhalte ihr Kind in welchem Maße konsumiert. Für kostenpflichtige Streamingdienste haben drei Viertel bereits Regeln aufgesetzt, für Tablets, PCs und Laptops sowie für das klassische Fernsehen sind es etwas weniger. Auch für kostenfreie Videoportale und Onlineangebote der Fernsehsender herrschen in den meisten Familien bestimmte Regeln über Nutzungsdauer, -tage und -zwecke. Nutzungsregeln als erzieherisches Mittel sind den meisten also schon bekannt und werden auch — zumindest für bestimmte Dienste und Geräte — durchgesetzt.
Etwas anders sieht es jedoch bei technischen Schutzmaßnahmen aus. Obwohl die Mehrheit der Eltern der Aussage zustimmt, das Internet würde viele Gefahren für ihre Kinder bergen und dass Erziehende in der Verantwortung stehen, ihren Kindern wichtige Medienkompetenzen zu vermitteln, fehlt ihnen in der Praxis oft selbst das nötige Wissen. So finden 87 Prozent, ihr Kind sollte nur mit einem Filter- oder Schutzprogramm im Internet surfen dürfen, allerdings kennt die Hälfte keine Filterprogramme und weiß auch nicht, wo sie mehr darüber herausfinden kann. Andere glauben, Filterprogramme seien nur nötig, wenn das Kind allein im Internet ist (66%) oder dass Filterprogramme ihnen die Arbeit abnehmen, die Nutzung ihres Kindes zu kontrollieren (29%). Darüber hinaus halten einige Filterprogramme auch für zu teuer (26%) und zu kompliziert (21%).
Deswegen fordert auch die Hälfte der Eltern mehr Unterstützung durch den Kindergarten, die Krippe oder später durch die Schule bei der Medienerziehung ihres Kindes. Die Kita ist für sie nach anderen Eltern die zweitwichtigste Informationsquelle zu dem Thema „Kinder und Medien“. Sie wünschen sich zudem mehr Informations- und Beratungsangebote. Einige Materialien, die dabei helfen können, Eltern über Medienerziehung und Schutz im Internet aufzuklären und Kindern beizubringen, wie sie Medien sicher nutzen können, finden Sie hier:
Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 16.09.2024 zum Thema „FSK-Freigaben für Filme und Serien – Jugendschutz einfach erklärt“ mit Michael Schmidt (Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK) und Peter Kaun (Sprecher der Film- und Videowirtschaft bei der FSK). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.
Über den virtuellen Elternabend
Jede Woche laufen neue Filme im Kino an, Serien feiern auf Streamingseiten Premiere oder erscheinen erstmals auf DVD oder Blu-ray. So werden den meisten schon einmal die Alterskennzeichen der FSK begegnet sein: ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren. Doch welche Rolle spielen Altersfreigaben für Kinder, Jugendliche und Eltern? Wie kommen sie zustande und was bedeuten sie genau?
Beim virtuellen Elternabend wird die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden die gesetzlichen Altersfreigaben für u.a. Filme, Serien und Trailer festlegt, ihre Arbeit vorstellen. Es wird ein Einblick in das Prüfverfahren der FSK geboten und erläutert welche Kriterien sich konkret hinter welcher Altersfreigabe verstecken. Auch werden die Medienkompetenz- und Teilhabeprojekte für Kinder und Jugendliche sowie das Informations- und Orientierungsangebot der FSK präsentiert werden.
Zur Anmeldung auf Elternguide.online
Moderation: FSM e.V.
Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.
Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 08.02.2024 zum Thema „Let’s talk about Porno: Wie Eltern Kinder und Jugendliche vor Pornografie und sexueller Gewalt online schützen sowie altersgerecht aufklären können“ mit Martin Bregenzer (klicksafe) und Sven Bischoff (FSM e.V.). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.
Viele Kinder und Jugendliche kommen im Netz schon früh in Kontakt mit Pornografie, zufällig und ohne Absicht genauso wie aus Neugierde und Interesse – auf Pornowebseiten, durch (ungewollte) Zusendung von pornografischen Inhalten in Gruppenchats oder auf Social Media. Das Sprechen über Sexualität und Pornografie in der Familie fällt jedoch nicht immer leicht. Was sagt das Gesetz, was bedeutet das Verbot von Pornografie für Kinder und Jugendliche in der Praxis? Was ist zu tun, wenn Kinder und Jugendliche trotzdem darauf stoßen? Welche Folgen hat Porno-Konsum eigentlich für Jugendliche? Welche Schutzmöglichkeiten gibt es?
