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Einführung

Informationsangebote und Meinungsäußerungen im Netz werden von vielen unterschiedlichen Akteur*innen gestaltet. Vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit bieten die Partizipationsmöglichkeiten des Netzes Privatpersonen und professionellen Beitragsproduzent*innen gleichermaßen Plattformen zur Veröffentlichung ihrer Inhalte. Das reicht von privaten Posts, selbst initiierten Blogs und Foren bis zu professionellen Nachrichtendiensten und Online-Plattformen von Sendeanstalten und Zeitschriften.

Für Jugendliche zählen Soziale Netzwerke und andere Online-Angebote zu den wichtigsten Informationsquellen für ihre Meinungsbildung. Hier werden Themen gesetzt und finden eine sehr schnelle Verbreitung. Digitale Kommunikation findet nicht mehr nur in eine Richtung statt, sondern hat Feedbackschleifen und Anschlusskommunikationen. Inhalte können geliked, geteilt, kommentiert und selbst angesprochen werden. Im Netz werden auch Jugendliche angesprochen, die auf konventionellem Weg über traditionelle Medien nicht erreicht werden.

Damit hat sich zu den ursprünglichen Meinungsbildungsprozessen durch traditionelle Medien eine Parallelstruktur aufgebaut, die inzwischen auch von ihnen selbst und darüber hinaus von Unternehmen, Verbänden und Parteien oder öffentlichen Personen bzw. Prominenten für eigene Zwecke genutzt wird. YouTuber*innen, Blogger*innen, Online-Angebote der Nachrichtenmagazine und Informationen aus privaten Communitys stehen im Netz ganz selbstverständlich nebeneinander.

Auf den ersten Blick lässt sich nicht immer leicht unterscheiden, vor welchem Hintergrund die Beiträge entstanden sind und woher die Informationen stammen.

Die Abgrenzung von professionellen und unprofessionellen Fotografien, Videofilmen und Audioproduktionen aufgrund der technischen Qualität ist kein Kriterium mehr. Auch Textbeiträge können von interessierten Laien ebenso gut geschrieben sein wie von Expert*innen.

Überdies ist in Deutschland die Berufsbezeichnung „Journalist*in“ nicht geschützt, so dass diese Angabe keine Rückschlüsse auf den/die Urheber*in zulässt. Die Grenzen zwischen professionellen und nicht-professionellen Informationsproduktionen, Nachrichten und Berichten verwischen. Fehlinformationen oder gezielt gestreute Falschmeldungen können ihren Ursprung in privater wie in kommerzieller oder offizieller Quelle haben. Die Trennung zwischen redaktionellen und kommerziellen Beiträgen ist manchmal ebenso schwer zu erkennen.

Das Netz bietet also insbesondere für demokratische Meinungsbildungsprozesse neue Herausforderungen, beispielsweise die Anpassung bestehender publizistischer Grundsätze.

Andererseits bieten sich Möglichkeiten und Chancen, um vielfältige alternative Informationsquellen, Kooperationsmöglichkeiten und Diskursformen zu probieren und zu überprüfen.

Ziel

Mit diesem Modul werden die Akteur*innen im Netz vorgestellt; ihre Rolle wird beleuchtet: Was bedeutet Meinungsfreiheit und wo hat sie Grenzen? Wem vertraue ich? Wem kann ich vertrauen? Wer macht Meinung? Wie beeinflussen sich journalistische und nicht-journalistische Nutzer*innen und Autor*innen? Was sind (neue) journalistische Herausforderungen im Netz? Finden Jugendliche publizistische Grundsätze relevant für und übertragbar auf ihr eigenes Mediennutzungsverhalten? Ist der Pressekodex ihrer Ansicht nach zeitgemäß und entsprechen die dahinterstehenden Werte ihren eigenen Vorstellungen vom Umgang miteinander im Netz? Wo sehen sie Nachbesserungsbedarf?

Diese Aspekte werden im Modul 2 in den einzelnen Unterrichtseinheiten zur Fragestellung „Wer macht Meinung im Netz?“ erarbeitet und diskutiert.

Zeitbedarf

Für das Modul 2 (ohne UE2a) sollte eine Doppelstunde (90 Minuten) eingeplant werden.

Unterrichtseinheiten des Moduls
UE2-a Charakteristische Eigenschaften von Netzkommunikation. (UE entfällt, wenn Modul 1 bereits durchgeführt wurde) ca. 25 Min.
UE2-b Meinungsfreiheit ca. 20 Min.
UE2-c journalistische (Meinungs-) Äußerungen einordnen ca. 25 Min.
UE2-d Kriterien des Pressekodex ca. 20-45 Min.
zusammen
ca. 90 – 115 Min.