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Virtueller Elternabend: FSK-Freigaben für Filme und Serien – Jugendschutz einfach erklärt | 16.09.2024

Elternguide.online veranstaltet einen kostenlosen virtuellen Elternabend am 16.09.2024 zum Thema „FSK-Freigaben für Filme und Serien – Jugendschutz einfach erklärt“ mit Michael Schmidt (Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK) und Peter Kaun (Sprecher der Film- und Videowirtschaft bei der FSK). Er findet von 17:00 bis 18:00 Uhr statt.

Über den virtuellen Elternabend

Jede Woche laufen neue Filme im Kino an, Serien feiern auf Streamingseiten Premiere oder erscheinen erstmals auf DVD oder Blu-ray. So werden den meisten schon einmal die Alterskennzeichen der FSK begegnet sein: ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren. Doch welche Rolle spielen Altersfreigaben für Kinder, Jugendliche und Eltern? Wie kommen sie zustande und was bedeuten sie genau?

Beim virtuellen Elternabend wird die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden die gesetzlichen Altersfreigaben für u.a. Filme, Serien und Trailer festlegt, ihre Arbeit vorstellen. Es wird ein Einblick in das Prüfverfahren der FSK geboten und erläutert welche Kriterien sich konkret hinter welcher Altersfreigabe verstecken. Auch werden die Medienkompetenz- und Teilhabeprojekte für Kinder und Jugendliche sowie das Informations- und Orientierungsangebot der FSK präsentiert werden.

Zur Anmeldung auf Elternguide.online

Moderation: FSM e.V.

Hinweis: Der virtuelle Elternabend findet per Zoom statt. Er ist kostenlos und offen für alle Interessierten! Dieser Elternabend wird weder gestreamt noch aufgezeichnet. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

Digitalcafé „Umgang mit Fake News und Hassrede“: Debunking, Prebunking, Filterblasen & Co.

Das vergangene Digitalcafé „Umgang mit Fake News und Hassrede: Medienkompetenz als Demokratiekompetenz“ des Kompetenznetzwerks Demokratiebildung im Jugendalter zog über 80 Teilnehmende aus der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit an. Bei der Veranstaltung hielt Lidia de Reese, Referentin für Medienbildung bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM e.V.) zuerst einen Impulsvortrag über Desinformation und Hassrede. Darin erklärte sie, wie Desinformation verbreitet wird, Inhalte manipuliert werden und auf welche Rhetoriken Täter*innen zurückgreifen, wenn sie Hate Speech gezielt gegen bestimmte Personen oder Menschengruppen richten. Es ist wichtig, dass Lehr- und Fachkräfte sich mit diesen Problematiken vertraut machen: Laut der JIM-Studie 2023 treffen 58 Prozent aller Jugendlichen und junger Erwachsenen im Monat auf Desinformation im Internet und über ein Drittel begegnet ebenso häufig Hassrede.

In ihrem Vortrag betonte de Reese, wie wichtig es sei, mit Jugendlichen ins Gespräch über Desinformation und Hassrede zu treten. Dabei spielen sowohl Prebunking, die präventive Sensibilisierung für kritische Inhalte, als auch Debunking, die Richtigstellung und Aufklärung von Fake News und Hate Speech, eine bedeutende Rolle. Dazu wurden praktische Tools und Materialien vorgestellt, welche sich leicht in den Unterricht integrieren lassen und interaktiv als Spiel oder Quiz die Medienkompetenz von Schüler*innen stärken. Auch wurde hervorgehoben, dass viele verschiedene Faktoren bei der Meinungsbildung eine Rolle spielen und dass man andere Meinungen aushalten können muss, solange diese sich im demokratischen Spektrum befinden, und diskutieren können muss. Lehrkräfte sollten Jugendliche dementsprechend auf ihre Ablehnung gegenüber bestimmten Meinungen oder journalistischen Beiträgen ansprechen, die Gründe dafür herausfinden und sie auf Alternativen, sowie auf mögliche Filterblasen, in denen sie feststecken könnten, hinweisen. Oft hilft es auch, in den Austausch mit den Eltern zu treten, da diese häufig Einfluss auf die Meinungsbildung ihrer Kinder haben. Unterstützende Ressourcen und Anlaufstellen für die Elternarbeit und den Unterricht wurden in einem TaskCards Board für die spätere Nutzung gesammelt.

Abschließend tauschte man sich in Kleingruppen dazu aus, welche Themen und Probleme die Pädagog*innen derzeit besonders beschäftigen und welche offenen Fragen zu Desinformation, Hassrede und dem Umgang damit noch bestünden. Die Antworten auf einige dieser Fragen, beispielsweise wie man sein Debunking möglichst effektiv verpackt oder wie man Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihrer Filterblase helfen kann, finden Sie in diesem Resümee des Digitalcafés zum Nachlesen wieder.