Beim virtuellen Elternabend von Elternguide.online erhalten Sie Informationen und praktische Tipps, die Ihnen helfen, in der Familie über sexuelle Aufklärung und Pornografie zu sprechen. Unsere Experten stehen Ihnen bei und beantworten Ihre Fragen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Safer Internet Day 2024 statt. Mehr über den Aktionstag erfahren Sie bei klicksafe.
Zur Anmeldung auf Elternguide.online
Moderation: FSM e.V.
Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.
Angetrieben durch die Coronapandemie ist die Digitalisierung im Bildungswesen in den vergangenen Jahren rapide fortgeschritten. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für Schulen, Lehrkräfte sowie Eltern dar, die sich an neue digitale Tools gewöhnen und Online-Risikofaktoren entgegenstehen müssen. Wie auch im Vorjahr hat sich die IPSOS-Studie, die erneut von der Vodafone Group Foundation in Auftrag gegeben wurde, mit dieser Problematik beschäftigt. Diesmal liegt der Fokus der Studie jedoch nicht auf den Lehrkräften, sondern auf dem Eindruck der Eltern von der Digitalisierung an Schulen. Die Studie gibt Lehrkräften und Bildungseinrichtungen wichtige Einblicke in die Sichtweise und Wünsche der Eltern bezüglich digitaler Kompetenzen, die es zu beachten und umzusetzen gilt.
In der diesjährigen IPSOS-Studie wurden 1.000 Eltern aus Deutschland darum gebeten, ihre eigenen digitalen Kompetenzen einzuschätzen. 29% der deutschen Eltern würden sich selbst als „Expert*innen“ im Umgang mit digitalen Technologien einschätzen, während ein Drittel sich zumindest als „fortgeschritten“ in diesem Bereich betrachtet. Die übrigen 36% haben hingegen weniger vertrauen in ihre Kenntnisse und würden sich eher als „Anfänger*innen“ bezeichnen. Damit verzeichnet Deutschland zwar etwas mehr „Expert*innen“ als der europäische Durchschnitt (27%), steht ihm jedoch deutlich an „Fortgeschrittenen“ (43%) nach.
Ungeachtet der eigenen digitalen Kompetenzen sehen alle Eltern die digitale Bildung ihres Kindes als wichtig an. Vor allem halten sie es für unerlässlich, dass Kinder sich wichtige Kompetenzen für das digitale Zeitalter wie die „21st Century Skills“ aus der vorherigen Studie aneignen. Fast 80% der Befragten versprechen sich von einer hochwertigen digitalen Bildung auch einen Zugang zu besseren Informationsquellen und den leichteren Umgang mit interaktiven Lernmethoden. Besonders für das spätere Berufsleben halten 79% der Eltern digitale Kompetenzen für wichtig. Gleichzeitig sind sie sich auch den Risiken bewusst, die digitale Technologien bergen können. So fürchten Eltern insbesondere die Schwächung traditioneller Kompetenzen wie Handschrift oder das Lesen von Büchern, aber auch gesundheitliche Folgen durch die Abhängigkeit von digitalen Geräten und Cybermobbing.
Die meisten Eltern haben eine klare Vorstellung davon, wie und welche digitale Kompetenzen vermittelt werden müssen und welche Ressourcen für eine gute digitale Bildung notwendig sind. Die überwiegende Mehrheit fordert eine fächerübergreifende Aufarbeitung von Themen rund um die Digitalisierung und findet, dass die Aneignung digitaler Kompetenzen ein zentrales Lernziel an Schulen sein sollte. Dabei sollten jedoch soziale Kompetenzen wie kritisches Denken, Empathie und Resilienz nicht vernachlässigt werden. Auch sollten ihnen zufolge europaweit einheitliche Standards für die digitale Bildung an Schulen eingeführt werden.
