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JIM-Studie 2025: Immer mehr Jugendliche nutzen und verlassen sich auf KI

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) hat am 14. November 2025 die neue JIM-Studie vorgestellt. Im Rahmen der jährlichen repräsentativen Untersuchung wurden 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren zu ihrer Mediennutzung befragt. Bereits im Vorjahr beschäftigte sich die Studie auch mit der KI-Nutzung von Jugendlichen, in diesem Jahr liegt auf dieser der Fokus. Es zeigt sich: Immer mehr Jugendliche nutzen bereits KI-Anwendungen, vor Allem ChatGPT (Anstieg der Nutzung um 27 % im Vergleich zu 2024). Hauptsächlich werden KI-Tools zum Lernen oder für Hausaufgaben (74 %) eingesetzt, aber auch um herauszufinden, wie etwas geht (54 %) oder zu privaten Recherchezwecken (70 %) setzen junge Menschen auf Künstliche Intelligenz

KI-Tools als Informationsquelle und zum Lernen

Gerade, was die Informationssuche angeht, hat KI im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen. ChatGPT steht an zweiter Stelle, was die gezielte Suche nach Informationen im Internet angeht. Am meisten genutzt werden weiterhin Suchmaschinen wie Google. Dabei muss beachtet werden, dass Google seit diesem Jahr standardmäßig integrierte KI-Zusammenfassungen anbietet. Es zeigt sich: KI ist bei der Informationssuche und aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Trotzdem bereitet das Thema KI  44 % der Mädchen und 31 % der Jungen sorgen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche verstehen, wie diese Anwendungen funktionieren und frühzeitig einen kompetenten und kritischen Umgang mit KI-Tools erlernen. Das Material zu Machine Learning von Medien in die Schule kann dabei helfen und erste Grundlagen vermitteln, sowie KI-Kompetenzen Heranwachsender stärken:

Selbstregulierung bei der Handynutzung fällt schwer

Das Smartphone ist das beliebteste Endgerät: Im Durchschnitt benutzen Jugendliche es 231 Minuten pro Tag, mit zunehmendem Alter sogar länger. Der Messengerdienst WhatsApp bleibt die mit Abstand beliebteste App, gefolgt von den Social Media-Plattformen Instagram und Snapchat. Insgesamt intensiviert sich die Social Media Nutzung. Im Vergleich zum Vorjahr geben mehr Jugendliche an, die Angebote mehrmals täglich zu nutzen. Die Selbstregulierung bei der Nutzung fällt vielen jedoch schwer. Die Jugendlichen verbringen oft mehr Zeit am Handy als sie geplant haben, und ein Drittel bekommt aufgrund der nächtlichen Handynutzung zu wenig Schlaf. Nur 36 % geben an, ihr Handy regelmäßig bewusst auszuschalten, obwohl weit über die Hälfte (67 %) der Jugendlichen angeben, Zeit ohne ihr Handy zu genießen. Die Unterrichtseinheiten aus der Reihe “Jugendliche Online” regen dazu an, das eigene Mediennutzungsverhalten zu reflektieren und ggf. anzupassen:

Die Sorge vor Krieg und Konflikten ist gestiegen

Die größten Sorgen machen sich die Befragten auch in diesem Jahr um das Weltgeschehen wie politische Entwicklungen und Kriege (41 %). Auch bei den für Jugendliche interessanten Themen steigt das Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich an (2025: 55 %, 2024: 44 %). Freude bereiten hingegen vor Allem persönlich-biografische Entwicklungen und Erfolge wie der Schulabschluss und Studium oder Ausbildung (32 %), sowie Volljährigkeit, Berufseinstieg oder die eigene Wohnung (25 %). Auf die Frage, worauf sie sich freuen konnten, 17 % der jungen Menschen nichts benennen. Der Anteil der Jugendlichen ohne konkrete Vorfreuden ist in jüngerem Alter höher (12-15 Jahre 21 %) und nimmt in der Gruppe der Älteren ab (16-19 Jahre 12 %).

Problematische Internetphänomene weiterhin im Aufwärtstrend

Die Konfrontation mit Desinformation, Hassrede und Verschwörungsideologien hat zugenommen. Der Anteil der Jugendlichen, die noch nie mit diesen Phänomenen in Kontakt gekommen ist, nimmt ab (2024 23 %, 2025 17 %). Mit steigendem Alter steigt auch das Kontaktrisiko. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. So begegneten zum Beispiel zwei Drittel der Jugendlichen „Fake News“ bzw. Desinformation im letzten Monat. Gleichzeitig sind die Kompetenzen im Erkennen von Desinformation gering. So geben beispielsweise nur 35 % an, Deepfakes gut oder sehr gut zu erkennen. Dabei schätzen Mädchen (27 %) ihre Kompetenz deutlich geringer ein als Jungen (42 %). Jugendliche müssen dringender denn je lernen, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Für Klassen mit Schüler*innen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sowie sonderpädagogischen Förderschwerpunkten kann das neue Unterrichtsmaterial zum Thema Desinformation in Leichter Sprache eingesetzt werden:

Fast die Hälfte der Befragten gab an, in Kontakt mit Hassbotschaften und Verschwörungsideologien gekommen zu sein. Dieser Trend setzt sich aus den vergangenen Jahren fort. Online persönlich angegriffen wurden 10 % der Befragten und ein Drittel berichtet, mitbekommen zu haben, wie jemand aus dem eigenen Bekanntenkreis online angegriffen wurde. Mit den folgenden Materialien können sich Schüler*innen mit Hate Speech auseinandersetzen und sich Strategien aneignen, um besser mit solchen Vorfällen und Inhalten umzugehen. Außerdem lernen sie, Verschwörungsideologien zu erkennen sowie zu verstehen, wie Hatespeech und Verschwörungsideologien zusammenhängen:

In den Einheiten zur Online-Kommunikation entwickeln Schüler*innen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Cybermobbing und lernen Unterstützungsangebote kennen. Außerdem stellen sie gemeinsam Regeln für Gruppenchats auf:

Virtueller Elternabend: Frühkindliche Medienerziehung — pädagogische Empfehlungen und kreativ werden mit Medien in der Familie | 13.11.2025

Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 13.11.2025 zum Thema „Frühkindliche Medienerziehung — pädagogische Empfehlungen und kreativ werden mit Medien in der Familie“ mit Sophia Mellitzer und Frank Findeiß (JFF). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.

Über den virtuellen Elternabend

Heutzutage ist es fast unmöglich, dass Kinder in ihrem Alltag nicht mit Medien in Berührung kommen. Deswegen ist es wichtig, sie von Anfang an bei der Mediennutzung zu begleiten. Nur so können Kinder lernen, selbstständig, kritisch und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen. Doch wie unterstützt man als Elternteil sein Kind am besten beim Einstieg in die Medienwelt?

Bei diesem Elternabend geben wir Ihnen leicht umsetzbare Tipps und Handlungsempfehlungen sowie altersgerechte, unterhaltsame und lernförderliche Medienvorschläge mit auf den Weg, damit Sie Ihr Kind gut informiert unterstützen können. Von Hörspielen, Games, Videos und Apps ist alles mit dabei. Auch Ideen und Anleitungen für verschiedene Medienprojekte für die ganze Familie, bei denen Ihr Kind selbst kreativ werden kann, kommen dabei nicht zu kurz. Im Anschluss an die Präsentation gibt es auch die Möglichkeit, sich offen mit unseren Expert*innen auszutauschen und eigene Fragen zu stellen.

Zur Anmeldung auf Elternguide.online

Moderation: FSM e.V.

Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

KIM-Studie 2024: Immer weniger Kinder schätzen ihre medialen und technischen Kompetenzen als „sehr gut“ ein

Alle zwei Jahre gibt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest die KIM-Studie heraus, zuletzt im Jahr 2022. Die Studie erfasst Daten zum Medienalltag von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren. Dazu wurden auch in 2024 erneut Kinder aus ganz Deutschland gemeinsam mit ihren Ersterziehenden zu ihrer Mediennutzung, medienerzieherischen Regelungen in der Familie sowie Problemen und Gefahren online befragt. Die Studie und ihre Ergebnisse stützen sich auf eine repräsentative Stichprobe.

Vor dem Hintergrund der geplanten Handyverbote in vielen Bundesländern wurde dieses Jahr spezifisch nach Regelungen bezüglich der Smartphonenutzung an Schulen gefragt. Außerdem wurden die Kinder darum gebeten, ihre Kompetenzen im Umgang mit Medien und Technik selbst einzuschätzen.

Medien im Alltag von Kindern

Klassische Freizeitaktivitäten wie Freunde treffen, freies Spielen drinnen und draußen sowie Unternehmungen mit der Familie zählen weiterhin zu den beliebtesten Beschäftigungen unter Kindern. Allerdings verzeichneten Bewegtbildangebote online sowie die Handy- und Smartphonenutzung im vergangenen Jahr signifikante Zuschläge. Jeweils 10 bzw. 5 Prozentpunkte (PP) legten die beiden Aktivitäten zu. Dabei werden gerade diese Medienangebote vorwiegend ohne Begleitung der Eltern genutzt: Immer mehr Eltern lassen ihr Kind allein Spiele am Handy (77 %) oder Tablet (64 %) spielen, im Internet surfen (59 %) oder Streamingdienste und Videoplattformen nutzen (52 %).

Seit der letzten Erhebung 2022 ist zudem die Anzahl der Kinder, welche ein eigenes Smartphone besitzen, auf knapp unter die Hälfte angestiegen. Diese 6- bis 13-Jährigen begleitet das Gerät überall hin — auch in die Schule. 82 Prozent der Kinder bringen ihr Handy mit in die Schule, auch wenn nur etwas über drei Viertel der Befragten dies tatsächlich dürfen. Dennoch bleibt das Handy bei der Mehrheit während des Schultages in der Tasche: 72 Prozent der Schüler*innen nutzen in den Pausen keine Medien, einschließlich ihres Mobiltelefons. Und das, obwohl die Nutzung bei 63 Prozent in den Pausen erlaubt wäre. Schulen, welche die Smartphonenutzung prinzipiell verbieten (22 %), sie auf den Unterricht beschränken (13 %) oder ohne Einschränkung erlauben (3 %), stellen dagegen die Minderheit dar.