Cybergrooming-Studie 2024 der Medienanstalt NRW: Kinder und Jugendliche wünschen sich mehr Hilfs- und Beratungsangebote

Heutzutage ist es leicht, über soziale Medien oder Messenger-Dienste mit anderen zu kommunizieren. So kann man sich schnell und einfach mit den eigenen Eltern, Freund*innen oder Bekannten austauschen und Beziehungen pflegen. Jedoch nutzt knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen das Internet auch, um neue Kontakte zu Fremden zu knüpfen. Allerdings weiß man dabei nicht immer, wer tatsächlich hinter einem Account steckt und Kinder und Jugendliche können mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Erwachsene bzw. Täter*innen sprechen Kinder möglicherweise mit dem Ziel an, sie sexuell zu belästigen oder sogar zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache im Netz nennt man Cybergrooming. Die diesjährige Studie „Kinder und Jugendliche als Opfer von Cybergrooming“ der Landesanstalt für Medien NRW beschäftigt sich damit, welchen Formen von Cybergrooming 8- bis 17-Jährige derzeit ausgesetzt sind, wer die Täter*innen sind und welche Informations- und Hilfsangebote Kinder und Jugendliche sich wünschen.

Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen war bereits von Cybergrooming betroffen

Schon ab dem 12. Lebensjahr steigt die Zahl der Kinder, die schon einmal Opfer von Cybergrooming waren, rasant an. Kontakt zu Täter*innen entsteht beispielsweise über Instagram (13%), WhatsApp oder Facebook (jeweils 11%), Snapchat (10%) oder vor allem bei jüngeren Kindern auch über TikTok (9%). Aber häufig kennen die Betroffenen die erwachsenen Täter*innen auch im realen Leben oder entfernter durch Freund*innen. Ältere Jugendliche werden vor allem von Tätern, die sich als männlich präsentieren, mit unangemessenen Nachrichten konfrontiert, während Jugendliche unter 15 Jahren zumeist von vermeintlich weiblichen Täterinnen kontaktiert werden. Oft geben diese vor, gleichaltrig zu sein und gemeinsame Interessen zu teilen (38%), machen ihnen Komplimente (28%) oder zeigen Verständnis für eine schwere Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen (19%). In beinahe einem Sechstel aller Fälle geben die Täter*innen ihre wahren Absichten dabei nicht sofort preis, sondern gewinnen erst deren Vertrauen durch wiederholten Kontakt.

Nachdem längere Zeit miteinander geschrieben wurde, fangen die Täter*innen an, Forderungen zu stellen. Etwa, dass ihre Opfer sich persönlich mit ihnen treffen (16%) oder ihnen Nacktbilder oder -videos von sich schicken sollen (10%). Um ihre Forderungen erfüllt zu bekommen, versprechen Täter*innen oft etwas, das die Betroffenen haben möchte, so wie Kleidung, In-Game-Währung oder Geld (12%) oder geben sich als ein Talentscout oder Fotograf aus (10%). Auch verschicken sie häufig eigene Nacktbilder, um den Kindern und Jugendlichen einen Austausch sexueller Inhalte aufzuzwingen (11%). Die erhaltenen privaten Informationen und intimen Bilder und Videos werden oft zur weiteren Erpressung verwendet, z. B. wird mit deren Veröffentlichung gedroht oder dass sie an Familie und Bekannte geschickt werden oder seltener auch mit Personenschaden an dem*der Betroffenen selbst oder an Familie und Freund*innen.

Kinder wünschen sich mehr Informations- und Hilfsangebote zu Cybergrooming

Obwohl die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen angibt, sich gut oder sogar sehr gut mit Cybergrooming auszukennen, berichten dennoch vor allem jüngere Kinder, dass sie nicht wissen, wie sie sich im Fall von Cybergrooming verhalten zu haben. Trotz der Tatsache, das die meisten Kinder und Jugendlichen auf unangemessenes Verhalten damit reagieren, dass sie die Person blockieren (61%) und den Kontakt abbrechen (51%), sich an eine Vertrauensperson wenden (40%), die Person bei der Plattform melden (33%) und Screenshots als Beweise machen (27%), gibt dennoch ein Viertel aller Betroffenen an, dass sie trotzdem weiterhin Kontakt zu dem*r Täter*in gehalten haben, nachdem sie herausgefunden haben, dass der*die Chatpartner*in erwachsen ist. Hauptgründe dafür waren, dass die Person ihnen Komplimente gemacht hat und sie es cool fanden, dass eine ältere Person an ihnen Interesse zeigte, dass sie ihnen mit ihren Problemen geholfen hat oder einfach, weil andere in ihrem Umfeld das „auch machten“ und sie „mal sehen wollten, was passiert“.

Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche über Risiken der Online-Kommunikation aufgeklärt werden, für mögliche Gefahren sensibilisiert werden sowie wissen, wie sie sich wehren können und wo sie Hilfe finden. Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich, dass das Thema in der Schule stärker behandelt wird (62%), dass mehr Chancen geschaffen werden, um es mit den Eltern (42%) und Gleichaltrigen (34%) zu besprechen und dass es mehr Beratungs- und Hilfsangebote wie Meldestellen (29%), polizeiliche Initiativen (29%) und Hilfshotlines und Mailservices gibt (26%). Viele der Befragten gaben auch an, Hilfs- und Beratungsstellen zwar zu kennen, diese aber nicht zu nutzen. Dies liegt wahrscheinlich unter anderem daran, dass es über einem Viertel der Kinder und Jugendlichen unangenehm ist, über Cybergrooming zu sprechen und 31% keinen Ansprechpartner haben, dem sie sich in solch einem Fall anvertrauen können.