Zudem sollen schon früh digitale Technologien im Unterricht eingesetzt werden. Fast die Hälfte der Eltern wünscht sich die Einbindung von Technik in den Lehrplan ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren. Dazu soll vor allem der Staat finanzielle Mittel liefern, um die technische Ausstattung an Schulen weiter auszubauen. Der Werkzeugkasten „Lernen & Lehren mit Apps“ sammelt stetig neue Tools für Lehrkräfte, um dieser Bitte Folge zu leisten. Tablets, Laptops und Smartphones gehören zu den derzeit am weitesten verbreiteten Geräten an Schulen und die Tools sind dazu passend auf immer mindestens einem dieser Geräte verfügbar. Mit ihnen lässt sich sowohl der Präsenz- wie auch Onlineunterricht interaktiv und abwechslungsreich gestalten.
Nicht zuletzt befürchtet ein Fünftel der Eltern, dass Lehrkräfte nicht ausreichend dafür ausgebildet sind, um digitale Kompetenzen zu vermitteln. Sie fordern deswegen mehr Fortbildungen, Beratungen und Hilfen für Lehrer*innen und Pädagog*innen. Das Blended-Learning-Fortbildungsprogramm weitklick stellt eine solche Option für Lehrkräfte dar und ermöglicht es ihnen, sich selbstständig und im eigenen Tempo Inhalte zu erschließen. Der Fokus der Online-Weiterbildung liegt dabei auf dem Thema Desinformation und schneidet weitere Bereiche wie Hate Speech und Meinungsbildung an. Die Unterrichtseinheiten von Medien in die Schule bieten eine zusätzliche Hilfestellung für Lehrende. Deren Module und vielfältige Arbeitsmaterialien können entweder direkt im Unterricht umgesetzt werden oder der Orientierung und Inspiration für eigene Lehrinhalte dienen. Die Einheit „Jugendliche online. Zwischen Information, Interaktion und Unterhaltung“ ist ein guter Einstieg in relevante Themen der Onlinenutzung wie den sicheren Umgang mit persönlichen Daten, Kommunikation im Netz, sicheres Suchen und Unterhaltung.
Seit 1999 führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest regelmäßig die KIM-Studie durch, bei der er den Medienalltag von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren erfasst. Im vergangen Jahr befragte der Verbund 1.219 Kinder aus ganz Deutschland, sowie deren primären Erziehungsberechtigten, zu ihrer Mediennutzung, Problemen und Gefahren beim Umgang mit Medien und zu Regelungen und Jugendschutzmaßnahmen innerhalb der Familie.
Dabei wurde auch ein Augenmerk auf den Einsatz von Medien in der Schule und zu Hause als Vorbereitung für den Unterricht, sowie auf die Bedeutung und Funktion von Bildungsinstitutionen für die medienpädagogische Entwicklung der Kinder gelegt. Obwohl sich mit 78% der Großteil der Eltern selbst ebenfalls in der Verantwortung für die Medienerziehung ihres Kindes sieht, schätzen sie die Schule mit 83% als noch wichtiger ein. 79% aller Erziehungsberechtigten fordern sogar Medienkompetenz als festes Schulfach.
Mit der steigenden Prävalenz von Smartphones und Handys im Alltag wächst auch der Anteil an Kindern mit einem eigenen Mobiltelefon stetig. Mehr als die Hälfte aller 6- bis 13-Jährigen besitzen nun entweder ein eigenes Gerät oder haben freien Zugang zu einem. Zwar werden klassische Freizeitaktivitäten wie das Treffen mit Freunden, das Spielen draußen oder Sport treiben immer noch von den meisten Kindern bevorzugt, jedoch wird ein immer größerer Teil der eigenen Zeit Medien gewidmet. Mit 71% steht das Handy damit als Lieblingsgerät weit vorne, gefolgt vom Tablet (56%) und dem Fernseher (53%). Auch digitale Spiele und das Internet gehören zu den liebsten medialen Beschäftigungen von Kindern.