Tatsächlich haben Smartphones und andere digitale Geräte ihre Daseinsberechtigung im Unterricht an vielen Stellen schon längst bewiesen. Durch den „Digitalpakt Schule“ ist die Zahl der Klassenräume, welche mit Whiteboards, Smartboards und Tablets ausgestattet sind, seit 2022 um fast 10 Prozentpunkte gestiegen. Aber auch Laptops, Smartphones und Computer sind in einem Fünftel der Schulen verfügbar. Am häufigsten werden diese für Recherchearbeiten oder Erklärvideos zu Unterrichtsthemen, für den Zugang zur Schulcloud bzw. -plattform sowie zum Erlernen des Umganges mit gängigen Text- und Präsentationsprogrammen eingesetzt. Der Einsatz von digitalen Lernspielen und Künstlicher Intelligenz bleibt hingegen sowohl an den Schulen als auch bei der schulischen Arbeit zu Hause wenig verbreitet.

Doch trotz der verbesserten technischen Ausstattung schätzen sich die Kinder in diesem Jahr tendenziell als weniger kompetent in Sachen Medien und Technik ein. Während die meisten angeben, Fähigkeiten wie Nachrichten verschicken (51 %), allein ins Internet gehen (48 %) und Bilder und Videos posten (40 %) sehr gut zu beherrschen, fallen die Werte bei komplexeren Fragen rund um Datenschutz- und Privatsphäre-Einstelllungen (16 %), der Erstellung einer Gruppe bei Messengerdiensten (20 %) oder dem Blockieren und Melden anderer Nutzer*innen (26 %) bereits deutlich niedriger aus. Trotz besseren technischen Mitteln scheint es also noch immer an Medienbildung zu mangeln. Das Modul „Persönliche Daten“ kann Lehrkräfte beispielsweise dabei unterstützen, Kompetenzen in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre gemeinsam mit ihren Schüler*innen auszubauen.

Materialien für den Unterricht: Herausforderungen und Risiken bei der Mediennutzung entgegenwirken

Im Kern sind die Herausforderungen und Risiken, denen Kinder im Internet begegnen, seit der KIM-Studie 2022 gleichgeblieben. Jedoch nimmt die Anzahl der Betroffenen stetig zu. Während in 2022 noch rund 5 Prozent der Kinder mit Inhalten in Kontakt gekommen sind, für die sie noch zu jung waren, sind es 2024 ganze 8 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei Inhalten, die den Kindern unangenehm waren oder die ihnen Angst gemacht haben. Besonders Erotik-, Sex- und Pornoseiten kommen Kindern vermehrt unter und werden noch vor Horror-, Monster- und Geistervideos und Gewaltszenen als angsteinflößend eingestuft. Mit dem Alter steigt der Anteil der Kinder, welche mit altersunangemessenen Inhalten in Berührung kommen, zudem drastisch von 3 Prozent bei den 6- bis 7-Jährigen auf 12 Prozent bei der ältesten Altersgruppe an.

Dennoch nimmt nur etwa ein Drittel der Eltern Sicherheitseinstellungen an den Geräten ihrer Kinder vor. Zwar erkennen 86 Prozent, dass das Internet Gefahren für ihr Kind bergen kann, jedoch verlassen sie sich eher auf Nutzungsregelungen und medienfreie Zeiten innerhalb der Familie statt auf technischen Jugendmedienschutz. Warum gerade der Jugendmedienschutz wichtig ist, wird im Modul „Grundlagen des Jugendmedienschutzes“ erläutert. Die darauf aufbauende Unterrichtseinheit „Jugendmedienschutz im Internet“ geht im Anschluss näher darauf ein, wie Jugendmedienschutz konkret im Internet aussieht und an welche Anlauf- und Beratungsstellen man sich wenden kann.

Darüber hinaus ist der Großteil der Kinder Mitglied in mindestens einer WhatsApp-Gruppe. Am verbreitetsten sind Klassengruppen (63 %), Gruppen mit Freund*innen (61 %) und Familiengruppen (46 %). Auf der einen Seite können diese Gruppen hilfreich sein, um mit dem sozialen Umfeld in Kontakt zu bleiben und den Alltag zu planen. Allerdings werden 12 Prozent der Kinder, welche nicht Teil einer Klassengruppe sind, systematisch ausgegrenzt. Eine solche Situation kann nicht nur zu Cybermobbing, sondern auch zum Ausschluss aus dem Klassenverbund über den digitalen Raum hinaus führen. Diese Thematik wird in dem Modul „Kommunikation im Netz“ behandelt und kann im Unterricht dazu eingesetzt werden, um problematische Verhaltensweisen im Internet aufzuzeigen und Strategien dagegen zu vermitteln.

Weitere Unterrichtsmaterialien

Virtueller Elternabend: Mediengeschenke und -erlebnisse rund um Weihnachten | 12.12.2024

Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 12.12.2024 zum Thema „Mediengeschenke und -erlebnisse rund um Weihnachten: Mit (technischem) Jugendmedienschutz und Medienerziehung sicher begleiten“ mit Maria Wiesner (fragFINN), Lidia de Reese (FSM) und Jo Schuler (FSM). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.

Über den virtuellen Elternabend

Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich zu Weihnachten Smartphones, Laptops, Konsolen und andere digitale Geräte und Spiele. Doch was sollten Eltern vor und nach dem Schenken beachten? Beim Elternabend erfahren Sie, wie Sie mithilfe technischer Lösungen Ihr Kind vor negativen Online-Erfahrungen schützen können und welche Jugendschutzprogramme, Apps für den Kinderschutz oder Einstellungsmöglichkeiten der Dienste und Plattformen Sie bei der Medienerziehung ganz konkret unterstützen können.