Die unten aufgelisteten Ressourcen können dabei helfen, sich über Cybergrooming zu informieren und Lehrkräfte dabei unterstützen, das Thema im Unterricht aufzuarbeiten und Kindern und Jugendlichen Hilfs- und Beratungsangebote näherzubringen.

Superwahljahr 2024: Junge Wähler*innen und die Herausforderungen durch Desinformation

Am 9. Juni fanden in Deutschland die Europawahlen 2024 statt. Insgesamt durften 4,8 Millionen Erstwähler*innen an der Wahl teilnehmen, über eine Million mehr als im Vorjahr. Das ist dadurch zu erklären, dass mit der Absenkung des Wahlalters zum ersten Mal ab 16-Jährige wählen durften. Auch bei den Landtagswahlen am 22. September in Brandenburg darf ab 16 gewählt werden. Dies ist eine bedeutende Neuerung, denn auch Jugendliche sind von gegenwärtigen politischen Entscheidungen betroffen und haben somit ein legitimes Interesse daran, mitbestimmen zu dürfen.

Besonders Desinformation und Verschwörungserzählungen werden jedoch von bestimmten Akteuren online eingesetzt, um Verwirrung und Unruhe zu stiften, gesellschaftliche Spaltungen zu bewirken und ihre eigenen politischen Interessen durchzusetzen. Dabei können jene Falschinformationen viele verschiedene Formen annehmen: Deepfakes und anderweitig manipulierte Fotos von Politiker*innen, Posts mit falschen Informationen zu den Wahlen, verfälschte Screenshots von Nachrichtenschlagzeilen und vieles mehr. Solche Inhalte können sich online rasant verbreiten und den politischen Diskurs stark polarisieren und die Wahlen delegitimieren, was die Demokratie gefährden kann. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Kinder und Jugendliche für jegliche Art von Desinformation sensibilisiert werden, damit sie Fakten von Fakes unterscheiden und verstehen können, mit welchem Ziel Desinformation verbreitet wird. Mehr dazu, wie sich Desinformation auf die Demokratie auswirkt finden Sie im weitklick-Beitrag „Wie gefährdet Desinformation die Demokratie?“

Echt oder Fake? Faktenchecker für die Wahl 

Während des Wahlkampfes kursieren überall, vor allem in den sozialen Medien, widersprüchliche Informationen. Die erste Anlaufstelle für Fragen zur Wahl selbst sollte dabei immer die offizielle Webseite der Europawahlen sein. Dort lässt sich leicht herausfinden, wann die Wahlen in Deutschland stattfinden, wer wahlberechtigt ist, wie man sein Wahllokal findet und was man zum Wählen mitbringen muss. Die Seite ist auch in englischer Sprache verfügbar und es gibt auch ein zweisprachiges Angebot in Leichter Sprache auf Deutsch und auf Englisch

Auch unabhängige Faktencheck-Organisationen spielen eine wichtige Rolle bei der Überprüfung und Widerlegung von Desinformation. Es ist immer eine gute Idee, Informationen über mehrere Quellen zu prüfen und im Zweifelsfall auf einen Faktenchecker zurückzugreifen. Hier ist eine Auswahl an hilfreichen Faktencheckern für die Wahl: 

  • Elections 24 Check — länderübergreifender Faktenchecker rund um die Europawahlen 2024; auf Englisch
  • Google Fact Check Tools — funktioniert ähnlich wie eine Suchmaschine, bei der man nach zu prüfenden Informationen suchen kann; auch zum Prüfen von Bildern geeignet
  • Correctiv Faktencheck — Faktencheck zu verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Themen; die neuesten Faktenchecks können User*innen über einen WhatsApp-Kanal erhalten; außerdem können Hinweise zum Überprüfen per WhatsApp an die Nummer +49-151-17535184 geschickt werden 

Was Schulen gegen Desinformation im Wahlkampf tun können 

Ebenso wichtig ist es, dass Schulen und andere Bildungseinrichtungen sich dafür einsetzen, die Medienkompetenz junger Menschen zu stärken und ihr kritisches Denken zu fördern. Denn nur so können Kinder und Jugendliche vertrauenswürdige und unseriöse Quellen voneinander unterscheiden und sich selbstständig eine eigene politische Meinung bilden. Angebote wie der faktenstark Trust-O-Mat oder der Newstest können Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam machen, wie anfällig auch sie für Desinformation sein können und mit welchen Strategien sie diese in Zukunft besser handhaben können. 

