Modul herunterladen

Modul_4 Modul 4 Modul_4

„Wieso benutzen wir den Begriff Hate Speech? Die Debatte ist vor allem durch die US-amerikanische Auseinandersetzung geprägt. Das deutsche Gegenstück Hassrede ist dagegen kaum etabliert. Der englische Begriff hat sich zudem auch im Deutschen etabliert und dient so als Oberbegriff für das Phänomen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Volksverhetzung.“

Hate Speech ist eine Erscheinung, die überall im Internet auftreten kann: in Sozialen Netzwerken, in Kommentaren, bei Internetdiensten, in Foren. Sie kann subtil sein oder sich durch Beschimpfungen und Drohungen ausdrücken. Hasserfüllte, aggressive und menschenfeindliche Auslassungen bestimmen den Ton. Ein zunehmender Extremismus in der Gesellschaft spiegelt sich auch im Netz und in sozialen Netzwerken, das Phänomen Hate Speech nimmt zu  – und damit die Einflussmöglichkeiten antidemokratischer Gruppierungen auf die öffentliche Meinungsbildung und den sozialen Umgang miteinander. Es gibt keine allgemeingültige Lösung zum Umgang mit Hate Speech. Je nach Kontext sind unterschiedlicheMaßnahmen gefragt. Darüber hinaus kann auch die Menge der Beiträge eine Herausforderung für Plattformbetreiber, Community-Manager und Online-Redaktionen darstellen.

Kommentare vor der Veröffentlichung prüfen, Beiträge ignorieren, moderieren, sperren, löschen, melden, anzeigen – dies alles gehört zu den Maßnahmen, mit denen Blogger_innen, Moderator_innen und Supportmitarbeiter_innen reagieren können. Schnell steht dann jedoch der Zensurvorwurf im Raum, denn die Verbreiter_innen antidemokratischer und menschenverachtender Inhalte berufen sich auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Sind hingegen Straftatbestände wie der der Volksverhetzung (§ 130 StGB) erfüllt, kann Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft erstattet werden. Verschwörungstheorien kann mit Fakten begegnet werden. o bleiben solche Beiträge dann jedenfalls nicht unwidersprochen.

Selbst aktiv werden, in die Debatten eingreifen, für Hate Speech und die Absichten dahinter sensibilisieren, Widerspruch leisten, Gegenreden unterstützen und sich solidarisieren sind konstruktive Möglichkeiten, Hate Speech im Netz auf einer ganz persönlichen Ebene entgegenzutreten. Dabei gilt: Gegenhalten ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Wer Gegenrede leistet, kann mitunter selbst zum Angriffsziel werden. Sich Verbündete zu suchen um gemeinsam zu argumentieren und aufzuklären ist ebenso wichtig, wie die eigene Privatsphäre zu schützen. Werden konkrete Drohungen ausgesprochen, ist es an der Zeit, diese nicht nur dem Plattformbetreiber zu melden, sondern auch Anzeige zu erstatten.

Ziel

Dass Sprache auch eine Form von Gewalt sein kann, zeigt den Schüler_innen das Modul „Hate Speech“. Ihre Erfahrungen mit verletzendem (Online-)Verhalten (Shitstorms, Trolle, Hater etc.) bilden den Ausgangspunkt, um mithilfe konkreter „Sprach-Tests“ vielleicht auch weniger wahrnehmbare Formen von Hate Speech zu reflektieren sowie mit konkreten Handlungsstrategien Hate Speech entgegnen zu können. In der Abschlussdiskussion entwickeln die Schüler_innen kreative Ideen, um demokratisches Verhalten zu unterstützen und unsere (Netz-)Welt zu verbessern.

Zeitbedarf

Für das Modul „Hate Speech“ (UE4b bis UE4e) müssen 135 Minuten eingeplant werden. Falls das Modul ohne das Modul 1 durchgeführt wird, gibt die UE4a einen einführenden Überblick zu demokratischen Werten.

Unterrichtseinheiten des Moduls

Modul 4 - Aktuelle (Netz)Kultur
Einleitung Modul 4
UE4-a Was ist deine Vorstellung von Demokratie?
(UE entfällt, wenn Modul 1 bereits durchgeführt wurden)
ca. 20-45 Min.
UE4-b Was ist Hate Speech? ca. 20 Min.
UE4-c Hate Speech verletzt! ca. 25 Min.
UE4-d Wie kann ich mit Hate Speech umgehen? ca. 45 Min.
UE4-e Abschlussdiskussion: Wie setzt du dich für mehr Demokratie ein? ca. 45 Min.