Über die Ferien gibt es auch wieder mehr Zeit für gemeinsame Medienerlebnisse. Beim virtuellen Elternabend finden Eltern Anregungen dafür, wie sie diese Zeit kreativ, altersgerecht und sicher mit ihren Kindern nutzen können.

Zur Anmeldung auf Elternguide.online

Moderation: FSM e.V.

Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

Virtueller Elternabend: Digital will gelernt sein – wie Eltern ihre Kinder bei der frühen Mediennutzung begleiten können | 06.11.2024

Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 06.11.2024 zum Thema „Digital will gelernt sein – wie Eltern ihre Kinder bei der frühen Mediennutzung begleiten können“ mit Sophia Mellitzer und Frank Findeiß (JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.

Über den virtuellen Elternabend

Für viele Kinder sind Medien schon früh ein fester Bestandteil ihres alltäglichen Lebens. Sie schauen sich Videos an und nehmen eigene auf, spielen digitale Spiele und hören sich ihre Lieblingslieder an. Jedoch birgt dies viele Fragen für die Eltern: Mit welchen Medien verbringen Kinder besonders viel Zeit? Welche Chancen und Risiken kann die frühe Mediennutzung mit sich bringen? Und wie können sie ihre Kinder bei ihren Medienaktivitäten am besten begleiten?

Diesen und weiteren Fragen widmen sich Frank Findeiß und Sophia Mellitzer beim virtuellen Elternabend von Elternguide.online zum Thema „Frühkindliche Medienerziehung“ von Kindern bis 6 Jahren. Sie stellen praktische Tipps vor, die bei der Regulierung der Mediennutzung ihrer Kinder helfen und zu einem verantwortungsvollen Medienumgang beitragen können.

Zur Anmeldung auf Elternguide.online

Moderation: FSM e.V.

Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

miniKIM-Studie 2023: Mediennutzung bei Kleinkindern seit 2020 gestiegen

Fast jeder Haushalt ist heutzutage mit WLAN, Smartphones, Laptops und Tablets voll technisch ausgestattet — aber wer darf was benutzen? In über der Hälfte aller Haushalte haben auch die Kleinsten zwischen zwei und fünf Jahren schon Zugang zu diesen Geräten. Im Schnitt erfolgt der erste Kontakt mit den meisten Medien bereits im Alter von drei Jahren.

Aber welche Medien nutzen Kleinkinder eigentlich und wissen Eltern, was sie tun können, um ihr Kind online zu schützen? Genau das hat die aktuelle miniKIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest erhoben. Darin wurde nach dem Medienkonsum von zwei- bis fünfjährigen Kindern und von deren Haupterzieher*innen gefragt, sowie nach dem Wissenstand der Erziehenden über digitale und pädagogische Medienerziehungsmaßnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass Medien bereits fester Bestandteil im Alltag vieler Kinder sind, Erziehende jedoch oft noch damit überfordert sind, deren Mediennutzung zu regulieren und zu unterstützen.

Mediennutzung hat bei Kleinkindern seit 2020 zugenommen

Obwohl klassische Freizeitaktivitäten wie draußen oder drinnen spielen und Malen, Zeichnen und Basteln noch immer überaus beliebt sind, wird auch immer häufiger zu verschiedenen Medienaktivitäten gegriffen. Vor allem Streamingdienste und Sprachassistenten, kostenlose Videoportale und Hörspiele, Hörbücher und Podcasts haben seit 2020 ein beträchtliches Wachstum verzeichnet. Das passt auch zu den Geräten, die Kinder am meisten nutzen: Kindercomputer und -laptops stehen auf Platz eins (22%), Tablets folgen dicht darauf auf Platz zwei (21%); Fernsehgeräte, Smart TVs und Streamingabonnements (13%), CD-, MP3- und Kassetten-Player oder iPods (12%) und Handys bzw. Smartphones (10%) besetzen den Rest der Top fünf. Mit dem Alter wächst das Medienrepertoire der Kinder zudem weiter und bestimmte Geräte werden intensiver genutzt. Allerdings werden einige Medien trotzdem mehrheitlich nicht genutzt, wie z. B. Computer und Laptops (72%), Sprachassistenten (59%) und digitale Spiele (58%).

Während Mädchen lieber fernsehen, durch Mediatheken stöbern und Musik und Hörspiele hören, schauen Jungen eher Videos und Sendungen auf kostenfreien Videoportalen. Bei beiden stehen allerdings Bücher und Hörbücher an erster Stelle. Über 90 Prozent aller Kinder bekommen mindestens einmal pro Woche vorgelesen oder schauen sich selbst Bilderbücher an und rund die Hälfte nutzt im selben Zeitraum ein Bewegtbildangebot. Rund 40 Minuten pro Tag werden jeweils mit Büchern und Hörbüchern verbracht, gefolgt von kostenpflichtigen Streamingdiensten (23 Minuten), Radio und kostenfreien Videoportalen (jeweils 18 Minuten) und dem klassischen Fernsehen (15 Minuten). Dahingegen nutzen nur unter einem Fünftel jede Woche Handys und Smartphones, Computer und Laptops und digitale Spiele. Ausschließlich Tablets werden mit einem Drittel häufiger genutzt, vor allem von Mädchen.