Auch die folgenden Angebote können dabei helfen, die Themen Desinformation und Verschwörungserzählungen generell und spezifisch im Kontext der Europawahlen im Unterricht zu beleuchten:

Vodafone-Studie: Schüler*innen wünschen sich mehr KI-Einsatz in der Schule

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in fast allen Lebensbereichen vertreten: im Alltag, im Berufsleben und im Bildungswesen. Häufig wird bei der Diskussion um den Einsatz von KI jedoch nur die Perspektive von Erwachsenen berücksichtigt. Die neue Studie der Vodafone-Stiftung „Pioniere des Wandels“ hingegen hat zu Jahresbeginn Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren aus Deutschland zu ihren Eindrücken, Wünschen und Vorschlägen für den Umgang mit KI im schulischen Kontext befragt. In der Studie äußern sich die Befragten klar zu den von ihnen wahrgenommenen Vorteilen und Nachteilen von KI im Unterricht und stellen vor, welche Themen und Kompetenzen für die sichere Nutzung von KI sie in der Schule vermittelt bekommen wollen.

KI spielt eine wichtige Rolle in Alltag, aber noch nicht in der Schule

Drei Viertel aller Befragten gaben an, schon einmal eine KI-Anwendung für persönliche oder schulische Zwecke genutzt zu haben. Besonders beliebt sind dabei Anwendungen wie ChatGPT (46%), Google Lens (25%) und DeepL (19%). Vor allem werden diese zur Informationssuche (58%), für Begriffs- und Themenerklärungen (jeweils 50% und 45%) und für das Aufzeigen von Lösungswegen (32%) genutzt. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehen darüber hinaus auch großes Potenzial in der Nutzung von KI für Übersetzungen und ein besseres Verständnis von Fremdsprachen (84%), zum Lösen mathematischer Aufgaben (72%) und zur Erstellung von Zusammenfassungen (68%). Jedoch besitzen viele nicht ausreichend Informationen über Künstliche Intelligenz, um diese effektiv und sicher zu bedienen und mit Herausforderungen richtig umzugehen.

Deswegen wünscht sich die Mehrheit die Thematisierung und Nutzung von KI als festen Bestandteil des Unterrichts. Denn derzeit kommt KI an Schulen nach Angaben der Befragten noch rundum zu kurz: nur 17% aller Schulen haben bereits klare Regelungen bezüglich KI, an drei Vierteln aller Schulen ist KI hingegen entweder gar kein Thema oder es gibt noch keine einheitlichen Regelungen für deren Nutzung. 7% der Schulen haben KI sogar komplett verboten. Und das, obwohl die Mehrheit der 14- bis 20-Jährigen davon überzeugt ist, dass KI den Unterricht in den kommenden drei bis fünf Jahren stark verändern wird. Auch glauben sie, dass KI-Kenntnisse für ihr späteres Berufsleben unerlässlich sein werden.

Deswegen ist eine Einführung in das Thema nach Schulabschluss, etwa in der Universität oder bei der Ausbildung, für viele Befragte zu spät. Sie meinen, Schüler*innen sollten schon ab der Sekundarstufe I im Umgang mit KI geschult werden. Am sinnvollsten halten die Befragten dabei den Start ab der 7. Klasse (33%), aber auch der Beginn ab der 5. Klasse wird von vielen befürwortet (24%). Einen Einsatz von KI in der Grundschule wünscht sich hingegen kaum jemand. Besonders stark soll KI im Fremdsprachenunterricht (57%), in Mathe (57%) und in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern (51%) eingesetzt werden.

KI für individuellen und effektiven Unterricht, nicht für den Ersatz von Eigenleistungen

Zwar sieht mit drei Vierteln die Mehrheit den Einsatz von KI positiv, jedoch stehen besonders Jugendliche und junge Erwachsene mit einem niedrigeren formalen Bildungsniveau KI eher kritisch gegenüber. Dies kann daher stammen, dass diese oft über weniger Informationen und Kenntnisse über KI verfügen. Diese Wissenslücke könnte zu einer Vergrößerung der „Digital Divide“ führen und Schüler*innen aus solchen Verhältnissen bei der Nutzung von KI-Technologien benachteiligen. Viele der Befragten halten es deshalb für wichtig, sowohl die Vorteile von KI für die Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zu beleuchten als auch die Gefahren und die Bewältigung von Problemen im Bezug auf KI an Schulen zu behandeln. Auch sollen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von KI in der Schule und im Alltag aufgezeigt werden und die konkrete Bedienung und Funktionsweise von KI erläutert werden. Dieses Wissen über KI soll mit konkreten Kompetenzen verknüpft werden, die einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit KI gewährleisten sollen. So wollen Schüler*innen lernen, dass man nicht alles glauben soll, was man liest oder sieht (64%), Informationen kritisch hinterfragen muss (50%) und wie man seine Daten online schützt (59%).

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen versprechen sich durch den Einsatz von KI unter anderem stärker individualisierten Unterricht, z. B. durch Erklärungen von Themen, die man nicht verstanden hat (49%), Analyse von Fehlern und Vorschläge für Verbesserungen und Erklärungen während des gesamten Lernprozesses (42%) und durch die anschauliche Gestaltung des Unterrichts durch den Einsatz von digitalen Inhalten (38%). Andererseits machen sich viele Sorgen, dass die eigenen Leistungen nicht mehr von KI-generierten Antworten zu unterscheiden sein werden (57%), man das Lernen an sich verlernt (49%) und Betrugsversuche nicht mehr aufdeckbar sein werden (34%). Auch erkennt ein großer Teil, dass in KI bestimmte Vorurteile einprogrammiert sein könnten und diese bestimmte Perspektiven nicht berücksichtigen könnte (30%).

