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Rechtsextremismus nutzt online einen Großteil der aktuell verfügbaren Informationskanäle und Kommunikationswege zur Verbreitung seines menschenverachtenden Gedankenguts und zur Erweiterung seiner Basis. Anwerbung, Informationen, Meinungsmache, Hetze, Verabredungen zu Aufmärschen bis hin zur Anstiftung von Gewalt etc. finden ihren Ausdruck auch in Sozialen Netzwerken, bei Internetdiensten und auf Webseiten. Die Tonalität der Ansprache reicht von jugendaffin bis seriös und bedient sich unterschiedlichster rhetorischer Stilmittel.

Der Gesinnung zum Trotz sind die Inhalte aber oft gerade noch so formuliert und gestaltet, dass sie nicht strafbar sind. Werden Inhalte gelöscht, weil sie zwar nicht strafrechtsrelevant sind, aber gegen die Community-Richtlinien eines Netzwerks verstoßen, werden sie häufig bei einem anderen Netzwerk wieder hochgeladen. Trotzdem sollten bestehende Meldemöglichkeiten genutzt werden, entweder direkt bei den jeweiligen Plattformbetreibern oder ggf. auch bei der www.internet-beschwerdestelle.de.

Die Identifizierung rechter Inhalte und der Umgang damit müssen gelernt und ständig aktualisiert werden. Neben den Grundkenntnissen um Themen, Symbole und Codes von Neonazis müssen auch neue Debatten, Taktiken und Gruppierungen identifiziert werden können, um diesen adäquat zu begegnen.

Gegenrede gehört zu den wichtigen Mitteln, Rechtsextremismus online zu begegnen. Alle Beteiligungsformen des Web 2.0 können genutzt werden, um zu melden, Widerspruch zu geben, zu disliken oder auch auf positive Weise durch Solidarisierung entgegenzustehen. Hier sind nicht nur Aktivist_innen gefragt, wenn es darum geht, das Netz nicht den Nazis zu überlassen, sondern jede_r einzelne Nutzer_in. Dabei ist aber immer Vorsicht geboten, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen und in den Fokus rechter Gewalt zu geraten. Dazu können eine Vielzahl von Initiativen beim Engagement gegen Rechtsextremismus mit Erfahrungen und Hilfestellung unterstützen, wie z.B. das aktionsbündnis-BRANDENBURG mit „Schöner leben ohne Nazis“ oder die mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in den Bundesländern. Zusätzliche Hintergrundinformationen bieten Erlebnisberichte von Aussteiger_innen.

Ziel

Das Modul beginnt mit einer Begriffsklärung, was Rechtsextremismus ist und wo die Grenzen zu Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus zu ziehen sind. Es zeigt den Schüler_innen, woran man im Netz Rechtsradikalismus erkennen kann und welche Anwerbestrategien von Rechten im Netz genutzt werden. Darüber hinaus gibt das Modul Informationen, wie man sich gegen Rechtsextremismus im Netz wehren kann und stellt erfolgreiche Projekte und Initiativen vor.

Besonders motivierend ist es immer, Menschen in ihrem Engagement gegen Rechts zu erleben. Deshalb greift eine Praxis-Ergänzungsunterrichtseinheit dieses in einem Experteninterview auf.

Zeitbedarf

Für Modul „Rechtsextremismus online“ (UE2b bis UE2f) müssen 135 Minuten eingeplant werden. Die Praxis-Ergänzungsunterrichtseinheit (UE2g) kann in 45 Minuten in der Schule oder als Exkursion mit mindestens 90 Minuten eingeplant werden. Falls Modul 2 ohne das Modul 1 durchgeführt wird, gibt UE2a einen einführenden Überblick zu demokratischen Werten.

Unterrichtseinheiten des Moduls

Modul 2 - Rechtsextremismus online
Einleitung Modul 2
UE2-a Was ist deine Vorstellung von Demokratie?
(UE entfällt, wenn Modul 1 bereits durchgeführt wurden)
ca. 20-45 Min.
UE2-b Was ist Rechtsextremismus? ca. 20 Min.
UE2-c Woran kann ich Rechtsextremismus im Netz erkennen? ca. 45 Min.
UE2-d Wie versuchen Rechte (online) zu werben? ca. 20 Min.
UE2-e Wie kann ich mich gegen Rechtsextremismus im Netz wehren? ca. 25 Min.
 UE2-f  Vorstellung verschiedener Projekte/Initiativen gegen Rechts  ca. 25 Min.
 UE2-g Experteninterview: Engagement gegen Rechts (*Praxis-Ergänzung)
ca. 90 Min.