Erziehende erkennen Gefahren, wissen aber wenig über Schutzmöglichkeiten

Im Kleinkindalter sollten Erziehende Medien immer gemeinsam mit ihrem Kind nutzen. Laut der Befragung tut dies die Mehrheit auch. Nur beim Hören von Hörspielen, Hörbüchern und Podcasts lassen ein Großteil der Eltern ihre Kinder unbeaufsichtigt. Doch auch in diesem Fall wird der Medieninhalt oft vorher von den Eltern geprüft: 83 Prozent geben an, Inhalte nach ihrer persönlichen Kenntnis darüber und ihrer positiven Einschätzung davon auszuwählen. Ebenso richten sich viele Eltern nach Altersempfehlungen (69%), ob der Inhalt vom Hersteller als kindgerecht vermarktet wird (62%) und nach den Empfehlungen anderer Eltern (52%). Jedoch werden Inhalte häufig auch ausgewählt, einfach weil das Kind es sich gewünscht hat (71%) oder es bereits einmal gesehen hat (57%) — auch wenn der Inhalt davor nicht unbedingt von einem Elternteil konkret nochmal geprüft wurde. Dadurch kann es dazu kommen, dass Kinder auf jugendgefährdende Inhalte stoßen. Ein Viertel aller Kinder ist im Fernsehen, auf Streamingseiten oder in Videoportalen bereits auf ungeeignete, angsterregende oder unangenehme Inhalte gestoßen, deutlich mehr als noch im Jahr 2020. Dies kann unter anderem auch dann passieren, wenn Kinder bei ihren Eltern, älteren Geschwistern oder anderen mitgucken, selbst wenn die Serie oder das Video nicht für ihre Altersklasse gedacht ist.

Jedoch haben viele Haushalte feste Nutzungsregeln für Medien eingeführt, um strenger darauf achten zu können, welche Inhalte ihr Kind in welchem Maße konsumiert. Für kostenpflichtige Streamingdienste haben drei Viertel bereits Regeln aufgesetzt, für Tablets, PCs und Laptops sowie für das klassische Fernsehen sind es etwas weniger. Auch für kostenfreie Videoportale und Onlineangebote der Fernsehsender herrschen in den meisten Familien bestimmte Regeln über Nutzungsdauer, -tage und -zwecke. Nutzungsregeln als erzieherisches Mittel sind den meisten also schon bekannt und werden auch — zumindest für bestimmte Dienste und Geräte — durchgesetzt.

Etwas anders sieht es jedoch bei technischen Schutzmaßnahmen aus. Obwohl die Mehrheit der Eltern der Aussage zustimmt, das Internet würde viele Gefahren für ihre Kinder bergen und dass Erziehende in der Verantwortung stehen, ihren Kindern wichtige Medienkompetenzen zu vermitteln, fehlt ihnen in der Praxis oft selbst das nötige Wissen. So finden 87 Prozent, ihr Kind sollte nur mit einem Filter- oder Schutzprogramm im Internet surfen dürfen, allerdings kennt die Hälfte keine Filterprogramme und weiß auch nicht, wo sie mehr darüber herausfinden kann. Andere glauben, Filterprogramme seien nur nötig, wenn das Kind allein im Internet ist (66%) oder dass Filterprogramme ihnen die Arbeit abnehmen, die Nutzung ihres Kindes zu kontrollieren (29%). Darüber hinaus halten einige Filterprogramme auch für zu teuer (26%) und zu kompliziert (21%).

Deswegen fordert auch die Hälfte der Eltern mehr Unterstützung durch den Kindergarten, die Krippe oder später durch die Schule bei der Medienerziehung ihres Kindes. Die Kita ist für sie nach anderen Eltern die zweitwichtigste Informationsquelle zu dem Thema „Kinder und Medien“. Sie wünschen sich zudem mehr Informations- und Beratungsangebote. Einige Materialien, die dabei helfen können, Eltern über Medienerziehung und Schutz im Internet aufzuklären und Kindern beizubringen, wie sie Medien sicher nutzen können, finden Sie hier:

Virtueller Elternabend: FSK-Freigaben für Filme und Serien – Jugendschutz einfach erklärt | 16.09.2024

Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 16.09.2024 zum Thema „FSK-Freigaben für Filme und Serien – Jugendschutz einfach erklärt“ mit Michael Schmidt (Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK) und Peter Kaun (Sprecher der Film- und Videowirtschaft bei der FSK). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.

Über den virtuellen Elternabend

Jede Woche laufen neue Filme im Kino an, Serien feiern auf Streamingseiten Premiere oder erscheinen erstmals auf DVD oder Blu-ray. So werden den meisten schon einmal die Alterskennzeichen der FSK begegnet sein: ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren. Doch welche Rolle spielen Altersfreigaben für Kinder, Jugendliche und Eltern? Wie kommen sie zustande und was bedeuten sie genau?