Im Bezug auf das erste Problem, der erschwerten Abgrenzung von Eigenleistungen und Antworten einer KI, wurden die 14- bis 20-Jährigen nach potenziellen Lösungsansätzen gefragt. Mit 59% wünscht sich die Mehrheit, dass Prüfungen weniger Auswendiglernen beinhalten und aus mehr Anwendungs- und Problemlösungsfragen bestehen. Auch fordert über die Hälfte, dass Prüfungen stärker an den individuellen Lernstand der Schüler*innen angepasst werden sollten. Einige schlagen darüber hinaus vor, dass Klausuren durch eine kontinuierliche Bewertung des Lernfortschritts ersetzt werden könnten oder als mündliche Prüfungen abgehalten werden könnten.

Die Studie zeigt auf, dass Schüler*innen den Einsatz und die Nutzung von KI und die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen rund um KI an Schulen fordern. Lehrkräfte sind gefordert sich relevante Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, um Informationen über KI kompetent an ihre Schüler*innen vermitteln zu können. Die unten aufgelisteten Unterrichtsmaterialien und Angebote sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, erste Eindrücke zum Thema KI zu gewinnen und KI im Unterricht zu thematisieren:

Leichte Sprache-Spezial: Unterrichtsmaterialien in leichter Sprache

Es ist die Aufgabe aller Lehrkräfte, ihre Schüler*innen so gut wie möglich auf ihrem Bildungsweg und bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Dazu zählt jedoch nicht nur die Schulung in den klassischen Fächern wie Deutsch, Mathematik oder Englisch, sondern auch der Erwerb weiterer wichtiger Kompetenzen. Mit der rasanten Digitalisierung wird besonders die Medienbildung ein immer bedeutender Teil jener Kompetenzvermittlung.

Allerdings fällt es oft schwer, angemessene Unterrichtsmaterialien für junge Menschen mit Einschränkungen beim Lesen und Verstehen zu finden. Um allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu wichtigen Informationen und Bildungsinhalten zu ermöglichen, müssen deswegen Angebote in leicht verständlicher Sprache her. Diese fördern die Inklusion und Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an der digitalen Gesellschaft und ermöglichen es ihnen, sich sicher und selbstbewusst im Internet zu bewegen. Deswegen haben wir für Sie kostenlose Arbeitsblätter, Erklärtexte, Broschüren und vieles mehr in Leichter Sprache zu den Themenfeldern Jugendmedienschutz und Medienpädagogik gesammelt, um die Förderung der digitalen Kompetenzen aller Schüler*innen zu erleichtern.

Definitionen und Erklärtexte rund um Medien

Für den Einstieg in die Medienbildung und die Aneignung erster Kenntnisse ist es oft hilfreich, zentrale Begriffe wie Medien, Digitalisierung oder soziale Netzwerke nachschlagen zu können. Die folgenden Angebote bieten kurze, leicht verständliche Begriffsdefinitionen und längere Erklärtexte in vereinfachter Sprache, um grundlegende Fragen wie „Was ist ein Computer?“ oder „Was kann ich mit einem Smartphone alles machen?“ zu klären.

Unterrichtseinheiten und -materialien zur Medienbildung

Umfangreichere Unterrichtseinheiten aus beispielsweise Arbeitsblättern, Broschüren, Stundenablaufplänen und Videos hingegen eignen sich, um Themen zu vertiefen und zu festigen. Die hier vorgestellten Materialien thematisieren verschiedenste medienpädagogische Schwerpunkte, wie Cybermobbing, Desinformation und Extremismus, aber auch die Rolle von Influencer*innen, Geschlechterstereotypen in Musikvideos und Datenschutz. Einige wurden fächer- oder altersspezifisch konzipiert, während andere frei in allen Klassenstufen und Fächern eingesetzt werden können, soweit gewünscht.

Für Eltern stellt Elternguide.online zusätzlich Texte in Leichter Sprache zu Verfügung. Sie sollen dabei helfen, den richtigen Medieneinsatz für verschiedene Altersklassen einzuschätzen und welche Angebote und Geräte sich für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Lebensphasen eignen.

Lauter Hass, leiser Rückzug: Immer mehr fordern stärkere Medienbildung gegen Hass im Netz

Die Hälfte aller deutscher Internetnutzer*innen wurden schon einmal mit Hass im Netz konfrontiert, so lautet ein Ergebnis der neusten Studie „Lauter Hass, leiser Rückzug“ des Kompetenznetzwerks Hass im Netz. Mehr als 3.000 Teilnehmer*innen ab 16 Jahren wurden in der Studie zu ihrer eigenen Wahrnehmung und ihren Erfahrungen mit Hass im Netz befragt. Besonders stach dabei hervor, dass Jugendliche überdurchschnittlich oft Kontakt zu hasserfüllten Inhalten hatten, dreimal so viel wie die älteste erfasste Altersgruppe. Auch wurde beleuchtet, wie Jugendliche auf problematische Situationen reagieren und Hilfestellung leisten, welche Folgen Betroffene mit sich tragen und welche Wünsche und Ansprüche an das Bildungswesen Nutzer*innen stellen.