Da Smartphones portabel sind, folgen sie den Kindern im Gegensatz zu Konsolen oder Fernsehern überall hin: auch in die Schule. Mit 85% ist die Schule der zweithäufigste Ort, an den Kinder ihr Handy regelmäßig mitnehmen. Auch wenn das Handy während der Pausen bei den meisten Kinder in der Tasche bleibt, nutzt es jedes Fünfte täglich auf dem Schulweg. Selbst zu Hause sind Handys und Laptops für den Schulalltag wichtig. 58% aller Kinder sind Mitglied einer Klassengruppe, in der sie sich mit Klassenkameraden austauschen und über Hausaufgaben und Neuigkeiten informieren können. Solche Gruppen sind zentral für die Schullaufbahn geworden und werden sogar von der Mehrheit der Eltern als wichtig empfunden. Die Hälfte der Erziehungsberechtigen ist sogar der Meinung, es wäre ein Nachteil für ihr Kind, wenn es kein Teil einer solchen Gruppe wäre. Zudem nutzen viele Kinder das Internet für die Recherche von Themen für den Unterricht, das Schreiben von Texten, für Lernprogramme oder das Verfolgen von Nachrichten und Berichterstattungen.
Auch in der Schule selbst wird vermehrt auf digitale Strategien gesetzt: Rund ein Fünftel der Schulen ist mit Whiteboards oder Smartboards, Computern oder Laptops, Tablets und/oder Handys ausgestattet. In höheren Klassenstufen werden auch vermehrt Schulclouds und -messenger eingesetzt, auf die oft auch von zu Hause zugegriffen werden kann. Unter anderem werden diese Medien und Geräte für Recherche oder das Gucken von Filmen oder Videos für den Unterricht verwendet.
Laut der Studie darf knapp die Hälfte der Kinder das Internet selbstständig und ohne Aufsicht nutzen. Jedoch setzen nur wenige Haushalte auf technische Jugendmedienschutzangebote wie Filtersoftwares, Schutzprogramme oder spezielle Einstellungen und Benutzerkonten für Kinder. Ein Drittel der Eltern ist ebenso der Meinung, dass ein Programm allein ausreicht, um ihr Kind im Internet zu schützen und keine weitere persönliche Betreuung mehr nötig ist.
Das führt dazu, dass Kinder beim Spielen oder bei der Recherche im Internet auf Inhalte stoßen, die nicht für sie geeignet sind. 12% der Kinder sind schon einmal auf Inhalte gestoßen, für die sie entweder zu jung waren, die ihnen Angst eingeflößt haben oder ihnen unangenehm waren. Dazu zählen z.B. Gewaltdarstellungen, Pornografie, problematische Werbungen oder extremistische Inhalte. Vor allem Mädchen begegnen häufig sexualisierten und erotischen Inhalten, die für ihr Alter unangemessen sind.
Laut Eltern sollen Kinder im Schulfach Medienkompetenz deswegen lernen, Risiken und problematische Situationen im Internet zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Ein hilfreiches Angebot dazu ist das Modul „Jugendmedienschutz im Internet“ von Medien in die Schule, in dem Kinder mit möglichen Risikosituationen und ungeeigneten Inhalten vertraut gemacht werden.
Zu den Problemen im Internet zählen unter anderem Cybermobbing und Cybergrooming: So gab ein Viertel der Schüler*innen an, dass mindestens ein*e Mitschüler*in aus ihrer Klasse aus der Klassengruppe ausgeschlossen wurde, weil sie oder er zu unbeliebt sei. Weitere 6% sagten aus, dass sie im Internet schon einmal eine unangenehme Bekanntschaft gemacht haben, die Hälfte davon sogar mehrmals. Jedes zehnte Kind hatte auch im Freundeskreis schon einmal Probleme, weil peinliche Fotos oder Videos oder sogar Nacktfotos und Pornos verbreitet wurden. Auch Gerüchte über Personen im sozialen Umfeld beeinflussen Kinder stark negativ. Das Modul „Kommunikation im Netz“ soll bei der Orientierung im Internet und der Bewältigung schwerer Situationen helfen, sowie Kindern den korrekten Umgang mit anderem im Netz beibringen. Des Weiteren lehrt die Einheit „Hass in der Demokratie begegnen“, wie man Hate Speech und Extremismus im Internet erkennen kann und beleuchtet deren Konsequenzen, um Kinder vor negativen Nachrichten und Kommentaren und gewaltverherrlichenden und extremistischen Inhalten zu schützen.
Durch den vermehrten Gebrauch von digitalen Medien in der Schule stehen Lehrkräfte immer stärker in der Verantwortung für die mediale Sicherheit ihrer Schüler*innen. Angebote wie Medien in die Schule sollen Lehrer*innen und Pädagog*innen dabei unterstützen, die Medienbildung von Kindern in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten zu fördern.