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Einführung
Das Internet wird von Jugendlichen zum größten Teil zu Unterhaltungszwecken genutzt. Dazu gehören Bewegtbildangebote wie Musikvideos auf YouTube, Alltagsvideos auf Influencer*innen-Kanälen sowie Let’s-play-Videos oder Tutorials. Serien oder Filme werden auf Video-Streaming-Plattformen wie z. B. Netflix oder Prime Video geschaut. Aber auch Soziale Netzwerke spielen eine große Rolle, wenn es um Unterhaltung geht. Hier verschwimmen die Nutzungsbereiche »Unterhaltung« und »Kommunikation« immer mehr. Des Weiteren sind digitale Spiele bei vielen Jugendlichen ein wichtiger Bestandteil der täglichen Mediennutzung.
Alle Genres bieten den Jugendlichen wichtige Rollenmodelle und Orientierung. Allerdings werden die vorherrschenden Bilder in den Medien eher von Stereotypen und klassischen Rollenverteilungen geprägt. »Nur wenn man gezielt nach Hashtags wie Diversity oder Bodypositivity sucht, findet man auch andere Bilder. Jugendliche, die Social Media täglich nutzen, haben traditionellere Rollenbilder von Männern und Frauen bzw. Mädchen und Jungen im Kopf als Jugendliche, die Instagram, YouTube usw. weniger nutzen.«[1] Die Inszenierung von Influencer*innen spielt eine wichtige Rolle: Ihre Ansprachehaltung, ihre Nähe zur Zielgruppe und ihre modische Souveränität machen sie zu Identifikationsfiguren. Nicht immer ist den Jugendlichen klar, dass Influencer*innen auch professionell agieren und für ihre Produktpräsentation entlohnt werden.[2]
Mediale Unterhaltungsangebote und ihre Nutzungsformen haben auch einen großen Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen. Erkennen die Jugendlichen die Marktmechanismen der Medienlandschaft und sind sich ihrer eigenen Nutzungsmotive bewusst, können sie ihren Medienalltag bzw. ihre Faszination für Unterhaltungsangebote reflektieren und damit gestalten.
Ziel
Die Schüler*innen reflektieren ihre Unterhaltungsangebote und beschäftigen sich mit den Gründen ihrer Auswahl, aber auch mit möglichen Risiken und wie sie ihnen begegnen könnten. Darüber hinaus erarbeiten sie Hintergrundwissen zur Funktion und Inszenierung von Influencer*innen und setzen sich mit medialen Rollenmodellen auseinander, die ihnen täglich bei ihrer Mediennutzung begegnen. Zum Abschluss der Unterrichtseinheit diskutiert die Klasse, wie sie die Entwicklung der zukünftigen Medienlandschaft einschätzt.
Zeitbedarf
Jede der Unterrichtseinheiten (UE) lässt sich innerhalb einer Schulstunde von 45 Minuten bearbeiten, teilweise auch zwei UE nacheinander. Ideal ist die Bearbeitung mehrerer Unterrichtseinheiten im Block, entweder im Rahmen von Doppelstunden oder in einer Projektphase.
Für alle Einheiten des Moduls zusammen sollten mindestens 95 Minuten eingeplant werden.
[1] Elternguide.online (2020): Vielfalt und Rollenbilder in sozialen Medien; https://www.elternguide.online/vielfalt-und-rollenbilder-in-sozialen-medien (abgerufen am 27.09.2021)
[2] MaLisa Stiftung (2019) WEIBLICHE SELBSTINSZENIERUNG IN DEN NEUEN MEDIEN; https://malisastiftung.org/wp-content/uploads/Selbstinzenierung-in-den-neuen-Medien.pdf (abgerufen am 11.10.2021)