Über ein Viertel aller Jugendlicher war schon einmal von Hass im Netz betroffen

69 Prozent aller Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 16 bis 24 Jahren haben schon einmal selbst Hass im Netz gesehen; über ein Viertel hat sich sogar selbst als Ziel solcher Kommentare wiedergefunden. Frauen und Personen, die einer Minderheit angehören, kommen dabei überproportional oft mit Hass in Berührung. Frauen, Personen mit nicht heterosexueller Orientierung und Personen mit Migrationshintergrund, vor allem mit sichtbarem Migrationshintergrund, erfahren im Schnitt mindestens 10 Prozent mehr Hass als andere Bevölkerungsgruppen. Zudem nehmen junge Menschen auch Politiker*innen (60%), Geflüchtete (58%), Aktivist*innen (54%) und religiöse Gruppen wie Muslime (45%) und Juden (31%) als häufige Ziele für aggressive und abwertende Aussagen wahr.

Häufig richten sich hasserfüllte Beiträge daneben gegen die politischen Ansichten, das Aussehen und die körperliche und psychische Gesundheit der Betroffenen. Betroffene berichten vor allem von Beleidigungen als verbreitetster Hassakt, gefolgt von der Verbreitung von Falschinformationen über einen selbst, sexueller Belästigung, unter anderem durch das Zuschicken von Nacktfotos oder Dickpics, und Bedrohung und Doxing. Frauen werden dabei weitaus häufiger Opfer sexualisierter Gewalt und erhalten fast doppelt so häufig ungefragt Nacktbilder, während Männer eher physische Gewaltandrohungen zugestellt bekommen.

Soziale Medien als Verbreitungsorte für Hass

X (früher: Twitter) wird von der Hälfte der Befragten als häufigster Schauplatz für Hass genannt. Knapp dahinter befinden sich TikTok (47%), Facebook (41%) und Instagram (38%). Messenger-Dienste wie WhatsApp werden hingegen eher selten benannt, mit der Ausnahme von Telegram, welcher häufiger nicht im privaten Kreis, sondern für seine öffentlichen Channels genutzt wird. Gleichzeitig nennt über die Hälfte der Befragten X, TikTok, Facebook und Instagram allerdings auch als Plattformen mit den leichtesten Meldewegen, während besonders Messenger-Dienste und Gaming-Plattformen eher schlecht abschneiden.

Dennoch greifen die meisten Jugendlichen zu passiveren Umgangsformen mit Hass wie das Blockieren und Stummschalten von Hassverbreitern (46%), das Privatstellen des eigenen Profils (40%) und dem Ignorieren von Kommentaren (36%). Betroffene sind hingegen öfter proaktiver: Drei Viertel melden den Plattformen Hass und zwei Drittel äußern sich kritisch gegenüber solchen Beiträgen und Kommentaren. Etwas weniger als die Hälfte zieht sich jedoch als Antwort auf Hass im Netz komplett sozial zurück und berichtet von psychischen Beschwerden (35%), Problemen mit dem Selbstbild (35%) und einem Rückgang der Online-Aktivität (34%). Fast die Hälfte deaktiviert und löscht ihr Profil daraufhin oder hört auf, auf der Plattform zu posten. Hilfsangebote dritter Parteien wie Meldestellen, Beratungsstellen oder der Polizei werden hingegen von allen Nutzer*innen wenig genutzt.

Hass im Netz gefährdet die Vielfalt im Internet

Die Mehrheit der Befragten macht sich Sorgen, dass andere sich durch Hass im Netz eingeschüchtert fühlen und weniger an Diskussionen teilnehmen, sich seltener zu ihrer eigenen politischen Meinung bekennen oder das Gefühl haben, sie müssen ihre Beiträge bewusst vorsichtiger formulieren. Vor allem Frauen, junge Erwachsene und Minderheiten bekennen sich dazu, sich von Onlinediskussionen ausgeschlossen zu fühlen. Dadurch werden sie bei politischen Debatten und bei der Meinungsbildung benachteiligt.

Deswegen fordern 84 Prozent aller Befragten, dass Hass im Netz im Unterricht stärker behandelt und fest in Lehrplänen verankert werden sollte. Sie verlangen mehr und umfangreichere Fortbildungen für Pädagog*innen und eine stärkere finanzielle Förderung von Projekten aus der Medienbildung.

Projekte wie Medien in die Schule sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, gemeinsam mit ihren Schüler*innen Themen wie Hass im Netz und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft zu behandeln sowie Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten zu erlernen.