Beim virtuellen Elternabend wird die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden die gesetzlichen Altersfreigaben für u.a. Filme, Serien und Trailer festlegt, ihre Arbeit vorstellen. Es wird ein Einblick in das Prüfverfahren der FSK geboten und erläutert welche Kriterien sich konkret hinter welcher Altersfreigabe verstecken. Auch werden die Medienkompetenz- und Teilhabeprojekte für Kinder und Jugendliche sowie das Informations- und Orientierungsangebot der FSK präsentiert werden.

Zur Anmeldung auf Elternguide.online

Moderation: FSM e.V.

Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

Leichte Sprache-Spezial: Unterrichtsmaterialien in leichter Sprache

Es ist die Aufgabe aller Lehrkräfte, ihre Schüler*innen so gut wie möglich auf ihrem Bildungsweg und bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Dazu zählt jedoch nicht nur die Schulung in den klassischen Fächern wie Deutsch, Mathematik oder Englisch, sondern auch der Erwerb weiterer wichtiger Kompetenzen. Mit der rasanten Digitalisierung wird besonders die Medienbildung ein immer bedeutender Teil jener Kompetenzvermittlung.

Allerdings fällt es oft schwer, angemessene Unterrichtsmaterialien für junge Menschen mit Einschränkungen beim Lesen und Verstehen zu finden. Um allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu wichtigen Informationen und Bildungsinhalten zu ermöglichen, müssen deswegen Angebote in leicht verständlicher Sprache her. Diese fördern die Inklusion und Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an der digitalen Gesellschaft und ermöglichen es ihnen, sich sicher und selbstbewusst im Internet zu bewegen. Deswegen haben wir für Sie kostenlose Arbeitsblätter, Erklärtexte, Broschüren und vieles mehr in Leichter Sprache zu den Themenfeldern Jugendmedienschutz und Medienpädagogik gesammelt, um die Förderung der digitalen Kompetenzen aller Schüler*innen zu erleichtern.

Definitionen und Erklärtexte rund um Medien

Für den Einstieg in die Medienbildung und die Aneignung erster Kenntnisse ist es oft hilfreich, zentrale Begriffe wie Medien, Digitalisierung oder soziale Netzwerke nachschlagen zu können. Die folgenden Angebote bieten kurze, leicht verständliche Begriffsdefinitionen und längere Erklärtexte in vereinfachter Sprache, um grundlegende Fragen wie „Was ist ein Computer?“ oder „Was kann ich mit einem Smartphone alles machen?“ zu klären.

Unterrichtseinheiten und -materialien zur Medienbildung

Umfangreichere Unterrichtseinheiten aus beispielsweise Arbeitsblättern, Broschüren, Stundenablaufplänen und Videos hingegen eignen sich, um Themen zu vertiefen und zu festigen. Die hier vorgestellten Materialien thematisieren verschiedenste medienpädagogische Schwerpunkte, wie Cybermobbing, Desinformation und Extremismus, aber auch die Rolle von Influencer*innen, Geschlechterstereotypen in Musikvideos und Datenschutz. Einige wurden fächer- oder altersspezifisch konzipiert, während andere frei in allen Klassenstufen und Fächern eingesetzt werden können, soweit gewünscht.

Für Eltern stellt Elternguide.online zusätzlich Texte in Leichter Sprache zu Verfügung. Sie sollen dabei helfen, den richtigen Medieneinsatz für verschiedene Altersklassen einzuschätzen und welche Angebote und Geräte sich für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Lebensphasen eignen.

IPSOS-Studie 2023: Digitale Kompetenzen aus der Sicht der Eltern

Angetrieben durch die Coronapandemie ist die Digitalisierung im Bildungswesen in den vergangenen Jahren rapide fortgeschritten. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für Schulen, Lehrkräfte sowie Eltern dar, die sich an neue digitale Tools gewöhnen und Online-Risikofaktoren entgegenstehen müssen. Wie auch im Vorjahr hat sich die IPSOS-Studie, die erneut von der Vodafone Group Foundation in Auftrag gegeben wurde, mit dieser Problematik beschäftigt. Diesmal liegt der Fokus der Studie jedoch nicht auf den Lehrkräften, sondern auf dem Eindruck der Eltern von der Digitalisierung an Schulen. Die Studie gibt Lehrkräften und Bildungseinrichtungen wichtige Einblicke in die Sichtweise und Wünsche der Eltern bezüglich digitaler Kompetenzen, die es zu beachten und umzusetzen gilt.

Wie Eltern digitale Kompetenzen einschätzen

In der diesjährigen IPSOS-Studie wurden 1.000 Eltern aus Deutschland darum gebeten, ihre eigenen digitalen Kompetenzen einzuschätzen. 29% der deutschen Eltern würden sich selbst als „Expert*innen“ im Umgang mit digitalen Technologien einschätzen, während ein Drittel sich zumindest als „fortgeschritten“ in diesem Bereich betrachtet. Die übrigen 36% haben hingegen weniger vertrauen in ihre Kenntnisse und würden sich eher als „Anfänger*innen“ bezeichnen. Damit verzeichnet Deutschland zwar etwas mehr „Expert*innen“ als der europäische Durchschnitt (27%), steht ihm jedoch deutlich an „Fortgeschrittenen“ (43%) nach.

