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Online-Paneldiskussion zum Digitaltag 2021

Aktuelle Herausforderungen für den Journalismus im Superwahljahr 2021: Zu diesem Thema veranstaltet weitklick – Das Netzwerk für digitale Medien- und Meinungsbildung eine kostenlose Online-Paneldiskussion am 18.06.2021 im Rahmen des Digitaltags 2021, sie findet von 14 bis 15:30 Uhr auf weitklick.de statt.

Speaker*innen

  • Lisa Dittmer, Referentin für Internetfreiheit, Reporter ohne Grenzen
  • Dr. Lena Frischlich, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Björn-Simon Frommann, Hector-Peterson-Schule
  • Eva Schiller, Leiterin ZDF-Studio Baden-Württemberg

Moderation: Jochen Spangenberg

Alle Informationen und kostenfreie Anmeldung auf weitklick.de.

Über die Veranstaltung

Um politische Meinungen zu bilden und informierte Wahlentscheidungen treffen zu können, sind wir auf vertrauenswürdige Informationen und Nachrichten angewiesen. Allerdings steht der Nachrichtenjournalismus aktuell vor mindestens zwei großen Herausforderungen. Zum einen informiert sich ein immer größer werdender Teil des Publikums in sozialen Medien über tagesaktuelle Themen, wo nicht-professionelle Inhalte unredigiert neben professionellen Angeboten stehen. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen auch mit Falschnachrichten und Desinformation in Kontakt kommen. Missverständliche Darstellungen und irreführende Nachrichten aufzulösen und bei Desinformation gegenzusteuern, wird deshalb eine zunehmend wichtige Aufgabe von Journalist*innen.
Zum anderen wird die tagtägliche Arbeit von Journalist*innen erschwert, denn antidemokratische Strömungen machen auch in Deutschland die Berichterstattung immer schwieriger und mitunter gefährlich. Und das gilt zunehmend auch für den digitalen Raum. “Reporter ohne Grenzen” schätzt die Pressefreiheit wegen der zunehmenden Gewalt auf Demonstrationen nicht mehr „gut“, sondern nur noch „zufriedenstellend“ ein. 

Beide Aspekte sind insbesondere mit Blick auf das Superwahljahr 2021 von besonderer Bedeutung. Zum Digitaltag fragen wir uns: Wie kann Journalismus dazu beitragen, Desinformation zu begegnen? Wie steht es um die Pressefreiheit in Deutschland? Welchen Herausforderungen begegnen Journalist*innen im digitalen und im analogen Raum? Und was bedeutet das konkret für Schulen und Bildungseinrichtungen, die junge Menschen auf das politische Geschehen im Superwahljahr vorbereiten und begleiten?

Zur aktiven Teilnahme melden Sie sich bitte hier an. Den Livestream können Sie ohne Anmeldung sehen.

Studie: Fake News im Bundestagswahlkampf 2017

Die neue Studie „Fakten statt Fakes. Verursacher, Verbreitungswege und Wirkungen von Fake News im Bundestagswahlkampf 2017“ von der Stiftung Neue Verantwortung bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Arbeit.

Denn die Kernergebnisse der repräsentativen Erhebung zeigen unter anderem folgendes:

  • Urheber, Absender und Quellen: Fake News werden in Deutschland vor allem von Rechten, Rechtspopulisten und Rechtsextremen verbreitet
  • Seriöse redaktionelle Medien haben jedoch auch eine wichtige Bedeutung: sie treten als Katalysator oder sogar Auslöser von Falschmeldungen auf, aber oftmals auch als Korrektiv und Richtigsteller
  • Verbreitete Falschmeldungen erreichen ein größeres Publikum als ihre später veröffentlichten Richtigstellungen

Pädagogische Fachkräfte können mit unseren Unterrichtseinheiten „Meinung im Netz gestalten“ und „Hass in der Demokratie begegnen“ das in der Studie herausgearbeitete Spannungsfeld zwischen dem Phänomen „Fake News“, journalistischer Nachrichtenberichterstattung sowie demokratischer Bildung in der Bildungsarbeit mit Heranwachsenden adressieren. So finden Sie Informationen und methodische Hilfestellungen, um die Themen Meinungsfreiheit, Pressekodex, Meinungsbildung im digitalen Raum, Verschwörungstheorien oder Rechtsextremismus online mit Jugendlichen praktisch und alltagsnah aufzu greifen. Im Material „Realität und Fiktion in den Medien“ stehen zudem Realitätsdarstellungen, fiktionales Erzählen und gefälschte Inhalte in Fernsehen und Internet im Mittelpunkt.