Eine Auswahl an hilfreichen weiterführenden Materialien zum Thema „Hass im Netz“ finden Sie hier:

Mediengewichtungsstudie 2023: Soziale Medien als wichtigste Informationsquelle unter Jugendlichen

Auch im vergangenen Jahr haben sich die Medienanstalten mit dem Einfluss verschiedener Medien auf die Meinungsbildung in Deutschland befasst. Dazu wurde der Medienalltag von 1.412 Studienteilnehmenden ab 14 Jahren im Rahmen der Mediengewichtungsstudie 2023 erfasst und ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei die Mediengattungen Fernsehen, Radio, Internet, Zeitung, Zeitschrift und Magazin.

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Auswertung auf die Funktion von Intermediären wie sozialer Netzwerke bei der Verbreitung von Informationen gelegt. Vor allem Kinder und Jugendliche haben oft Probleme damit, wahre von verfälschten Inhalten zu unterscheiden und die Legitimität von Anbietern einzuschätzen, sind jedoch gleichzeitig besonders im Internet einer andauernden, stetig wachsenden Flut an Desinformation und Verschwörungserzählungen ausgesetzt. Es ist deswegen wichtig, die Reichweite solcher digitaler Angebote einzuschätzen, um Minderjährige auf künftige Herausforderungen vorbereiten zu können.

Das Internet übertrifft das Fernsehen erstmals als wichtigstes Informationsmedium

Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau von 2019 ist die Mediennutzung für informative Zwecke im letzten Jahr etwas angestiegen. Insgesamt gaben 81,4 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen an, Medien täglich für die Informationssuche zu verwenden. An erster Stelle stand dabei das Internet, welches von knapp über der Hälfte jeden Tag für Informationen genutzt wird, und übertraf damit erstmalig das Fernsehen als dominanteste Informationsquelle. Bei den jüngeren erfassten Altersgruppen betrug dieser Wert sogar bis zu 70,9 Prozent. Auch messen Jugendliche dem Internet deutlich mehr Bedeutung bei der Informationssuche bei als Erwachsene. Aber auch klassische Angebote wie das Fernsehen, Tageszeitungen und das Radio werden weiterhin von ihnen genutzt.

Die Angebote klassischer Anbieter bleiben im Internet jedoch weiterhin beliebt: mit 30,8 Prozent liegen sie auf dem 2. Platz der wichtigsten Info-Touchpoints für Jugendliche, hinter originären Onlineangeboten. Auch die sozialen Medien, Internetangebote und Angebote des Rundfunks werden von dieser Altersgruppe als bedeutend für den Informationskonsum erachtet.

Instagram als wichtigste Informationsquelle unter Jugendlichen

Insgesamt ist die Nutzung von Intermediären im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Jedoch bleiben sie für den Informationszyklus weiterhin relevant. Während die Suchmaschine Google bei allen anderen Altersgruppen die höchste Tagesreichweite verzeichnete, zeigte sich Instagram mit beinahe einem Drittel aller Befragten als Sieger bei den unter 30-Jährigen. Google folgte mit etwas Abstand auf Platz 2 (26,1%), während YouTube (25,7%), TikTok (11,7%) und Facebook (8,1%) den Rest der Top 5 bekleideten.

Die sozialen Medien stechen damit noch vor anderen Onlineangeboten als wichtigste Informationslieferanten hervor. Allerdings nimmt die Mehrheit Nachrichten nur nebenher auf und nutzt die Plattformen primär für andere Zwecke wie der Unterhaltung oder Kommunikation mit Freund*innen und Familie. Nur für 10,5 Prozent sind Informationen der Hauptgrund für ihre Nutzung von sozialen Medien. Auch halten über die Hälfte die Informationen, die ihnen in ihrem Feed angezeigt werden, für ausreichend.

Dennoch hält knapp über ein Viertel die sozialen Medien für wichtige Nachrichtenquellen und nutzt diese täglich für solche Zwecke. Auch hat über ein Drittel mindestens ein Nachrichtenangebot auf einem oder mehreren der Netzwerke abonniert. Besonders beliebt sind dabei Angebote klassischer Medien (44,8%), eines Fernsehsenders (35,7%) und von Tageszeitungen (25,3%), aber auch von individuellen Content Creators wie privaten Nutzer*innen (26,1%) oder Blogger*innen, Influencer*innen und YouTuber*innen (23,3%). Diejenigen, die regelmäßig Nachrichten in den sozialen Medien rezipieren, lesen mehrheitlich auch weiterführende Informationen, Kommentare und Diskussionen zu diesen Beiträgen. Auch teilen 22,5 Prozent Artikel mit anderen und 20,6 Prozent nehmen selbst am Diskurs in der Kommentarsektion teil.

Problematisch ist allerdings die Anzahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich (fast) ausschließlich auf die sozialen Medien für ihre Nachrichten verlassen: 36,8 Prozent geben an, Informationen hauptsächlich oder sogar exklusiv über die sozialen Medien aufzunehmen. Zwar nutzen die meisten somit dennoch entweder soziale Medien und andere Quellen gleichermaßen oder präferieren sogar andere Informationsangebote, allerdings kann der relativ große Anteil, der nicht auf andere Quellen zurückgreift, nicht unbeachtet gelassen zu werden. Denn eine solche Einschränkung der Informationsquellen führt dazu, dass Informationen schwerer über verschiedene Quellen hinweg verifiziert werden können und kann zur Verbreitung von Desinformation beitragen.