Ungeachtet der eigenen digitalen Kompetenzen sehen alle Eltern die digitale Bildung ihres Kindes als wichtig an. Vor allem halten sie es für unerlässlich, dass Kinder sich wichtige Kompetenzen für das digitale Zeitalter wie die „21st Century Skills“ aus der vorherigen Studie aneignen. Fast 80% der Befragten versprechen sich von einer hochwertigen digitalen Bildung auch einen Zugang zu besseren Informationsquellen und den leichteren Umgang mit interaktiven Lernmethoden. Besonders für das spätere Berufsleben halten 79% der Eltern digitale Kompetenzen für wichtig. Gleichzeitig sind sie sich auch den Risiken bewusst, die digitale Technologien bergen können. So fürchten Eltern insbesondere die Schwächung traditioneller Kompetenzen wie Handschrift oder das Lesen von Büchern, aber auch gesundheitliche Folgen durch die Abhängigkeit von digitalen Geräten und Cybermobbing.

Forderungen an Schulen und den Staat

Die meisten Eltern haben eine klare Vorstellung davon, wie und welche digitale Kompetenzen vermittelt werden müssen und welche Ressourcen für eine gute digitale Bildung notwendig sind. Die überwiegende Mehrheit fordert eine fächerübergreifende Aufarbeitung von Themen rund um die Digitalisierung und findet, dass die Aneignung digitaler Kompetenzen ein zentrales Lernziel an Schulen sein sollte. Dabei sollten jedoch soziale Kompetenzen wie kritisches Denken, Empathie und Resilienz nicht vernachlässigt werden. Auch sollten ihnen zufolge europaweit einheitliche Standards für die digitale Bildung an Schulen eingeführt werden.

Zudem sollen schon früh digitale Technologien im Unterricht eingesetzt werden. Fast die Hälfte der Eltern wünscht sich die Einbindung von Technik in den Lehrplan ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren. Dazu soll vor allem der Staat finanzielle Mittel liefern, um die technische Ausstattung an Schulen weiter auszubauen. Der Werkzeugkasten „Lernen & Lehren mit Apps“ sammelt stetig neue Tools für Lehrkräfte, um dieser Bitte Folge zu leisten. Tablets, Laptops und Smartphones gehören zu den derzeit am weitesten verbreiteten Geräten an Schulen und die Tools sind dazu passend auf immer mindestens einem dieser Geräte verfügbar. Mit ihnen lässt sich sowohl der Präsenz- wie auch Onlineunterricht interaktiv und abwechslungsreich gestalten.

Nicht zuletzt befürchtet ein Fünftel der Eltern, dass Lehrkräfte nicht ausreichend dafür ausgebildet sind, um digitale Kompetenzen zu vermitteln. Sie fordern deswegen mehr Fortbildungen, Beratungen und Hilfen für Lehrer*innen und Pädagog*innen. Das Blended-Learning-Fortbildungsprogramm weitklick stellt eine solche Option für Lehrkräfte dar und ermöglicht es ihnen, sich selbstständig und im eigenen Tempo Inhalte zu erschließen. Der Fokus der Online-Weiterbildung liegt dabei auf dem Thema Desinformation und schneidet weitere Bereiche wie Hate Speech und Meinungsbildung an. Die Unterrichtseinheiten von Medien in die Schule bieten eine zusätzliche Hilfestellung für Lehrende. Deren Module und vielfältige Arbeitsmaterialien können entweder direkt im Unterricht umgesetzt werden oder der Orientierung und Inspiration für eigene Lehrinhalte dienen. Die Einheit „Jugendliche online. Zwischen Information, Interaktion und Unterhaltung“ ist ein guter Einstieg in relevante Themen der Onlinenutzung wie den sicheren Umgang mit persönlichen Daten, Kommunikation im Netz, sicheres Suchen und Unterhaltung.

KIM-Studie 2022: 79 Prozent der Eltern wünschen sich Medienkompetenz als Schulfach

Seit 1999 führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest regelmäßig die KIM-Studie durch, bei der er den Medienalltag von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren erfasst. Im vergangen Jahr befragte der Verbund 1.219 Kinder aus ganz Deutschland, sowie deren primären Erziehungsberechtigten, zu ihrer Mediennutzung, Problemen und Gefahren beim Umgang mit Medien und zu Regelungen und Jugendschutzmaßnahmen innerhalb der Familie.

Dabei wurde auch ein Augenmerk auf den Einsatz von Medien in der Schule und zu Hause als Vorbereitung für den Unterricht, sowie auf die Bedeutung und Funktion von Bildungsinstitutionen für die medienpädagogische Entwicklung der Kinder gelegt. Obwohl sich mit 78% der Großteil der Eltern selbst ebenfalls in der Verantwortung für die Medienerziehung ihres Kindes sieht, schätzen sie die Schule mit 83% als noch wichtiger ein. 79% aller Erziehungsberechtigten fordern sogar Medienkompetenz als festes Schulfach.

Wie der derzeitige Medienalltag von Kindern aussieht

Mit der steigenden Prävalenz von Smartphones und Handys im Alltag wächst auch der Anteil an Kindern mit einem eigenen Mobiltelefon stetig. Mehr als die Hälfte aller 6- bis 13-Jährigen besitzen nun entweder ein eigenes Gerät oder haben freien Zugang zu einem. Zwar werden klassische Freizeitaktivitäten wie das Treffen mit Freunden, das Spielen draußen oder Sport treiben immer noch von den meisten Kindern bevorzugt, jedoch wird ein immer größerer Teil der eigenen Zeit Medien gewidmet. Mit 71% steht das Handy damit als Lieblingsgerät weit vorne, gefolgt vom Tablet (56%) und dem Fernseher (53%). Auch digitale Spiele und das Internet gehören zu den liebsten medialen Beschäftigungen von Kindern.

