Zeitbedarf: ca. 90 Min.

Aufgabe

Gestaltung und Durchführung einer „Geheimen Ausstellung“ und/oder QR-Code-Rallye über das Lernen mit Smartphones in der Schule.

Lernziel

Die allgemeinen Möglichkeiten zur Nutzung von Smartphone & Co. für das Lernen werden mit dem eigenen, konkreten Alltag verknüpft. Sowohl die Schule als Lebensraum, als auch das Lernen als individueller Prozess werden differenzierter und als gestaltbar wahrgenommen.

Ablauf

Hinweis vorab: Materialblatt_Handy_11 Materialblatt_Handy_11 gibt eine Einführung in die Funktionsweise und Erstellung von QR-Codes.

Für diese Unterrichtseinheiten werden zwei Varianten vorgeschlagen. Das Thema ist für beide Varianten gleich:

Wo kann das Smartphone mich wie beim Lernen unterstützen?
In der Basisvariante „Geheime Ausstellung“ werden QR-Codes „nur“ zur Verbreitung von Informationen genutzt. QR-Codes mit kurzen Informationen werden auf dem Schulgelände verteilt und können von allen interessierten Mitgliedern der Schulgemeinschaft erkundet werden. Das Vorgehen wird im Folgenden aufgeteilt auf sechs Schritte beschrieben.

Die erweiterte Variante „QR-Code-Rallye“ ergänzt dieses Vorhaben um eine aktivierende Wettbewerbskomponente für weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft. Das Vorgehen ist in UE-3d beschrieben.

1. Vorbereitung (ca. 5 Min.)
Zu Beginn werden die erstellten Aussagen nach dem Zufallsprinzip auf Arbeitsgruppen mit je 3 Schüler_innen verteilt. (Es können auch die Arbeitsgruppen aus UE3-b mit den von ihnen selbst erarbeiten Beispielen beibehalten werden.)

Die Anzahl der Aussagen insgesamt ist relativ flexibel. Eine gute Größenordnung bilden ein bis zwei Aussagen pro Schüler_in, also insg. ca. 30 bis 50 Aussagen. Sie müssen nicht trennscharf voneinander sein und können sich sogar stark ähneln.

2. Nachrichten vorbereiten (ca. 20 Min.)
Jeder QR-Code soll eine kurze Nachricht enthalten, die mit einem Smartphone entschlüsselt werden kann. Dafür braucht es zunächst eine Reihe von Nachrichten. Die Grundlagen dafür wurden in der vorherigen Unterrichtseinheit bereits geschaffen. Die einzelnen Beispiele sollen jetzt mit einem konkreten Ort auf dem Schulgelände verbunden werden. Da ja auch das informelle Lernen Berücksichtigung finden soll, können die Schüler ermuntert werden, möglichst das ganze Schulgelände zu nutzen und nicht nur die Unterrichtsräume.

Die Fragestellung zu jedem einzelnen Beispiel lautet also:

  • Wo kann das Smartphone mich wie beim Lernen unterstützen?

Je nach Anzahl der erarbeiteten Punkte kann dieser Schritt auch mit der gesamten Klasse anstatt in den vorgeschlagenen Arbeitsgruppen erfolgen.

Wurden die Beispiele auf Papier notiert, so kann ein dazugehöriger Ort einfach auf die Rückseite geschrieben werden. In einer digitalen Liste kann der Ort einfach unter die Aussage geschrieben werden.

Für viele Punkte wird es nicht den einen richtigen Ort geben. Das ist kein Hindernis und liegt häufig daran, dass ein Smartphone eben ein mobiles Gerät ist. In diesen Fällen kann einfach irgendein möglicher Ort in der Schule gewählt werden. Es ist aber wichtig, dass auf jeden Fall ein ganz konkreter Ort angegeben wird, denn genau dort wird später der QR-Code angebracht.

Tipp: Sollte es zeitlich möglich sein, so kann diese Aufgabe auch mit einer Pause oder „Hausaufgabe“ verbunden werden, sodass die Schüler mit ihren Beispielen auf dem Schulgelände nach geeigneten Orten suchen.

3. QR-Codes erstellen (20 Min.)
Im nächsten Schritt wird jede Aussage zu einem QR-Code „verschlüsselt“. Entsprechende Dienste sind im WWW kostenlos verfügbar und über eine Suche nach „QR-Code erstellen“ zu finden (siehe Empfehlungen auf Materialblatt_Handy_11 Materialblatt_Handy_11).

Je nach Anzahl der zu erstellenden QR-Codes und der Ausstattung mit Computern und Druckern kann dieser Schritt in entsprechend großen Arbeitsgruppen durchgeführt werden. Bei idealer Ausstattung kann jede Arbeitsgruppe mit ihren Texten an einem eigenem Computer arbeiten, sodass alle direkt mit der Erstellung zu tun haben und diese auf diesem Weg kennen- und erlernen.

Dieser Schritt ist in der Praxis nicht schwierig, benötigt aber etwas Zeit, da jeder Text in den QR-Generator kopiert und der erstellte Code einzeln ausgedruckt werden muss.

Tipp 1: Aus einem erstellten QR-Code lässt sich ohne Entschlüsselung nicht mehr erkennen, um welche Aussagen und welchen Ort es darin geht, sodass die Zettel leicht durcheinander geraten können. Daher empfiehlt es sich, die Aussagen durchzunummerieren und die entsprechende Nummer auch auf die Rückseite jedes QR-Codes zu schreiben.