Unsere weiterführenden Angebote

Deswegen ist es wichtig, Jugendliche im Umgang mit verschiedenen Mediengattungen zu schulen und ihnen beizubringen, sich ihre Meinung auf der Basis von vielen unterschiedlichen Quellen zu bilden. Die folgenden Lehrmaterialien sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, Schüler*innen im schulischen Kontext über Themen wie Desinformation, Meinungsbildung und Nachrichtenproduktion zu unterrichten:

Let’s talk about Porno: Q&A Chat am Safer Internet Day | 6. Februar

Es gibt viele Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit Pornografie und sexuellen Inhalten im Netz. Zum Beispiel, wie sich junge Menschen verhalten sollen, wenn Pornos im Klassenchat kursieren oder wie Eltern ihr Kind am besten über Pornografie im Netz aufklären. Am 6. Februar – Safer Internet Day 2024 – geben die Mitglieder des deutschen Safer Internet Centre – klicksafe, Nummer gegen Kummer e.V., jugendschutz.net und internet-beschwerdestelle.de – kompetente Antworten. Egal ob Jugendliche, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte oder Erziehungsberechtigte – alle können ihre Fragen stellen. Die Expertinnen und Experten des deutschen Safer Internet Verbunds geben Einschätzungen zu rechtlichen Fragen, beraten und geben medienpädagogische Hilfestellung. Sexualpädagoginnen und Sexualpädagogen von pro familia München und Sexologin Magdalena Heinzl geben außerdem Auskunft zu sexuellen Aufklärungsangeboten.
Der Q&A-Chat ist am 6. Februar kostenlos von 8:00 bis 18:00 Uhr unter diesem Link erreichbar.

Verbund Safer Internet DE: Information, Beratung, Melden

klicksafe bildet zusammen mit Nummer gegen Kummer e.V. und den Meldestellen jugendschutz.net und internet-beschwerdestelle.de (gemeinsam umgesetzt von eco und FSM) das deutsche Safer Internet Centre. Die Stärke des Verbunds Safer Internet DE liegt in der kollaborativen Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten aus Medienpädagogik, Recht und Beratung. Diese gebündelte Expertise ermöglicht es, das Thema des Safer Internet Days, „Let’s talk about Porno“ im Q&A-Chat umfassend zu bearbeiten.

Vorgestellt: Neue Videoreihe „Mehr Durchblick mit…“ gegen Desinformation und Hate Speech | weitklick

Das Blended-Learning-Fortbildungsprogramm weitklick hat eine neue fünfteilige Videoreihe mit dem Titel „Mehr Durchblick mit…“ veröffentlicht. Die Videos sollen Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen Einstieg in das Themenfeld Desinformation und Hate Speech bieten. Denn gerade diese Altersgruppe ist laut der neusten JIM-Studie vermehrt einer Flut an Desinformation ausgesetzt und muss lernen, dieser zu begegnen.

In den Videos erklären Fachkräfte aus der Medienbranche anhand von Beispielen aus ihrer Berufspraxis, wie Desinformation und Hass in den Medien und auf Social Media aussehen können. Außerdem geben sie praktische Tipps zum Umgang mit beiden Phänomenen. Die Videos sind zwei bis vier Minuten lang und setzen kein Vorwissen voraus, weshalb sie sich für den Einsatz im Unterricht oder in außerschulischen Bildungsprojekten eignen. Sie empfehlen sich für Schüler*innen ab der 7. Klasse.

Die Videoreihe im Überblick

Die fünf Videos befassen sich mit unterschiedlichen Facetten von Desinformation und Hate Speech wie der Einschätzung der Seriosität von Quellen, dem Einsatz von KI bei der Verbreitung von Desinformation und dem Zusammenhang zwischen Desinformation und Hate Speech. Die Themen und Referent*innen sind im Detail hier aufgelistet:

  1. „Wie kann ich seriöse von unseriösen Nachrichtenquellen auf Social Media unterscheiden?“ mit Minh Thu Tran (Journalistin & Podcasterin)
  2. „Wie erkenne ich Desinformation und was kann ich dagegen tun?“ mit Pascal Siggelkow (ARD-faktenfinder)
  3. „Was verändert sich durch KI in Bezug auf Desinformation?“ mit Cristina Helberg (Journalistin & Medientrainerin)
  4. „Was ist Hate Speech und was kann ich dagegen tun?“ mit Fluky (Referent*in für politische Bildung)
  5. „Wie hängen Desinformation und Hate Speech zusammen?“ mit Charlotte Lohmann (Expertin für Medienkompetenz)

Die Videos sind kosten- und werbefrei und können unter www.weitklick.de/videoreihe über YouTube gestreamt oder direkt heruntergeladen werden. Es stehen Untertitel auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Russisch zur Verfügung.