Da Smartphones portabel sind, folgen sie den Kindern im Gegensatz zu Konsolen oder Fernsehern überall hin: auch in die Schule. Mit 85% ist die Schule der zweithäufigste Ort, an den Kinder ihr Handy regelmäßig mitnehmen. Auch wenn das Handy während der Pausen bei den meisten Kinder in der Tasche bleibt, nutzt es jedes Fünfte täglich auf dem Schulweg. Selbst zu Hause sind Handys und Laptops für den Schulalltag wichtig. 58% aller Kinder sind Mitglied einer Klassengruppe, in der sie sich mit Klassenkameraden austauschen und über Hausaufgaben und Neuigkeiten informieren können. Solche Gruppen sind zentral für die Schullaufbahn geworden und werden sogar von der Mehrheit der Eltern als wichtig empfunden. Die Hälfte der Erziehungsberechtigen ist sogar der Meinung, es wäre ein Nachteil für ihr Kind, wenn es kein Teil einer solchen Gruppe wäre. Zudem nutzen viele Kinder das Internet für die Recherche von Themen für den Unterricht, das Schreiben von Texten, für Lernprogramme oder das Verfolgen von Nachrichten und Berichterstattungen.

Auch in der Schule selbst wird vermehrt auf digitale Strategien gesetzt: Rund ein Fünftel der Schulen ist mit Whiteboards oder Smartboards, Computern oder Laptops, Tablets und/oder Handys ausgestattet. In höheren Klassenstufen werden auch vermehrt Schulclouds und -messenger eingesetzt, auf die oft auch von zu Hause zugegriffen werden kann. Unter anderem werden diese Medien und Geräte für Recherche oder das Gucken von Filmen oder Videos für den Unterricht verwendet.

Materialien für den Unterricht: Herausforderungen und Risiken bei der Mediennutzung entgegenwirken

Laut der Studie darf knapp die Hälfte der Kinder das Internet selbstständig und ohne Aufsicht nutzen. Jedoch setzen nur wenige Haushalte auf technische Jugendmedienschutzangebote wie Filtersoftwares, Schutzprogramme oder spezielle Einstellungen und Benutzerkonten für Kinder. Ein Drittel der Eltern ist ebenso der Meinung, dass ein Programm allein ausreicht, um ihr Kind im Internet zu schützen und keine weitere persönliche Betreuung mehr nötig ist.

Das führt dazu, dass Kinder beim Spielen oder bei der Recherche im Internet auf Inhalte stoßen, die nicht für sie geeignet sind. 12% der Kinder sind schon einmal auf Inhalte gestoßen, für die sie entweder zu jung waren, die ihnen Angst eingeflößt haben oder ihnen unangenehm waren. Dazu zählen z.B. Gewaltdarstellungen, Pornografie, problematische Werbungen oder extremistische Inhalte. Vor allem Mädchen begegnen häufig sexualisierten und erotischen Inhalten, die für ihr Alter unangemessen sind.

Laut Eltern sollen Kinder im Schulfach Medienkompetenz deswegen lernen, Risiken und problematische Situationen im Internet zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Ein hilfreiches Angebot dazu ist das Modul „Jugendmedienschutz im Internet“ von Medien in die Schule, in dem Kinder mit möglichen Risikosituationen und ungeeigneten Inhalten vertraut gemacht werden.

Zu den Problemen im Internet zählen unter anderem Cybermobbing und Cybergrooming: So gab ein Viertel der Schüler*innen an, dass mindestens ein*e Mitschüler*in aus ihrer Klasse aus der Klassengruppe ausgeschlossen wurde, weil sie oder er zu unbeliebt sei. Weitere 6% sagten aus, dass sie im Internet schon einmal eine unangenehme Bekanntschaft gemacht haben, die Hälfte davon sogar mehrmals. Jedes zehnte Kind hatte auch im Freundeskreis schon einmal Probleme, weil peinliche Fotos oder Videos oder sogar Nacktfotos und Pornos verbreitet wurden. Auch Gerüchte über Personen im sozialen Umfeld beeinflussen Kinder stark negativ. Das Modul „Kommunikation im Netz“ soll bei der Orientierung im Internet und der Bewältigung schwerer Situationen helfen, sowie Kindern den korrekten Umgang mit anderem im Netz beibringen. Des Weiteren lehrt die Einheit „Hass in der Demokratie begegnen“, wie man Hate Speech und Extremismus im Internet erkennen kann und beleuchtet deren Konsequenzen, um Kinder vor negativen Nachrichten und Kommentaren und gewaltverherrlichenden und extremistischen Inhalten zu schützen.

Durch den vermehrten Gebrauch von digitalen Medien in der Schule stehen Lehrkräfte immer stärker in der Verantwortung für die mediale Sicherheit ihrer Schüler*innen. Angebote wie Medien in die Schule sollen Lehrer*innen und Pädagog*innen dabei unterstützen, die Medienbildung von Kindern in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten zu fördern.

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