Tipp 2: Bei QR-Codes kommt es nicht auf die Größe an, solange sie lesbar bleiben. Zur leichteren Ordnung und Auffindbarkeit kann ein QR-Code auf eine DIN-A4-Seite gedruckt werden. Es sind aber auch (deutlich) kleinere oder großkopierte QR-Codes möglich. QR-Codes funktionieren prinzipiell auch auf farbigem Papier, solange der Kontrast zum Schwarz des Druckers deutlich bleibt. Es ist also möglich, eine Signalfarbe für alle Papiere auszuwählen, über die die Zettel auf dem Schulgelände einfacher zu finden sind.

Tipp 3: Die Wiedererkennbarkeit der Zettel kann auch gewährleistet werden, indem eine Überschrift auf jedem Zettel zu finden ist. Hier kann auch eine kleine Anleitung untergebracht werden. Ein Beispiel findet sich auf Materialblatt_Handy_12 Materialblatt_Handy_12. Hier muss nur jeweils die QR-Code-Grafik ausgetauscht werden.

4. QR-Codes anbringen (ca. 20 Min.)
Die Arbeitsgruppen rüsten sich nun mit (wieder ablösbarem) Klebeband und ihren QR-Code-Zetteln aus. Diese werden an diejenigen Orte geklebt, die den jeweiligen Aussagen zugeordnet sind.

Falls nicht alle Aussagen digital gespeichert sind, sollte von jedem Zettel eine Sicherheitskopie hinterlegt werden, sodass in den Folgetagen „verschwundene“ Zettel ersetzt werden können.

5. Die Schule informieren (ca. 20 Min.)
Damit möglichst viele Menschen von dem Projekt erfahren, braucht es noch etwas Öffentlichkeitsarbeit für die geheime Ausstellung.

Dazu sollten vorab folgende Dinge mit der Klasse besprochen und festgelegt werden:

  • Titel: Gibt es Wünsche, wie das Projekt heißen soll? (Falls nicht, kann es bei der in Materialblatt_HANDY_11 verwendeten Formulierung bleiben.)
  • Für welchen Zeitraum soll die Ausstellung hängen? (Empfehlung: max. eine Woche. Ein längerer Zeitraum ist möglich, erhöht aber den Aufwand für die Pflege und senkt den Ereignischarakter. Wenn sie entsprechend beworben wird, ist auch die Konzentration auf einen Tag möglich.)
  • Wer ist der Ansprechpartner bei Nachfragen von interessierten Menschen in der Schule? (Hierzu können z.B. einzelne Schüler_innen benannt werden. Es ist auch denkbar, gesonderte technischen Ansprechpartner, z.B. eine Person für Apple- und eine für Android-Geräte zu benennen.)

Aus diesen Informationen kann nun ein einfacher Flyer/Aushang für die Schule erstellt und anschließend verteilt werden.
Materialblatt_Handy_12 Materialblatt_Handy_12und Materialblatt_Handy_13 Materialblatt_Handy_13dienen als Vorlage

Zusätzlich sollte das Lehrer_innenkollegium und der Reinigungsdienst informiert werden, um mit der „geheimen Ausstellung“ keine unnötigen Irritationen oder unbeabsichtigten Vandalismus hervorzurufen.

6. Vereinbarungen zu Pflege und Aufräumen (ca. 5 Min.)
Es sollte vereinbart werden, dass für die Dauer der Ausstellung jede Arbeitsgruppe für „ihre“ Zettel verantwortlich bleibt. Dazu gehört, dass täglich nach ihrem Zustand geschaut wird und bei Beschädigung/Entfernung Ersatz aufgehängt wird.

Nach Ablauf des Projektes müssen die QR-Codes wieder eingesammelt und ggf. Reste der Klebestreifen entfernt werden. Auch hierfür können die Arbeitsgruppen verantwortlich sein, falls nicht eine Gruppe dies für alle Zettel übernehmen möchte.

Hinweise

Die Unterrichtseinheit ist so konzipiert, dass möglichst wenig Aufwand im Nachhinein entsteht. Allerdings muss dennoch damit gerechnet werden, dass während der Ausstellung Aufwand für Nachfragen und ggf. „Reparaturen“ anfallen.

Wenn die Schulordnung die Nutzung von Smartphones/iPod Touch in der Schule generell verbietet, so sollte mit der Schulleitung eine Ausnahmeregelung für das Projekt vereinbart und im Rahmen der Ankündigung bekannt gegeben werden.

Materialien

  • Materialblatt_Handy_10 Materialblatt_Handy_10 „Wie unterstützt mich das Smartphone beim Lernen?“ (Aufgabe für die Schüler_innen)
  • Materialblatt_Handy_11 Materialblatt_Handy_11 „QR-Codes erstellen und entschlüsseln“ (Hintergrund für Lehrkräfte)
  • Materialblatt_Handy_12 Materialblatt_Handy_12 „QR-Code-Aushang“ (beispielartige Vorlage)
  • Materialblatt_Handy_13 Materialblatt_Handy_13 „Musterflyer ‚Geheime Ausstellung’“ (beispielartige Vorlage)
  • Smartphone zum Demonstrieren und Testen der QR-Codes
  • installierte Scanner-App, z.B. Barcoo
  • ein (besser pro Arbeitsgruppe ein) internetfähiger Computer mit Drucker
  • (ggf. farbiges) Papier, mind. doppelt so viel wie Beispiele, also 50 bis 100 Bögen; zusätzlich Papier für Aushänge/Flyer
  • Schere, falls die Aushänge kleiner als DIN A4 sein sollen
  • mehrere Rollen Klebe-/Kreppband
  • Internetzugang für die Erstellung der QR-Codes
  • Kopierer für Aufgabenzettel sowie Flyer/Aushang