Die gesamte Studie als PDF lesen oder herunterladen: www.stiftung-nv.de/sites/default/files/snv_fakten_statt_fakes.pdf

Schon gewusst? Medien in die Schule ist auch auf Facebook, schauen Sie gern auf unserer Seite vorbei!

Onlinejournalismus in der Diskussion – Veröffentlichung des neuen Unterrichtsmaterials „Meinung im Netz gestalten“

„Jeder macht sich seine Nachrichten selbst“ – so beschrieb Steven Erlanger der New York Times Europe auf der Münchener Sicherheitskonferenz – vielleicht ein wenig übertrieben oder dystopisch – aktuelle Tendenzen und Veränderungen im öffentlichen und vor allem digitalen Diskurs.

Was wir vor kurzem noch als positive Eigenschaften des digitalen Raumes geschätzt haben, scheint sich gerade in Zeiten von Fake News, der Verbreitung von Verschwörungstheorien und populistischen „Hetzwellen“ ins Gegenteil verkehrt zu haben: nicht die Möglichkeiten der Teilhabe, Gestaltung und Veränderung von Gesellschaft durch technologiebasierte Instrumente steht mehr im Mittelpunkt, sondern der Missbrauch dieser Möglichkeiten von einer – eher kleinen – Minderheit. Diese Minderheit hat jedoch großen Einfluss darauf, wie wir Debatten, Disput, Meinungen und Positionen im Internet wahrnehmen.

Und dabei geraten besonders wichtige Akteure immer mehr unter Druck: Diensteanbieter, Verfechter der Meinungsfreiheit im digitalen Raum und auch der Journalismus. Sie alle sind unterschiedlichen Vorwürfen ausgesetzt und suchen nach Instrumenten, Wegen und Mitteln, sich schlichtweg gegen Falschäußerungen, Lügen oder Diffamierungen zur Wehr zu setzen. Dabei suchen sie auch selbst nach eigenen Verantwortlichkeiten und Veränderungsmöglichkeiten, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion „Zahnloser Tiger statt vierte Gewalt? – Online­journalismus in Zeiten von Hate, Fake und Populismus“, die gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und FSM veranstaltet wurde, diskutierten am 30. Mai 2017 Arne Busse (bpb), Martin Drechsler (FSM), Manfred Protze (Sprecher des Plenums des Deutschen Presserats), Ariane Reimers (ARD-Hauptstadtstudio) und Uwe Krüger (Universität Leipzig) die neuen sich ergebenden Aufgaben für Journalismus, Diensteanbieter und Bildung. Zentral waren in der Diskussion die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Aufgaben des Journalismus und seiner Nutzerschaft. Sollten Leser*innen Grundlagen einer journalistischen Kompetenz besitzen oder wird damit eine Aufgabe abgewälzt? Welche Instrumente und Formate haben sich durch den digitalen Raum etabliert und wie unterscheiden sie sich von klassischen Formaten? Haben sich die Themen und Anforderungen der  journalistischen Verantwortung, Leitfunktion von Medien, Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit gerade durch den digitalen Raum noch einmal verschärft?

Anschließend stellten die Partner Amadeu Antonio Stiftung und FSM das neue Unterrichtsmaterial „Meinung im Netz gestalten vor. Es bereitet die Themen Meinungsbildung im Netz, Journalismus im digitalen Raum und Verbreitung von Falschinformationen und Verschwörungstheorien im Internet für den schulischen Kontext auf. In vier Modulen erhalten Lehrkräfte die Möglichkeit soziale Netzwerke und Internetdienste als wichtige Informationsquelle und Austauschplattform zur Meinungsbildung im Unterricht mit ihren Schülerinnen und Schülern zu behandeln. Dabei geht es um die Inszenierung und Handlungsweisen in sozialen Netzwerken, die Suche und Bewertung von Informationen oder das Vertreten von Positionen, Meinungen und Ansichten im Internet. Ziel ist es, Jugendliche für die eigenen Meinungsbildungsprozesse zu sensibilisieren, ihnen ihre Verantwortung bewusst zu machen, sie Gestaltungsmöglichkeiten erkennen zu lassen und zu ermutigen, ihre Ideen und Wünsche für ein demokratisches Netz zu formulieren und aktiv in die öffentliche Debatte einzubringen.

Das Unterrichtsmaterial „Meinung im Netz gestalten“ ist teil des Angebotes Medien in die Schule, das zahlreiche Inhalte und Themen der Medienbildung für den Lernraum Schule aufbereitet. Das Projekt wird von den Partnern FSM, FSF und Google Deutschland umgesetzt und durch die Bundeszentrale für politische Bildung, Amadeu Antonio Stiftung, Auerbachstiftung u.a. unterstützt.