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Einführung

Das Netz und Soziale Netzwerke sind für Jugendliche positiv besetzt. Aber die Jugendlichen nehmen auch die Problematiken von Fehlinformation, Diskriminierung, Mobbing oder Shitstorms wahr, haben jedoch wenige Lösungsansätze für einen Umgang damit.

Wie sollte dem aus Sicht von Jugendlichen begegnet werden? Welche Umgangsformen im Netz wünschen sie sich bzw. wie soll sich Netzkultur entwickeln? Wie also würden sie idealerweise ein demokratisches Netz und damit ihre Lebenswelt gestalten?

Jugendliche müssen lernen, ihre Gestaltungsspielräume zu erkennen und zu nutzen, um ihre Vorstellung von passenden Kommunikationssystemen und Regeln entwickeln zu können. Sie benötigen Freiräume, in denen ungehindert improvisiert und experimentiert werden kann, ohne bewertet zu werden.

Mit der Zukunftswerkstatt[1] steht eine Methode zur Verfügung, die dazu ermutigt, kreativ und selbstbewusst Ideen zur Lösung einer Problemstellung zu formulieren.

Aus der Analyse der gegenwärtigen Situation (hier: die gegenwärtige Netzkultur) soll ein utopischer Gegenentwurf entwickelt werden – mit allen Wunschvorstellungen und frei von jedweden Einschränkungen. Erst aus dem Zukunftsentwurf heraus wird dann rückwärts in die Gegenwart der Umsetzungsplan konstruiert und einem Realitätscheck unterzogen.

Die Jugendlichen lernen so nicht nur ihre Ideen zu spinnen, sondern auch in Pläne zu übersetzen. Dazu müssen sie ihre Rolle kritisch reflektieren, wie sie zur Gestaltung der Netzkultur bereits beitragen, um dann daraus Erneuerungen und Weiterentwicklungen für die Zukunft anstoßen zu können. Abschließend können sie auf dieser Grundlage Umsetzungsvorschläge oder Forderungskataloge verfassen und präsentieren.

Ziel

Mit dem Modul sollen die Schüler*innen eine Methode erleben, die eine konstruktive Beteiligung an Prozessen einfach macht. Jede/r Betroffene kann Ideen für gesellschaftliche Probleme entwickeln und in der Verwirklichungsphase dafür einen konkreten Umsetzungsplan erarbeiten. Die Schüler*innen sind gefordert, Teams zu bilden und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Mit der Fragestellung „Wie wollen wir Soziale Netzwerke – und damit Lebenswelt demokratisch gestalten?“ analysieren die Schüler*innen die aktuelle Situation und entwickeln für ihre Zukunft weiterführende positive Gestaltungsideen für eine digitale Kommunikation.

Zeitbedarf

Für das Modul 4 (ohne UE4a) sollten 270 Minuten eingeplant werden. Die Durchführung der Zukunftswerkstatt bietet sich auch im Rahmen von Projekttagen an: Die Arbeitsprozesse müssen dann nicht unterbrochen werden und können fließend ineinander übergehen.

Unterrichtseinheiten des Moduls
UE4-a Charakteristische Eigenschaften von Netzkommunikation UE entfällt, wenn Modul 1 bereits durchgeführt wurde. ca. 25 Min.
UE4-b Zukunftswerkstatt | Vorphase ca. 20 Min.
UE4-c Zukunftswerkstatt | Phase 1: Bestandsaufnahme ca. 65-70 Min.
UE4-d Zukunftswerkstatt | Phase 2: Fantasie ca. 75-90 Min.
UE4-e Zukunftswerkstatt | Phase 3: Verwirklichung ca. 65-70 Min.
UE4-f Zukunftswerkstatt | Nachbereitung ca. 20 Min.
zusammen
ca. 270 – 300 Min.

[1]    Die Zukunftswerkstatt wurde vom Zukunftsforscher Robert Jungk (1913–1994) entwickelt, um Bürger*innen stärker als Alltagsexpert*innen in eigener Sache in gesellschaftliche Diskurse einzubinden.